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Ministerium für auswärtige Angelegenheiten

Windenergie - Botschaft von Finnland, Berlin : Aktuelles

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Blog, 28.09.2010 | Generalkonsulat von Finnland, Hamburg

Windenergie

Erja Tikka

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

Ende der vergangenen Woche habe ich die WindEnergy Husum besucht, die sich im Laufe der letzten 20 Jahre zum größten Treffpunkt der Welt in der Windenergiebranche entwickelt hat. Das kleine Städtchen Husum mit 22.000 Einwohnern konnte 40.000 Messebesucher willkommen heißen. Dieser riesige Besucheransturm machte sich natürlich im Straßenbild und insbesondere im Straßenverkehr deutlich bemerkbar. Auch für die Hotellerie der Region stellte die Besucherinvasion eine echte Herausforderung dar, die Gäste mussten teilweise bis nach Hamburg ausweichen.

Auf der Fahrt an die Nordseeküste ist mir auch klar geworden, warum sich die Messe ausgerechnet in Husum und in Schleswig-Holstein etabliert hat. Die Straße war beidseitig von unzähligen Windkraftanlagen gesäumt. In Schleswig-Holstein wird bereits 40% des Stroms durch Windenergie erzeugt, das Ziel liegt bei über 50%. Die Windenergiebranche beschäftigt in Schleswig-Holstein bereits mehr als 7.000 Arbeitskräfte.

tuulimyllyIn den norddeutschen Küstengebieten bietet sich gerade die Windenergie als Form der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien an. Das Ziel des in 2009 in Kraft getretenen Erneuerbare-Energien-Gesetzes ist es, den bundesweiten Anteil der erneuerbaren Energien von 25 auf 30 % bis zum Jahr 2020 zu erhöhen. In den Küstengewässern werden in den kommenden Jahren riesige offshore Windparks gebaut, 30 in der Nordsee und 10 in der Ostsee. Insgesamt 2.500 Windkraftanlagen sollen 12.000 MW Strom erzeugen, die den Bedarf von 12 Mio. Haushalten decken würden. Auf diese Weise werden 30.000 neue Arbeitsplätze geschaffen. Die deutsche Windenergiebranche ist auch ein bedeutender Exportfaktor

Der Wind beflügelt auch die finnische Energiebranche

Die Deutsch-Finnische Handelskammer, Invest in Finland, das Baltic Sea Forum und das Generalkonsulat in Hamburg haben im Rahmen der Windenergiemesse eine Informationsveranstaltung zum Thema Entwicklung des Windenergiesektors in Finnland organisiert. Insbesondere sollte das von der finnischen Regierung verabschiedete Energiepaket vorgestellt werden, das ebenfalls die erneuerbaren Energiequellen in den Vordergrund rückt. In Finnland ist ja der Anteil der erneuerbaren Energien gleich nach Schweden am höchsten in der EU, mehr als 30 %. Das hängt allerdings mit der von der Forstwirtschaft verstärkt genutzten Bioenergie zusammen. In den kommenden Jahren soll der Anteil der erneuerbaren Energien auf 38 % erhöht werden und dazu wird auch Windenergie benötigt. Der Anteil der Windenergie beträgt heute lediglich 0,3 %, der aber mindestens auf das Zwanzigfache erhöht werden soll. In den kommenden 10 Jahren sollen in Finnland 1.000 neue Windkraftanlagen errichtet werden.

Finnland ist also aus energiewirtschaftlicher Sicht das ”gelobte Land”. Die Redner der Veranstaltung berichteten über die Zukunftsaussichten, über das dem Parlament vorgelegte Gesetz zur Regelung der Einspeisungstarife und über einen einzigartigen Windatlas, der die windreichsten Regionen Finnlands aufzeigt. Zweck der Veranstaltung war es, internationale und deutsche Energieunternehmen auf Investitionspotenziale in Finnland aufmerksam zu machen.

Leider herrschte in Husum ein Überangebot an miteinander konkurrierenden Veranstaltungen, so dass der Teilnehmerkreis recht überschaubar war. Aber die Anwesenden haben umso interessierter Fragen zu den Stromtarifen und sonstigen Standortbedingungen gestellt. Es wurde berichtet, dass gemäß des zum 1.1.2011 in Kraft tretenden Gesetzes der angepeilte subventionierte Einspeisungstarif bei 83,5 Euro/MWh liegen wird und sogar für die ersten drei Jahre auf 105.3 €/MWh erhöht wird bei Anlagen, die vor dem 31.12.2012 ins Netz gehen.

In meinem Job lernt man immer etwas dazu. Ich hatte bereits irgendwo erstaunliche Wachstumszahlen der finnischen Windenergiebranche gesehen, aber jetzt bekam ich eine Bestätigung aus berufenem Munde. Obwohl der Anteil der Windenergie in unserer Energiewirtschaft noch sehr klein ist, beschäftigt die Wachstumsbranche bereits 4.000 Arbeitskräfte und die Unternehmen drängen mit aller Macht auf die internationalen Märkte. Schon jetzt exportiert die Branche im Wert von einer Milliarde Euro. An der Veranstaltung nahm z.B. auch das Unternehmen WinWinD teil, das für nördliche Klimaverhältnisse geeignete, heizbare Rotorblätter entwickelt hat. Damit kann das Herunterfahren der Windkraftanlage wegen Vereisung der Rotorblätter vermieden werden. Diese Innovation schien die anwesenden Fachleute sehr zu interessieren. Das Unternehmen hat auf der Messe auch seine neueste 3 MW-Turbine vorgestellt. WinWinD produziert riesige Multimegawattturbinen im finnischen Hamina und in Chennai in Indien.

Am Vormittag des gleichen Tages hatte ich auch eine Delegation aus der Region Kotka-Hamina in unserem Büro im Finnlandhaus empfangen. Unter der Leitung des Stadtdirektors von Kotka, Henry Lindelöf, stattete die Delegation Hamburg einen Besuch ab. Die Delegation hat sich ebenfalls für die Windenergie in Norddeutschland interessiert, schließlich war ja auch der Stadtdirektor von Hamina dabei. Die Delegation setzte ihre Reise in die Partnerstadt von Kotka, Lübeck, fort. Der Regionalausschuss bemüht sich, die Route Helsinki-St.Petersburg als eine kostengünstige und gut funktionierende Transportstrecke in Norddeutschland bekannter zu machen. Wir haben vereinbart, dieses Thema bei geeigneten Veranstaltungen in nächster Zukunft verstärkt hervorzuheben.

Windatlas

Erja Tikka 28.09.2010

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Aktualisiert 29.09.2010


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