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Ministerium für auswärtige Angelegenheiten

Blog vom Polarkreis: Zukunftsprägende Erlebnisse - Botschaft von Finnland, Berlin : Aktuelles

BOTSCHAFT VON FINNLAND, Berlin

Botschaft von Finnland
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Nachrichten, 26.01.2009 | Botschaft von Finnland, Berlin

Blog vom Polarkreis

In diesem Blog berichten acht Berliner Azubis, die von Januar bis April 2009 Praktika im nordfinnischen Rovaniemi absolvieren, über ihr Leben im winterlichen Lappland am Polarkreis, wo die Temperaturen zuweilen sogar unter -20 °C sinken. Ulli und Maik arbeiten bei der Lappset Group Oy und dürfen dort Hightech-Spielplätze ausprobieren. Marcel arbeitet an der Summer University, Viktoria und Arndt am Arctic Circle und Jessi, Dora und Cindy absolvieren ein Praktikum an der University of Lapland.

Die Auzubildenden absolvieren ihr Auslandspraktikum im Rahmen des EU-Bildungsprogrammes Leonardo da Vinci Mobilität. Seit 2005 entsendet das Oberstufenzentrum Bürowirtschaft und Verwaltung jedes Jahr Jugendliche in der Erstausbildung für  den Beruf "Kauffrau/Kaufmann für Bürokommunikation mit dem Europäischen Bildungsprogramm Leonardo da Vinci Mobilität zu mehrmonatigen Betriebspraktika nach Finnland.

03.04.2009 Die Arbeit in der Lapin Yliopisto/University of Lapland, Faculty of Art and Design

Die letzten Tage in Finnland sind angebrochen und obwohl ich schon bald nicht mehr hier, in der Universität von Lappland, arbeiten werde, nutze ich die Gunst der Stunde um mal ausfuehrlich ueber meine Arbeit hier zu berichten

Bis vor ein paar Minuten habe ich mein Buero aufgräumt und die ganze Arbeit, die ich während der letzten drei Monate entrichtet habe, zunichte gemacht. Traurig irgendwie. Naja.

Wie gesagt habe ich hier meine ganz eigenes Buero, ein kleines Räumchen mit einem suessen kleinen Fenster in der Ecke, mit Laptop und eigenem Drucker. Um den Laptop sei ich nicht zu beneiden, er braucht morgens geschlagene 20 Minuten um hoch zu fahren und ausmachen ist auch ein Ding der Unmöglichkeit. Nichts desto trotz funktionieren die lebensnotwendigen Programme wie Excel oder Word einwandfrei (auch Internet).

In den ersten Wochen habe ich Briefe verfasst, Stundenpläne fuer die Austauschstudenten erstellt, Exceltabellen gemacht und eben Dinge, die fuer eine Aufwärmphase in einem Betrieb ueblich sind.

Nach wenigen Wochen bekam ich dann meinen ganz persönlich Account bei MISTAY. Das ist eine Datenbank (auf finnisch!), in der alle Austauschprozesse (incoming und outgoing students) erfasst werden und auch sämtlich Partneruniversitäten eingetragen sind. Am Anfang war es ganz schön schwierig damit klar zu kommen, weil man das fachspezifische Vokabular in finnisch nicht kannte und bei jeder Aktion nachgucken musste, was man macht. Irgendwann wurde man jedoch ziemlich routiniert und hat ratz-fatz eine neue Datei fuer einen Studenten angelegt.

Diese Datenbank habe ich dann auch ausgemistet, da mit der Zeit ziemlich viele Leute ziemlich viele Daten einfach falsch eingetragen haben und es war dann meine Aufgabe alle diese Fehler zu beheben. Es hat ziemlich lange gedauert, aber dafuer sieht das Programm jetzt wieder gut aus.

In den letzten Wochen habe ich sehr viel Internetrecherche betrieben. Wir haben hier nämlich gerade Bewerbungszeit, heisst, die finnischen Studenten bewerben sich jetzt um Studienplätze im Ausland. Nun bestand meine Aufgabe darin, diesen Prozess zu verwalten.

Nachdem intern durch die Dozenten und Koordinatoren entschieden wurde, wer von den Bewerbern gut genug ist, um im Ausland zu studieren, sollte ich den zweiten Schritt uebernehmen. Heisst also, ich hab die Studenten darum gebeten mir ihre Bewerbungen vorbei zu bringen, damit wir darueber reden und auch nochmal gucken, dass nichts fehlt. Dazu musste ich mich selbst erstmal in die Materie einlesen, weil ich natuerlich genau so viel Ahnung habe, wie die Studenten (und unter dieser Vorraussetzung wäre ich keine grosse Hilfe gewesen…)

Also habe ich mein Internet angeschmissen und mir zu jeder relevanten Universität die Bewerbungsfristen rausgesucht, gelesen, ausgedruckt, archiviert und noch zusätzlich in eine Exceltabelle eingetragen.

Einige Studenten stellten mir auch sehr seltsame Fragen (was ist ein Portfolio? Ich meine, wenn ich Kunst studiere, sollte ich wissen, dass ein Portfolio eine Mappe ist, in der ich meine Arbeiten, die ich währed meines Studiums gemacht habe, präsentiere…das wusste auch ich ohne nachzulesen…).

Manche konnten auch nichts damit anfangen, als ich geschrieben habe “I need a copy of your passport” oder “Curriculum vitae” war auch oft ein völlig unbekannter Begriff.

