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Ministerium für auswärtige Angelegenheiten

Die Geschichte des Mutterschaftspakets als Ausstellung in Helsinki zu sehen - Botschaft von Finnland, Berlin : Aktuelles

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Nachrichten, 12.07.2012 | Generalkonsulat von Finnland, Hamburg

Die Geschichte des Mutterschaftspakets als Ausstellung in Helsinki zu sehen

Jährlich bekommen etwa 40.000 Frauen in Finnland vom finnischen Sozialversicherungsamt Kela ein Mutterschaftspaket. Das Paket ist einzigartig in der Welt und in seiner Form nirgendwo sonst auf der Welt zu finden. Die Wurzeln des Mutterschaftspakets liegen im Jahr 1937, als das Gesetz über einen Mutterschaftsbeitrag erlassen wurde. Heutzutage ist das Design des Pakets modern, durch die Jahre hat sich inhaltlich jedoch nicht all zu viel verändert. Dieses Jahr wird die Geschichte des Pakets vom Jahr 1938 bis heute in der Ausstellung „Hurra guter Anfang!“ in Helsinki, Galerie Virkas Kino Kulma vom 29.06. bis 02.09.2012 präsentiert.

Mutterschaftsbeitrag seit 70 Jahren

Das Mutterschaftspaket ist ein Beitrag, der für jede in Finnland lebende schwangere Frau oder Adoptionsmutter durch Kela gestattet wird. Im Jahr 1937 wurde das Gesetz über einen Mutterschaftsbeitrag erlassen. Das eigentliche Paket gibt es seit 1938. Zuerst war das Paket nur für ärmere Mütter gemeint und wurde durch die Heimatgemeinde zugesprochen und gezahlt. Der Beitrag konnte finanzielle Hilfeleistungen oder notwendige Waren enthalten. Seit 1949 sind alle Familien mit Kindern berechtigt, diesen Beitrag zu erhalten. Der Inhalt des Pakets ist je nach gesellschaftlicher Situation und den Bedürfnissen der Familien verändert und aktualisiert worden.

Hintergrund für die Entwicklung des Mutterschaftspakets war die Sorge um die Minderung der Geburtenzahl und der großen Kindersterblichkeitszahlen. Ende der 30er Jahre starb jedes zehnte geborene Kind vor dem ersten Lebensjahr. Durch den Mutterschaftsbeitrag kamen die Mütter zur Gesundheitsvorsorge, wo durch die Kindersterblichkeitszahlen zu sinken begannen. Die Kinder- und Muttersterblichkeitsrate ist in Finnland seit langer Zeit geringer als in anderswo in der Welt. Die Vorteile, welche aus dem Mutterschaftspaket hervorgehen, sind mittlerweile unbestreitbar.

1994Mutterschaftspaket aus dem Jahr 1994. Foto: Kela

Das Recht auf das Paket beginnt, wenn die Schwangerschaft mindestens 154 Tage gedauert hat und die Mutter vor dem Ende der 4. Schwangerschaftsmonat zur Gesundheitsinspektion beim Arzt oder zur Beratungsstelle gegangen ist. Im Jahr 1938 haben etwa zwei Drittel der werdenden Mütter den Beitrag erhalten. Damals betrag dieser 450 Finnische Mark (~70 Euro) für jedes Kind. Heute beträgt er 140 Euro. 1938 war die Summe ungefähr ein Drittel eines Gehalts eines Industriearbeiters. Der Beitrag wurde in Form von Geld, als Sachbezüge oder in beider Form gegeben. Seit 1994 ist Kela verantwortlich für den Mutterschaftsbeitrag.

Modernes Design und Retter des Alltages

Das Mutterschaftspaket enthält Kleidung für Kinder und andere nützliche Sachen wie Windeln, Bettbezüge sowie Produkte für die Kindespflege. Das Paket beinhaltet auch eine Liste mit nützlichen Hinweisen und Informationen im Internet u.a. über die Pflege des Kindes und deren Gesundheit. Der Inhalt wird ungefähr jährlich aktualisiert. Ein neues Paket wird eingeführt, wenn das vorherige Paket zu Ende ist. Im aller ersten Paket gab es Bauchnabelbänder, Wickeltücher und Bettbezüge sowie Handtücher. Papierprodukte waren die Spezialität in Kriegszeiten. Damals haben die Mütter Papier und Stoffe bekommen, aus denen sie Kleidung für die Kinder machen konnten.

