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Adriana Mater - Deutsche Erstaufführung in Osnabrück - Botschaft von Finnland, Berlin - Generalkonsulat von Finnland, Hamburg : Aktuelles : Kultur

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Nachrichten, 09.03.2011 | Generalkonsulat von Finnland, Hamburg

Adriana Mater - Deutsche Erstaufführung in Osnabrück

Das Regieteam Andrea Schwalbach und Nanette Zimmermann inszeniert die Oper Adriana Mater der finnischen Komponistin Kaija Saariaho. Das Theater Osnabrück greift mit der Oper ein gesellschaftlich brisantes Thema auf.

Mit der Oper Adriana Mater steht sowohl thematisch als auch musikalisch eine hoch spannende deutsche Erstaufführung auf dem Programm. Sexualisierte Gewalt in allen Kriegen dieser Welt ist so alt wie der Krieg selbst. Aus dem kollektiven Gedächtnis wurden und werden diese Vergewaltigungen aber immer wieder verdrängt, ausgeklammert und totgeschwiegen. Wie bereits bei den Uraufführungen Die Bestmannoper oder Neda – der Ruf greift das Theater Osnabrück mit dieser Oper wieder ein gesellschaftlich brisantes Thema auf.

Adriana Mater 1Szenenbild mit Merja Mäkelä und Genadijus Bergurolko, Foto: Klaus Fröhlich

Adriana Mater ist die Geschichte einer solchen Vergewaltigung und deren Folgen. Die Handlung der Oper spielt sich mitten im Krieg ab. Eine junge Frau, Adriana, versucht die Annäherungsversuche des Soldaten Tsargo zurückzuweisen. Weil sie vor dem Krieg miteinander getanzt haben, glaubt er, ein Anrecht auf sie zu besitzen. Als sie ihn abweist, vergewaltigt er sie. Der Krieg endet, die Jahre vergehen, Tsargo ist verschwunden. Adriana hat einen Sohn bekommen, Yonas, die Frucht dieser schrecklichen Nacht. Dem Sohn verheimlicht Adriana das Drama seiner Herkunft. Als Yonas, herangewachsen, die Wahrheit erfährt, schwört er, seinen Vater umzubringen. Konfrontiert mit dem mittlerweile erblindeten Tsargo, kann er ihn aber nicht töten. Yonas empfindet das als Schwäche und bittet seine Mutter um Vergebung. Doch Adriana weiß nun, dass Yonas „ihr“ Sohn und nicht der Tsargos ist: „Wir sind nicht gerächt, aber wir sind erlöst.“

Große Gefühle und existentielle Erfahrungen

Mit aufwühlender Emotionalität und musikalischer Wucht, einer griechischen Tragödie gleich, entfaltet die international renommierte Komponistin Kaija Saariaho das Drama zwischen Mann und Frau, Mutter und Sohn, und Sohn und Vater. Saariaho fürchtet nicht die großen Gefühle und vermittelt musikalisch tiefe existenzielle Erfahrungen. Es gelingt ihr, Werke zu schaffen, die tief in das Geheimnis der menschlichen Existenz eindringen. Ihre Oper Adriana Mater spielt in einer Welt der bösen Träume und der schrecklichen Realitäten. Sie erzählt aber auch zusammen mit ihrem Librettisten Amin Maalouf von der Möglichkeit der Erlösung und der mentalen Kraft des Guten und Lebendigen. Adriana Mater wurde 2006 an der Opera Bastille in Paris mit großem Erfolg uraufgeführt.

Die Rolle der Adriana wird von der finnischen Mezzosopranistin Merja Mäkelä gesungen, in weiteren Rollen singen Lydia Ackermann(Refka), Genadijus Bergorulko (Tsargo), Bernardo Kim (Yonas) sowie der Chor des Theaters Osnabrück.

Merja Mäkelä ist eine vielversprechende junge Künstlerin, die ihr erfolgreiches Bühnendebüt als Dido in “Dido und Aeneas” von Henry Desmarest und Henry Purcell 2007 am Kieler Opernhaus gab.

Merja Mäkelä hat an mehreren Gesangswettbewerben erfolgreich teilgenommen, so war sie u. a. Finalistin beim nationalen “Pentti Koskimies-Liedwettbewerb” im Jahr 2003 sowie beim “Timo Mustakallio-Wettbewerb” in Savonlinna 2004. Im Jahr 2005 verlieh ihr der Opernverein von Tampere das “Tampere Opera Grand Prix”-Stipendium.

 Für die szenische Umsetzung der Oper konnte das Regieteam, Andrea Schwalbach (Regie) und Nanette Zimmermann (Ausstattung) gewonnen werden. Die musikalische Leitung hat der GMD Hermann Bäumer.

Komponistin im Porträt

Kaija SaariahoKomponistin Kaija Saariahos Oper „L‘amour de loin“ erhielt einen Grammy für die beste Opernaufnahme.

Die Komponistin Kaija Saariaho stellt sich anlässlich der deutschen Erstaufführung von Adriana Mater am Tag vor der Premiere im Orchesterstudio des Theaters in einem Gespräch dem Publikum vor (11. März 2011, 20 Uhr, Theater am Domhof / Orchesterstudio)

Die Einspielung von „L’amour de loin“ , der ersten Oper von Kaija Saariaho und Amin Maalouf mit dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin unter Leitung des amerikanischen Dirigenten Kent Nagano erhielt in diesem Jahr einen der begehrtesten Grammys für Klassische Musik in der Kategorie beste Opernaufnahme.

 Weitere Informationen und Kartenverkauf:

 Theater Osnabrück

Termine:

Premiere:  Sa 12.03.11 / 19:30 Uhr

Di 15.03.11 / 19:30 Uhr

Fr 18.03.11 / 19:30 Uhr

Fr 25.03.11 / 19:30 Uhr

So 03.04.11 / 19:30 Uhr

Mi 13.04.11 / 19:30 Uhr

Mi 11.05.11 / 19:30 Uhr

Di 17.05.11 / 19:30 Uhr

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Aktualisiert 17.03.2011


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