Aber ich habe mich gut angestellt, konnte den Studenten gut helfen und sehr oft “Your were a great help! Thanks a lot!” gehört. Das gibt einem ein wirklich gutes Gefuehl, dass man seine Arbeit gut gemacht hat.

Zwischendurch gab es natuerlich immer wieder kleine Aufgaben wie kopieren, faxen oder auch bei einem Examen die Aufsicht spielen ;-)

Da es auch sehr viele Austauschlehrer gibt, haben Cindy und ich auch mal ein paar Spanier ins Arktikum gefuehrt oder sind mit einer Russin ins Weihnachtsmann dorf gefahren.

Jeden Montag gab es auch ein Meeting mit dem international staff, wo sich jeder mal erzählt hat, was er grad so macht. Die Kollegen sind alle ziemlich klasse, wir wurden sehr gut aufgenommen und eingearbeitet (wobei meine Betriebskraft sehr oft unterwegs war und oft keine Zeit hatte, so musste ich sehr selbstständig sein, wofuer ich mal wieder sehr gelobt wurde).

Die Zeit auf der Arbeit war sehr angenehm, es war sehr entspannt, auch wenn es unglaublich viel zu tun gab, aber man lässt sich hier von so Lapalien nicht stressen!

Auf der To Do Liste abgehakt: Arbeiten in Finnland.

Bericht: Dora

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18.03.2009
Helsinki rulez

So, ich nehme mir mal ein Stuendchen Zeit um mal von unserem Trip nach Helsinki zu berichten. Ja, tatsächlich haben es drei von uns geschafft die Hauptstadt zu besuchen!

Es ergab sich, dass Marcel, Cindy und ich zwei tage frei bekommen haben. Natuerlich nicht einfach mal so, wir mussten das Wochenende drauf schuften und ein Meeting organisieren und mitgestalten (dazu später vielleicht mehr, wenn ich lustig bin ;-) ). Aber so haben wir unser verlängerstes Wochenende dazu genutzt einen Ausflug zu starten. Wir haben es uns geleistet einen Finnair Flieger zu buchen! So teuer war es eigentlich nicht, es waren 160 Euro hin und zurueck, die Zugfahrt wäre genau so teuer gewesen und wir wären 12 Stunden unterwegs gewesen…dann lieber fliegen!

 Um Geld zu sparen und es dann dort in Klamotten und Souvenirs umzuwandeln, hatte ich die fabulöse Idee couchsurfing zu betreiben.

CouchSurfing ist ein kostenloses, internetbasiertes Gastfreundschaftsnetzwerk. Die Mitglieder nutzen die Website, um eine kostenlose Unterkunft auf Reisen zu finden, selbst eine Unterkunft oder auch anderes anzubieten, wie beispielsweise einem Reisenden die Stadt zu zeigen. Mitte März 2009 zählte CouchSurfing über eine Million Mitglieder in 231 Ländern und Gebieten und ist damit die größte Vereinigung seiner Art. Rund 36 Prozent boten zu diesem Zeitpunkt einen Schlafplatz an (weitere 18 Prozent unter Vorbehalt).

So, damit seiet ihr aufgeklärt. So suchten wir uns dann einen Menschen in Helsinki, der zu diesem Zeitpunkt eine verfuegbare Couch fuer drei Leute hatte und hatten dann das Vergnuegen Sacha kennen zu lernen, ein grosser duenner Typ, der aus Belgien kommt uns seit 6 Jahren un Helsinki lebt.

Aber wir machen nochmal einen Sprung zurueck, denn wir sind ja noch gar nicht da! Wir sind am Donnerstag also geflogen und sind irgendwann aufgestanden…und hörten lauten Bass von draussen. Das ist uebrigens schon des öfteren passiert, vor unseren Fenstern hausiert nämlich ein Herr mit seinem Van, anscheinend mag er es einen ueber den Durst zu trinken und so passiert es, wie auch an jenem Morgen, dass er da steht, seine Musik voll aufdreht und, naja, sagen wir seltsame Bewegungen dazu ausuebt (er selbst wuerde diese wahrscheinlich als “Tanzen” bezeichnen). Naja, ein wenig nervig ist das schon, aber was soll’s. Er hat uns auch ganz nett “Ciao!” hinter her gerufen, als wir ins Flughafentaxi eingestiegen sind (kurz zuvor stattete ihm die Polizei einen Besuch ab).

Nachdem wir ins Taxi gestiegen sind, freuten wir uns sehr, mal woanders hin zu kommen (blöd war natuerlich das Gefuehl, dass wir gleich nach Hause fliegen, und es dabei gar nicht tun….). Nachdem das Taxi dann eine Weile rumgefahren ist, um noch tausend andere Leute abzuholen, sind wir irgendwann am Flughafen angekommen, Check-in und schon waren wir ins Helsinki (am Flughafen dort kannten wir uns dann auch gut aus, weil wir auf dem Hinflug nach Rovaniemi dort uebernachtet hatten).

Unser Host Sacha musste an diesem Tag arbeiten und wollte gegen 16:30 Uhr zu Hause sein, also hatten wir Zeit….um zu….*tatatataaaaaaa*….shoppen! Ja, der arme Marcel musste ganz schön drunter leiden, aber unsere Ausbeute war vorzeigbar (nicht, dass wir an den anderen Tagen nicht auch einkaufen waren…).

