Direkt zum Inhalt
Ministerium für auswärtige Angelegenheiten

Berlin liegt an der Ostsee - Botschaft von Finnland, Berlin : Aktuelles

BOTSCHAFT VON FINNLAND, Berlin

Botschaft von Finnland
Rauchstraße 1, 10787 Berlin
Tel. +49-30-50 50 30
E-Mail: info.berlin@formin.fi
Deutsch | Suomi | Svenska |  |  |  | 
Normale SchriftGrößere Schrift
 
Nachrichten, 10.05.2012 | Botschaft von Finnland, Berlin

Berlin liegt an der Ostsee

ItämeriAls flaches Meer ist die Ostsee ungewöhnlich verletzlich.

Das 20-jährige Bestehen des Ostseerates (CBSS) und die deutsche Präsidentschaft in diesem Gremium wurden Ende April mit den Ostseetagen in Berlin gefeiert. Bei der Festveranstaltung hob Bundespräsident Joachim Gauck in seiner Rede hervor, dass die Ostsee ein wichtiger Wirtschaftsraum geworden ist und ihre Anrainerstaaten wieder verbindet. Ende Mai kommen die Regierungschefs der Ostseestaaten in Stralsund zum Gipfeltreffen zusammen.

Hauptereignis der vom Auswärtigen Amt in Berlin veranstalteten Ostseetage waren die Festveranstaltung mit Bundespräsident Joachim Gauck sowie der anschließende Empfang, zu dem die Staatsministerin im Auswärtigen Amt Cornelia Pieper geladen hatte. Bundespräsident Gauck erinnerte in der Festrede an seine eigene Kindheit an der Ostsee in Rostock und beleuchtete die Geschichte Europas anhand der historischen Phasen der Ostsee. Aus einem abgeschotteten Meer entwickelten sich das Tor des Ostens nach Europa und eine wichtige Handelsregion. Gauck unterstrich, dass die Ostsee vor zwei Jahrzehnten wieder ein Meer der Freiheit geworden ist.

Kultur und noch einmal Kultur 

Saimaa Kuva: Maria Heiskanen-SchüttlerDie Band "Saimaa" beim Empfang von Cornelia Pieper. Foto: Botschaft

Während des Empfangs, zu dem die Staatsministerin im Auswärtigen Amt Cornelia Pieper geladen hatte, wurden die Gäste mit einem vielseitigen Kulturprogramm aus den Ostseeländern unterhalten. Aus Finnland war es die Band Saimaa, die Balladen und Tangomelodien aus ihrer Heimat zu Gehör brachte. In den Länderpavillons präsentierten die Ostseeanrainerstaaten ihr Literatur- und Reiseangebot.

Am gemeinsamen Stand der Nordischen Botschaften ging es hoch her, als sich die gut gelaunten Festgäste mit den ausgestellten Büchern vertraut machten. An den Nachbarständen lockten die polnischen und litauischen Kollegen ihr Publikum mit Schnaps und Schokolade, aber Finnland vertraute auf die Kraft des Wortes und auf Mauri Kunnas. Neben seinen Kinderbüchern und dem Kalevala lag auch moderne finnische Literatur aus, etwa die Romane Fegefeuer von Sofi Oksanen und Der Bonbontag von Markus Nummi. Die Deutschen lesen bekanntlich gern Krimis, und so mancher Gast griff daher auch voller Begeisterung zu Leena Lehtolainens Buch Die Leibwächterin.

Vor allem die finnischen Kinderbücher fanden die ganze Zeit über lebhaftes Interesse. „Es scheint, dass die Mumins nicht mehr allein die Verantwortung für den finnischen Literaturexport tragen müssen“, meinte Suvi Uoti, die den Stand betreute. „Auf jeden Fall kennen die Deutschen Tatu und Patu von Aino Havukainen und Sami Toivonen und auch Ella von Timo Parvela recht gut.“ 

Ostseetage bei AA Foto: Maria Heiskanen-SchüttlerDas finnische Kulturstand gab Reise- und Literaturtipps. Foto: Botschaft