Der Mutterschaftspaketkarton eignet sich auch als erstes Bett für das Kind; der Großteil der Finnen hat in diesem Karton wirklich die ersten Monate ihres Lebens geschlafen. Früher glaubte man, dass der Karton die Neugeborenen gegen Kälte und Krankheiten schützt. Heutzutage wird der Karton wieder als Bett genutzt, obwohl es viele andere Verwendungszwecke gibt. Der Karton dient aufgrund seiner Größe beispielsweise auch zur Aufbewahrung.

Heute wählen die meisten Erstgebärerinnen das Mutterschaftspaket und nur ein Drittel alternativ die Summe in Höhe von 140 Euro. Man kann das Paket auch zu einem Preis von 274,15 Euro (exklusiv die Transportkosten) kaufen. Jedes Jahr werden etwa 400 Pakete verkauft, meistens ins Ausland, an die dort lebenden Finninnen, die das Paket nicht automatisch erhalten. Kela verteilt jährlich ungefähr 60.000 Mutterschaftsbeiträge, von denen ungefähr 40.000 Mutterschaftspakete sind.

2011Im Jahr 2011 sah das Mutterschaftspaket inhaltlich so aus. Foto: Kela

Die Farben des Pakets sind seit vielen Jahren neutral, damit die Kleidung sowohl von Mädchen als auch von Jungen getragen werden kann. Die neutralen Farben sind auch mit anderen Farben leichter zu kombinieren. Vor Mitte der 70er Jahre waren Kleidung und andere Textilwaren hauptsächlich in der Farbe Weiß. Die Verpackung ist sehr traditionell gehalten, wird aber gleichzeitig jährlich erneuert. Das Paket hat sich auch immer ökologischer entwickelt; seit 2000 gibt es in dem Paket u.a. wiederverwendbare Stoffwindeln.

Das heutige Paket ist auch modernes Design. Kela organisierte im Herbst 2011 einen Designwettbewerb für das Aussehen des Kartons. Johanna Öst Häggblom hat den Wettbewerb mit ihrem Werk „Stammbaum“ gewonnen. Das Design wird das nächste Mutterschaftspaket dekorieren, wenn das neue Paket im Herbst 2012 ausgeben wird.

Die Geschichte des Mutterschaftspakets ist in einer Ausstellung gesammelt und wird in der Galerie Virka in Helsinki präsentiert. Die Ausstellung wurde in Zusammenarbeit mit Kela und Studenten und Studentinnen aus dem Fachbereich Kunst und Design von der Aalto Universität zusammengestellt. Die Ausstellung ist für die Besucher kostenlos und kann während des ganzen Sommers besucht werden. Die Ausstellung ist ein Teil des World Design Capital 2012-Jahres.

SukupuuDesign-Wettbewerb gewonnene Mutterschaftspaket "Stammbaum". Foto: Kela

Die „Hurra guten Anfang!“-Ausstellung vom 29.06. - 02.09.2012 in der Galerie Virka, Helsinki Stadthaus, Sofiankatu 1, 00100 Helsinki. 

Kela

Finnlands Sozialversicherungsamt Kela (auf Finnisch Kansaneläkelaitos) ist verantwortlich für die Grundsicherheit der Menschen, die in Finnland wohnen. Kelas Klienten und Klientinnen sind alle Einwohner Finnlands und im Ausland wohnende Menschen, die zum finnischen Sozialversicherungskreis gehören. Der Zweck des Sozialversicherungsamts ist die Versicherung des Grundlebensunterhalts, die Förderung der Gesundheit und die Begünstigung der selbständigen Bewältigung in verschieden Lebenslagen.    

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Aktualisiert 12.07.2012


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