Danach machten wir uns ab zu unserem Couchsurfer-Freund. Es hat eine Weile gedauert, wir sind vom Zentrum aus etwa 40 min mit dem Bus gefahren, bis wir in einer Ein-Familien-Haus-Siedlung angekommen sind. Wir liefen die Strasse runter bis zu seiner Hausnummer und fragten uns, ob er denn wirklich ein Haus hat und träumten schon so vor uns hin…bis wir vor einem Kabuff standen, das etwa so luxuriös war, wie unsere jetzige Buchte. Tja, so kann man sich irren, aber wir sind ja nicht zimperlich und es sowieso gewöhnt und so betraten wir die Räucherstäbchen-Höhle, in der wir auch ameisenartige Mitbewohner hatten. Wenigstens nicht allein…oder so….

So beschlossen wir unsere Sachen abzulegen und dort nur noch hinzugehen, wenn wir absolute am Ende waren und nicht mehr laufen konnten ohne einzuschlafen. Man muss natuerlich sagen, dass Sacha ein absolut netter Typ ist und sehr gastfreundlich, man darf Männer nur nicht allein leben lassen ;-)


Jedenfalls sind wir an diesem Abend noch zu einer Couchsurfing Party gegangen. Sacha fuehrte uns in einen Bierkeller (ja, ein Bierkeller, das hab ich mir nicht ausgedacht @ Ulli, Cindy und Marcel ) und dort trafen sich die helsinkier Couchsurfer, alle unterschiedlicher Nationen, Portugal, Italien, Spanien, Polen und und und und…. Es war wirklich sehr witzig, man kann so ziemlich gute Kontakte knuepfen. Den Abend haben wir mit “special Beer” sehr genossen (Couchsurfer kriegen dort Donnerstags nämlich eine extra Wurst). Und so liessen wir den Abend ausklingen…mit special Beer und ganz vielen netten Unterhaltungen.

Freitag morgen standen wir auf und begaben uns in die City, um, natuerlich sehr wichtig, eine Sight-Seeing-Tour zu machen. Helsinki ist im Gesamten eine sehr schöne Stadt mit vielen alten und verschnörkelten Häusern, vielen Kirchen und einem grossen und schönen Hafen (was die Stadt ein wenig windig macht, aber wer schon mal in Hamburg war, weiss wie es ist). Der Dom von Helsinki ist natuerlich ein Highlight fuer sich, ein grosser, weisser Palast, einfach schön.

Wir haben uns am Tag der Ankunft auch eine Broschuere gekauft, in der Routen eingezeichnet waren, wie man Helsinki zu Fuss erkunden kann. Die erste Route, die wir ablaufen wollten, sollte uns durch das Regierungsviertel fuehren. Doch als wir irgendwann nicht mehr in der Lage waren die Karte zu lesen, beschlossen wir unsere eigene Route abzulaufen. So haben wir auch viel gesehen, wie zum Beispiel die alte Markthalle, wo es sehr viel Fisch und Döner gab (aber leider kein Fischdöner).

So liefen wir herum und standen dann irgendwann vor einem Gebäude, das von weitem aussieht, wie ein seltsames Buerogebäude, weil es ein sehr hoher Turm ist und deswegen hat das Stadtbild einen von weitem an Frankfurt/Main erinnert. Jedoch, wie wir feststellten, eine Kirche war…sehr interessant, dieser Jugendstil. Naja, wenn man näher ran kam, hat man auch das Kreuz auf der Spitze gesehen, der erste Eindruck war jedoch etwas verwirrend.

Später am Abend sind wir dann noch in ein American Diner gegangen und haben dort Burger gegessen. Zum Nachtisch gab es eine halbe Portion Shake, eine halbe Portion Brownie und eine halbe Portion Pancake…ich spreche von einer halben Portion, da es fuer sehr viel Geld viel zu wenig gab…geschmacklich jedoch vorzueglich. Dann ist unser Tag auch gelaufen und es war Samstag.

An diesem Tag starteten wir eine weitere Runde Sight Seeing, diesmal mit der Strassenbahn, die alle Touristenattraktionen abfährt. Auf dieser Fahrt haben wir auch festgestellt, dass wir am Tag zuvor schon alles gesehen haben, ausser eine Kirche, wegen der wir auch noch ausgestiegen sind. Auf dem Plan stand nämlich “church on your left”, nach dem Aussteigen haben wir uns gefragt wo das denn sein soll, bis wir feststellten, dass das 70er Jahre angeschimmelte Haus zu unserer Linken ein Kreuz trug. Und so fuhren wir weiter…

Am Abend fand eine weitere Party der Couchsurfer statt, die unter dem Motto “Hippie” lief und wir versuchten uns so gut wie möglich zu verkleiden. Wir waren so ziemlich die ersten, die dort aufgetaucht sind, aber nach und nach fuellte sich die Halle mit bunt angezogenen Menschen. Auf dieser Feier lernten wir auch den lieben Konrad kennen, ein Typ aus Polen, der sich dachte, ich will mal ein halbes Jahr in Helsinki leben. Mit ihm und Sacha haben wir dann den restlichen Abend verbracht.

Die Damentoilette hatte auch eine nette Konstuktion, es gab dort eine Toilette mit einem bunten Vorhang als Tuer, der unten ziemlich hoch war, wenn man mit einer geringen Körpergroesse ausgestattet gewesen ware, hätte man diejenige, die drauf sass, sehr gut beobachten können. Sehr nett sowas.

Je später der Abend wurde, desto mehr Leute lagen auf uns drauf, weil sie sich vor lauter Sangria und Bier nicht mehr halten konnten und so machten wir uns dann auch ab zum Schlafen.