Auch Robert Torvelainen stattete mit seinen deutschen Kollegen dem finnischen Kulturstand einen Besuch ab. Der Finne nahm mit einer Gruppe des Europäischen Jugendparlaments EYP an den Ostseetagen teil. „Die Ostseetage haben deutlich gemacht, dass es sich um unsere gemeinsame Ostsee handelt, haben aber andererseits auch die Vielfalt der Zusammenarbeit aufgezeigt. Es war angenehm festzustellen, dass wir vom EYP auch ein Teil von dem allen sind“, so der Kommentar von Torvelainen, der durch seine Arbeit viele europäische junge Erwachsene kennengelernt hat. „Die Ostsee wird zwar hier und da in Diskussionen zum Thema, ist aber in anderen Ländern als Schweden und Finnland nicht besonders wichtig. In Deutschland ist der Blickwinkel möglicherweise mehr historisch, bedingt durch die Hanse.“

Die Ostsee verbindet Finnland und Deutschland 

Finnland und Deutschland haben hinsichtlich des Ostseeraums sehr ähnliche Interessen. Das zunehmende Schiffsverkehrsaufkommen spielt eine wichtige Rolle für das wirtschaftliche Gedeihen der Region, erhöht aber gleichzeitig das Risiko von Seeunfällen – dies ist in den Häfen beider Länder gut bekannt.

„Wir sorgen uns gemeinsam um den Zustand der Ostsee-Umwelt; als flaches Meer ist die Ostsee ungewöhnlich verletzlich“, so Petri Hakkarainen, II. Botschaftssekretär in der finnischen Botschaft in Deutschland und dort zuständig für die Zusammenarbeit im Ostseeraum.

In der herrschenden Wirtschaftslage wollen Finnland und Deutschland gemeinsam auch das Potenzial des Ostseeraums hervorheben: Die hochqualifizierte Bevölkerung schafft eine ausgezeichnete Grundlage für neue Innovationen. Für deren Förderung müsste erreicht werden, dass der EU-Binnenmarkt auch in der Ostseeregion möglichst gut funktioniert.

„Dennoch geht es hier nicht um ein reines EU-Binnenmeer; wir halten es wie die Deutschen für äußerst wichtig, dass Russland möglichst aktiv an der Zusammenarbeit im Ostseeraum teilnimmt.“

Höhepunkt der deutschen Präsidentschaft im Ostseerat ist nach den Ostseetagen der CBSS-Gipfel Ende Mai in Stralsund, an dem auch Ministerpräsident Jyrki Katainen aus Finnland teilnimmt. In Stralsund werden die Regierungschefs der Ostseeanrainerstaaten und der Präsident der EU-Kommission unter Leitung von Bundeskanzlerin Angela Merkel über zwei für die Zukunft bedeutsame Themen diskutieren: Das sind die Energiepolitik und der demografische Wandel. Der nächste Gipfel findet in zwei Jahren während Finnlands Ostseeratspräsidentschaft statt. 

Die Ostsee gehört auch zur Berlin-Agenda

Die nördlichen deutschen Bundesländer sind natürlich aktiver als Berlin, wenn es um die alltägliche regionale Ostsee-Zusammenarbeit geht, aber gebraucht wird das Schwergewicht ganz Deutschlands. Der ursprüngliche Arbeitstitel für die vom Auswärtigen Amt veranstalteten Ostseetage hieß „Berlin liegt an der Ostsee”. Der wichtigste Inhalt dieser Tage war wohl auch, den Ostseeraum in Berlin bekannter zu machen.

„Der größte Mitgliedstaat der EU schaut natürlich in alle Himmelsrichtungen, und die Ostsee kann nicht ständig im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit der Deutschen stehen. Dennoch ist es wichtig, dass auch in der Hauptstadt über die Ostsee-Zusammenarbeit gesprochen wird. Jetzt muss nur dafür gesorgt werden, dass die Ostsee nach diesen Ereignissen und nach der deutschen CBSS-Präsidentschaft nicht wieder in Berlin in Vergessenheit gerät. In dem Punkt stimmen die Interessen von uns Finnen und den in den Ostseeangelegenheiten aktiven Deutschen überein”, konstatiert Botschaftssekretär Hakkarainen. 

Redaktion: Maria Heiskanen-Schüttler, Suvi Uoti

Seite drucken

Dieses Dokument

Aktualisiert 11.05.2012


© Botschaft von Finnland, Berlin | Impressum | Kontakt