Der letzte Tag in Helsinki endete mit einem Besuch in einer Kirche, die in einen Fels reingebaut wurde. Schwer zu beschreiben, sah aber ein wenig aus wie im Löwenhaus im Berliner Tierpark. Konrad hat uns dann auch dorthin begleitet, weil er diese Kirche auch mal sehen wollte.

Danach mussten wir auch schon zum Flughafen und flogen nach langer Warterei zurueck nach Rovaniemi “nach Hause”.

Helsinki ist auf jeden Fall einen Ausflug wert, wenn man mal also Zeit und Geld zu viel hat, sehr zu empfehlen!

Auf der To Do Liste abgehakt: Ausflug nach Helsinki.

Bericht: Dora

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12.03.2009
Woche vom 02.03. - 08.03.

So, nun ist wieder eine Woche geschafft und wir sind schon fast im Flieger auf dem Weg nach ”good old Germany”.

Nun noch einmal zu der Arbeit bei Lappset. Maik und ich stapfen jeden Morgen ca. 20 Minuten durch den Schnee zur Arbeit, dort angekommen, fahren wir erstmal unsere Computer hoch.

Die ersten 5 Wochen sassen wir bei SmartUs, ein Projekt zum spielerischen Lernen mit Bewegung, frei nach dem Motto ”Games in Motion”. Dort haben wir uns mit eher untypischen Aufgaben für unsere Ausbildung beschäftigt. Wir sassen in einem Büro mit den IT-Fritzen und unseren zwei Betriebskräften. Nach einiger Zeit haben wir eher durch Zufall erfahren, dass wir alle umziehen. Danach sassen Maik und ich in einem Büro mit noch ca. 15 weiteren Mitarbeitern dieser Firma. Es war sehr unpersönlich und wir hatten kaum Gespräche mit den Leuten dort. Unsere Betriebskräfte sassen plötzlich in einem ganz anderen Gebäude und wir fühlten uns ein wenig verlassen. Zwar hatten wir noch die IT-Fritzen bei uns in der Ecke, aber ausser Rotzen, Schmatzen und einfach nur ”rude” sein, konnten die auch nichts. Mit uns zu sprechen wäre wahrscheinlich zu viel verlangt. Für diese Leute war es schon schwer ein ”guten Morgen” heraus zu bekommen.

Bei SmartUs haben wir zuerst jede Menge Internetrecherche betrieben um den Status von SmartUs auf dem Markt in Erfahrung zu bringen. Maik und ich haben dann viel gesurft und am Ende unsere Ergebnisse in einer Power Point Präsentation zusammengefügt und dem Team präsentiert. Danach bekamen wir die Aufgabe Spiele zu entwickeln, die man mit den Utensilien von SmartUs spielen kann. Also machten wir uns an die Arbeit. Wir suchten im Internet nach kreativen Ideen, die wir eventuell mit benutzen könnten und Maik wurde sehr kreativ was das Ausdenken anging.

Nachdem wir die Ideen überarbeitet hatten, haben wir eine Präsentation erstellt und sie dem Team präsentiert. Die haben dann überlegt wie man das ganze realisieren könnte. Wir mussten dann eine unserer Ideen komplett selbst prgrammieren. Es gab zwar den PlayCreator, ein Firmeninternes Programm zum programmieren von Spielen, aber trotzdem viel uns der Anfang wirklich schwer. Es war ja niemand da, der uns helfen konnte oder den man mal hätte fragen können. Als wir das Spiel dann fertig hatten, sollten wir uns an das Nächste machen, was wir auch taten. Spass hat mir das persönlich nicht wirklich gemacht, denn ehrlich gesagt interessiert es mich überhaupt nicht irgendwelche Spiele zu programmieren, denn ich würde sie auch nie spielen, aber naja.

Dann kam die Erlösung. Asko schrieb uns eine Mail, dass wir doch bitte mit all unseren Sachen in die Marketing Abteilung kommen sollen. Wir sind dann sofort rüber geflitzt und er teilte uns mit, dass von nun an Mari für uns verantwortlich ist und uns unsere Aufaben zuteilen wird. Wow, ich war begeistert... Maik auch. Mari hat in den ersten 30 Minuten so viel mit uns gesprochen, wie die in der anderen Abteilung in den fünf Wochen nicht rausbekommen hatten. Ausserdem fand ich es ganz angenehm mal wieder mit einem weiblichen Wesen zu sprechen. Hier in der Marketing Abteilung geht es uns richtig gut. Die Leute sind sehr nett und wirklich kommunikativ. Bei Problemen ist sofort jemand zur Stelle und wir gehen endlich Bürotätigkeiten nach. Zuerst haben wir das Archiv in Ordnung gebracht, denn da herrschte das Chaos. Wir haben einen riesen Stapel Zeitungen durchgewült und Artikel über Lappset rausgeucht, ausgeschnitten, aufgeklebt und chronologisch geordnet. Dann haben wir noch diverse Ordner angelegt. Die Artikel sind wohl sehr wichtig um die Kommentare der Presse zu verfolgen und wieviel die Firma in der Öffentlichkeit erwähnt wird.

Dann hat Mari uns noch Programme zur Aktualisierung der Websites gezeigt. Aus diese Weise konnten wir die Website von Lappset auf den neusten Stand bringen. Zwischendurch müssen wir auch immer mal wieder Texte übersetzen, mal vom Englischen ins Deustche oder umgekehrt. Wir mussten uns auch schon mit der Umweltpolice von Lappset beschäftigen und die ins Deutsche übersetzen, hat auch ganz gut geklappt. Dadurch födern wir natürlich unsere Sprechkenntnisse. Wir haben uns mittlerweile richtig eingelebt hier und haben auch immer was zu tun. Die Kollegen hier sind super nett und wenn man Mittag isst, dann findet eigentlich immer ein Gespräch mit den Kollegen statt. Das ist wirklich angenehm.

Am Freitag waren Maik und ich mit den Holländern und Asko (unsere Betriebskraft) bowlen und anschliessend essen. Das war echt ein netter Abend. 

Also wie gesagt, wir hatten Holländer zu besuch, zwei Mädels und ein Lehrer. Die Mädels wohnten bei uns mit in der Hütte. Zwar waren Dora und Cindy zu der Zeit mit Marcel in Helsinki und wir waren wieder vier Personen, aber die Holländer waren echt anstrengend. Wo soll ich anfangen… Sie haben unsere Sachen benutzt – ohne zu fragen, haben nicht abgewaschen, unsere Sachen einfach zur Seite geschoben und waren sehr, sehr laut. Sie hatten einfach keine Benehmen anderen Leuten gegenüber und das Wort Rücksicht ist denen scheinbar auch fremd! Erst mussten wir uns von anhören wie furchtbar unsere Unterkunft ist und dann benehmen sie sich wie die Axt im Wald. Zum Glück waren sie nach fünf Tagen endlich wieder weg und wir hatten unsere Ruhe.

Die letzte Woche war sonst wie jede andere auch. Wir sind unseren alltäglichen Aufgaben nachgegangen und verbrachten die Woche mit einkaufen, Wäsche waschen und dem Besuch der Bibliothek oder des Coffee Houses um das Internet zu nutzen. Am Wochenende haben wir nichts spannendes gemacht… Jessi und ich waren bummeln, Dora, Cindy und Marcel waren in Helsinki und die anderen waren in der Bibliothek und zu Hause… Sonntag abend kamem die drei dann endlich aus Helsinki zurück und wir waren wieder komplett.

Nun sind es nur noch vier Wochen bis wir wieder nach Hause fliegen, mal schauen, was in der Zeit noch so passiert…

Bericht: Ulli

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04.03.2009
Die wöchentliche Freakshow der Nordlichter

Hallo und Herzlich Willkommen zurück zur wöchentlichen Freakshow der Nordlichter. Nun ist schon die letzte Februarwoche vorbei und wieder gibt es einiges zu erzählen.
Ich arbeite im Lapland Vocational College für Jari Koivuma und habe dort viel zu tun. Das College ist eine Berufsschule für IT- und technische Berufe sowie für kaufmännische Berufe.

Aber allein zur Arbeit kommen ist schon ein Akt. Ich habe das Glück, dass ich erst um 9 Uhr auf der Arbeit sein muss, jedoch dazu sind zarte 5,4 km zu besiegen. Der Bus nützt mir nichts, da ich erst in die Stadt laufen muss, um einen Bus zu bekommen, um dann die letzten 1,5 km fahren zu können. Da ist es dann um so schöner nach einem allmorgendlichen Spaziergang bei vielen, vielen Minusgraden endlich bei der Arbeit anzukommen.

Dort habe ich die Aufgabe, die finnischen Schüler zu überzeugen und zu motivieren auch ins Ausland zu gehen und dort zu lernen, so wie wir es gerade machen. Dazu habe ich eine Präsentation ausgearbeitet und eine Gesprächsrunde mit Feedback und FAQ eingeplant. Was mich erwartete, war gar nicht in meinem Plan berücksichtigt. Die finnischen Schüler sind unglaublich mundfaul. Damit meine ich aber "nur" alle Schüler des Lapland Vocational College.

Ich habe meine Präsentation sieben Mal gehalten und es gab in diesen sieben Klassen nie eine Frage oder einen Kommentar und nur sehr selten eine Antwort auf meine Fragen. Ich konnte sie fragen, ob sie schon einmal im Ausland waren, ob sie einmal alleine verreist waren oder ob sie etwas über andere Länder und Kulturen wissen. Sie haben mir noch nicht einmal geantwortet, wenn ich sie gefragt habe, ob sie noch eine zweite Sprache sprechen, obwohl ich meine Präsentationen in den Englischstunden gehalten habe. Die Tatsache, dass sie mindestens sechs Jahre, manche Schüler bis zu zehn Jahre Schulenglisch genossen haben, hat sie nicht daran gehindert, mir nicht zu antworten. Nicht einmal die Lehrer konnten ihre Klassen motivieren und so wurde ich zu einem Alleinunterhalter. Wie sich aber schon in meinen ersten Wochen herausgestellt hat, scheint das hier der Normalzustand zu sein. So habe ich meine Präsentation, die dann nur noch 20 Minuten dauerte, gehalten und die Schüler dann einen von mir entworfenen Fragebogen ausfüllen lassen.

Den Fragebogen benutze ich als Feedback. Somit kann ich wenigstens dadurch die Interessen erfahren, die ich nach allen Präsentationen statistisch zusammenfassen soll. Auf diesem Fragebogen sollen die Schüler u.a. ihre Sprachkenntnisse einschätzen. Erstaunlicher Weise haben relativ viele Schüler geschrieben, dass sie gute mündliche und schriftliche Englischkenntnisse haben. Da frage ich mich allerdings, warum reden die nicht mit mir oder ihrem Lehrer?

Kommende Woche ist in Finnland Springbreak und danach darf ich die Präsentation in der Partnerschule halten. Das ist eine Berufsschule, die Köche, Barkeeper und Hotelfachleute ausbildet. Ich habe mir schon mehrfach sagen lassen, dass diese Schüler noch weniger bzw. schlechter Englisch sprechen, als die Schüler des Lapland Vocational College. Naja, ich werde es ja sehen.

Für alle anderen ist die Woche recht ereignislos vorübergegangen. Man ist zur Arbeit gegangen, man ist wieder nach Hause gegangen, hat Wäsche gewaschen und ist an ein oder zwei Tagen ins Coffee House oder in die Bibliothek gegangen, um wichtige Telefonate zu führen oder wichtige Mails los zu schicken.

Aber dann kam es- zuerst etwas schleichend, aber dann mit einem großen Knall - das Wochenende. Mit langfristiger Planung am Freitagabend beschlossen wir, am Samstag nach Kemi zu fahren. Wir fuhren zu fünft eine Stunde mit einem sehr alten Zug nach Kemi und haben uns das Eisschloss angesehen.

Eisschloss in KemiEisschloss in Kemi

Das war wirklich sehenswert. Es ist erstaunlich, was Menschen aus Schnee und Eis bauen können, wenn ihnen langweilig ist. Es war echt sehenswert. In diesem Schloss waren circa 25 Minizimmer, in denen gerade ein Doppelbett reinpasste, eine Bar, die echt "cool" aussah, und sogar eine Kapelle und etwas, das wie ein Restaurant eingerichtet ist. Alles in allem ein sehr schöner Tag. den wir mit einer Riesenpizza für jeden ausklingen ließen. Nach vier Stunden Kemi-Besichtigung sind wir wieder nach Rovaniemi gefahren und haben uns noch einen gemütlichen Abend gemacht.

Alles in allem eine unterhaltsame Woche mit einigen Spaßeinlagen und einer Eisschlossbesichtigung.

Bericht: Marcel

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22.02.2009
Und täglich grüßt ... ähm der Weihnachtsmann!

Unsere sechste Arbeitswoche startete wie jede andere auch. Alle standen zu unterschiedlichen Zeiten auf und machten sich auf den Weg zu ihrem Einsatzort. Victoria und ich verließen als Letzte das Haus. Die Woche war geprägt von kalten Temperaturen. Das Thermometer zeigte zu den Morgenstunden meist einen Wert um die -28°C an. Das machte unseren Marsch in die City zur Bushaltestelle nicht angenehmer. Dort angekommen, ging es mit dem Bus weiter in Richtung Santa Claus Village.

Die Öffnungszeit des Weihnachtsmanndorfes ist von 10:00 bis 17:00 Uhr, doch wir sind bereits 9:40 dort, um die Verkaufstheke unseres Infostandes aufzubauen, Verschiedenes vorzubereiten und um schließlich die Türen für die Touristen zu öffnen. Bei uns am Arctic Circle wird jeden Tag Weihnachten gefeiert! Überall sind verschiedene Souvenirshops und aus allen Lautsprechern ertönen weihnachtliche Klänge. 

WeihnachtsmanndorfWeihnachtsmanndorf

Nun ja, das Beste wird natürlich der Besuch des Weihnachtsmannes sein. Jeden Tag begrüßt er Touristen verschiedenster Nationen und hält kurzen Small-Talk mit ihnen (wie wir bereits festgestellt haben, beherrscht er viele Sprachen). Für einen stolzen Preis kann man auch ein Foto mit dem Santa in Form einer Grußkarte erwerben. Am Arctic Circle haben wir außerdem noch den Ice Park und das Ice Village. Dort sind zur Zeit verschiedene Eisfiguren ausgestellt. Wer möchte, kann bei uns auch den Husky Park besuchen und sich eine kleine Strecke von den Hunden in einem Schlitten ziehen lassen. Im Post Office arbeiten die Elfen. Täglich empfangen sie Briefe von Kindern aus aller Welt. Übrigens, jede Post, die das Weihnachtsmanndorf verlässt, erhält automatisch einen ganz besonderen Santa Claus Stempel. Kennt ihr das finnische Designer Label Marimekko? Auch das ist hier zu finden und hat einen eigenen Shop am Rande des Dorfes.

Was sind unsere Aufgaben am Infostand? … ja, richtig. Wir beantworten natürlich jede Menge Fragen (z. B. Wo kann man den Weihnachtsmann treffen? Wo befindet sich der Marimekko Shop und die beiden häufigsten Fragen: Gibt es hier eine Toilette? und wann fährt der nächste Bus zurück ins Zentrum Rovaniemis? Viele fragen aber auch nur nach eine Übersichtskarte des Dorfes und versuchen ihr Glück dann allein. Wie bereits erwähnt, besuchen uns die Touristen aus aller Welt. Was wir hier aber am meisten zu Gesicht bekommen, sind Japaner. Diese kommen gleich in großen Gruppen. Direkt vor unserem Infostand befindet sich eine dicke weiße Linie, die den Polarkreis abbildet.

Es ist lustig mit anzuschauen, wie die Touristen sich gegenseitig beim “Überqueren” des Polarkreises fotografieren und freuen. Bei uns am Infostand können sie dann ein sogenanntes “Arctic Circle Crossing Certificate” für 4,20 EUR erwerben. Das Ausstellen dieser Zertifikate gehört auch zu unseren Aufgaben. Des Weiteren verkaufen wir verschiedene Souvenirs, angefangen von Postkarten, über diverse Magneten bis hin zu kleinen Holzelfen und T-Shirts. Wir bieten auch “Spectrolites”, schön anzusehende Steine, zum Verkauf an. Diese seltenen Steine findet man nur in Finnland, haben dafür aber auch beachtliche Preise. Generell herrschen hier “Touristen-Preise”.

Wenn es mal ein bisschen ruhiger zugeht und nicht so viele Touristen da sind, gehen wir Bürotätigkeiten nach. Wir beantworten Fragen, die uns per E-Mail erreichen, erstellen Rechnungen oder stellen Programme zusammen, die unsere Betriebskraft Aija dann für ankommende Touristen bucht. Natürlich sprechen wir mit den Touristen und Aija in Englisch. Zugegeben war es in den ersten Tagen schon ganz schön anstrengend, aber das hat sich nach ein paar Tagen gelegt. Beim englischen Fernsehprogramm verstehen wir von Tag zu Tag auch immer mehr.

WeihnachstmannAm Donnerstag konnten Victoria und ich zu einem Fotoshooting mit dem Santa Claus mitfahren, aber nicht nur zum Zuschauen. Victoria durfte in ein Elfenkostüm schlüpfen, um nachher gemeinsam mit dem Weihnachtsmann zu posen.Zusammen mit unserer Betriebskraft, dem Weihnachtsmann und dem Fotografen fuhren wir zu einem abgelegenen Feld außerhalb der Stadt. Dort warteten bereits zwei Männer mit einem Rentier, welches nur noch ein Horn besaß. Kaum angekommen, ging es auch sofort mit dem Blitzlichtgewitter los. Victoria spielte ihre Rolle hervorragend, trotz der bitteren Temperaturen. Es war wirklich verdammt kalt! Ich machte in der Zwischenzeit ein paar Fotos mit meiner eigenen Kamera. Manche Bilder sind echt toll geworden. Die Fotos von dem Shooting werden für irgendein Buch benötigt. Dieses soll im Spätherbst erscheinen. Mal schauen, vielleicht schickt man uns ja ein Exemplar. Wir würden uns auf jeden Fall freuen!

Nordlichter am PolarkreisNordlichter am Polarkreis

Ach ja.. bevor ich es vergesse... Am Dienstagabend konnten wir zum ersten Mal Nordlichter sehen. Auf dem Heimweg sind Victoria und mir so komische Striche am Himmel aufgefallen. Mit der Zeit wurden es immer mehr. Dann war uns klar, dass es sich dabei um das schon längst herbeigesehnte Himmelsschauspiel des Nordens handelte. Kaum waren wir zu Hause und hatten es den anderen erzählt, zogen Einige von uns nochmal mit den Kameras los, um tolle Bilder zu schießen. Ich hoffe, dass es nicht unsere letzten bunten Himmelerscheinungen gewesen sein sollen.

Am Samstag waren Einige von uns Ski- bzw. Snowboardfahren. Nicht nur für mich war es das erste Mal, auf zwei langen Brettern die Piste herunter zu kurven. Auf einem Snowboard stand ich letztes Jahr schon, doch dieses Mal wollte ich das Skifahren ausprobieren. Angefangen haben wir auf einem “Babyhügel”. Dieser war genau das Richtige für uns blutige Anfänger. Mit vorsichtigen Bremseinlagen meisterten wir den Hügel.

Nach ein paar absolvierten Abfahrten waren wir bereit für eine größere Herausforderung. Wir wollten ganz nach oben. Doch da kam schon das erste Problem. Wir mussten den Schlepplift nach oben nehmen. Dabei stellte ich mich ziemlich dumm an. Könnte ich finnisch, hätte ich sicher auch das spöttische Gelächter der finnischen Kinder verstanden. Schließlich kamen wir aber doch heil oben an. Die Abfahrt auf der blauen Piste klappte bereits besser als auf dem Babyhügel, aber dennoch waren wir ziemlich vorsichtig. Nach ein paar Versuchen hatten wir den Bogen raus und konnten hinter der erfahrenen Skifahrerin Ulli unsere Kurven ziehen.

Ski fahrenGegen Mittag waren wir dann alle ganz schön durchgefroren und begaben uns ins Warme auf eine heiße Schokolade. Später fuhr dann auch der Sessellift und wir konnten uns noch ein paar Meter weiter nach oben tragen lassen. Hier gab es einen kleinen Hügel, den wir alle als Sprungschanze für kleine Luftkunststücke nutzten. Ich will jetzt keinen Namen verraten, aber jemand von uns hat dabei eine astreine Bruchlandung hingelegt, die Schadenfreude der anderen war groß!

Am Nachmittag waren wir alle sehr erschöpft und sehnten uns nur noch nach unserem zu Hause und einer erholsamen warmen Dusche. Jetzt bleibt abzuwarten, was der Muskelkater am nächsten Morgen zu sagen hat. Bis nächste Woche.

Bericht: Arndt

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15.02.2009
Halbzeit in Rovaniemi

Anderthalb Monate sind tatsächlich schon vorbei – es ist Halbzeit in Rovaniemi. Die Wochen gingen, wenn man so zurückblickt, doch relativ schnell rum, da der Alltag uns in seinen Bann gezogen hat und man viel erlebt.

Die letzte Woche begann im Prinzip wie jede Andere auch. Alle stiefelten durch hohen Neuschnee, ja es schneit hier – welch Wunder -, zur Arbeit. Ulrike und ich arbeiten bei SmartUs an einem Planetenspiel für einen englischen Kunden. Dieses wurde übrigens schon im Voraus von ihm gekauft, sodass uns das schon leicht merkwürdig vorkam. Aber naja … wenn kümmert es? Wir machten uns einfach an die Arbeit . Ulrike dachte sich viele interessante Fragen über unser Sonnensystem aus und ich entwarf ein paar Missionen, die die Kinder erfüllen müssen und programmierte diese. Also wenn ihr irgendwelche Fragen zu Planeten habt … stellt sie uns.

Unsere Arbeit wurde nur durch einen Umzug der Marketing- und Technikabteilung unterbrochen. Das hatte zur Folge, dass wir nun in einem Großraumbüro sitzen und unsere Betriebskraft ganz wo anders. Dadurch ist die Kommunikation leider nicht mehr ganz so gut wie vorher, da unsere anderen SmartUs Kollegen doch sehr ruhig sind – ruhig im Sinne von reden.

Am kommenden Montag wollen Ulrike und ich den Prototyp des Planetenspieles an einer Grundschule testen um vielleicht das ein oder andere Feedback von Schülern zu erhalten. Daran werden wir uns dann halten und das Spiel zu ende programmieren.

Freizeitmäßig haben wir diese Woche natürlich auch etwas unternommen. Am Donnerstag ging die Gruppe zum Eislaufen in die Stadt. Auf das Eis wagten es sich jedoch nur Arndt – unser Vollprofi -, Cindy, Ulrike und ich. Spiele wie Fangen oder Fußball (?) haben das Fahren auf Eis zu einem „Abenteuer“ gemacht. Nach einem Sandwich bei Subway teilte sich dann die Gruppe um entweder Shoppen, Surfen oder nach Hause zu gehen.

Freitag waren Arndt und ich darin bemüht Viktoria bis 24 Uhr wach zu halten um ihr eine kleine Überraschung – in Form von Kopfhörern - zum Geburtstag zu überreichen. Sie freute sich natürlich, aber war dann einfach zu müde von der Arbeit und legte sich ins Bett .

Am nächsten Tag hatte die gesamte Gruppe noch eine Überraschung für Viktoria. Sie erhielt einen H&M Gutschein in Höhe von … tja, das werdet ihr wohl nie erfahren. Am Abend gingen wir dann alle zu einer Studentenparty, welche nicht ganz von großer Stimmung gesegnet war. Deshalb entschied sich dann gegen 24 Uhr ein Teil der Gruppe in das Onnela zu gehen. Dort war bedeutend mehr los und das Ambiente war elegant und schick.

Am Sonntag ging dann der größte Teil der Gruppe in das Coffee House um Kontakt mit den Liebsten aufzunehmen.

Bericht: Maik

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09.02.2009
Das Wochenende in Pyhä

Ihr fragt euch jetzt bestimmt: WO??? Ja, das ist ein Ort, oder eher ein Anti-Ort, weil dort gibt es neben Wald auch ganz viele Bäume, und – ach ja! – eine Hütte, die der Universität von Lappland gehört und an die Mitarbeiter „vermietet“ wird, wenn sie ein ganz besonderes Bedürfnis verspüren, am Wochenende zu arbeiten. Wie an diesem die Betriebskraft von Jessi, die uns eingeladen hat, dorthin mitzukommen.

Viel konnten wir uns darunter nicht vorstellen, mal abgesehen davon, dass das ganze Unterfangen nach Arbeit für Jessi geklungen hat, im Endeffekt aber eine schöne Abwechslung für Cindy, Jessi und mich war.

Wir sind also am Samstagmorgen um 9:00 Uhr los zur Uni, denn dort haben wir uns mit Outi verabredet. Wir dachten uns eigentlich, dass sie ihre Tochter mitnimmt (wir haben auch gedacht, dass da eine Monster-Veranstaltung statt findet…) aber sie kam allein, also waren wir vier Mädels. Die Fahrt dauerte geschätzte 2 Stunden und es gab auf dem Weg etwa so viel zu sehen, wie wenn man die Augen zu macht…also haben wir das prompt gemacht und eine Runde gepennt.

Foto: Dora StrebelDie Hütte in Pyhä

Aufgewacht sind wir dann im Wald (was eine Überraschung) und vor uns war eine süße kleine romantische Hütte. Wirklich süß. Wir gingen dort rein…und es war so schöööööön!!! Nach über einem Monat Väylätie kam dieses Häusschen mit zwei hübschen Bädern, einer geräumigen Küche, bequeme Sessel und vor allen Dingen: weiche und gemütliche Betten. Das war eigentlich das beste…

Das erste, was Frauen in solchen Situationen machen, ist rum rennen und ganz oft und laut von sich geben, wie schön es ist und auch jedes noch so kleine Detail erwähnen wie: „Guck dir doch mal die schönen Fliesen im Bad an! Oh mein Gott!“ Ja, so sind wir eben! Nachdem wir also dieses hinter uns gebracht haben, fingen wir an unser Revier zu markieren. Wie menschliche Wesen, versteht sich, also durch kontrolliertes Ausbreiten der mitgebrachten Gegenstände. Nachdem das erledigt war, verließ Outi uns, um was zu essen zu kaufen und so hatten wir Möglichkeit mal nach lebenswichtigen Dingen wie Kaffee zu suchen (ist auch erfolgreich ausgegangen). Dann gab es erstmal ein Frühstück.

Foto: Dora StrebelVollgefuttert mit gar köstlichem Ruisleipä (für alle Delletanten: Roggenbrot) verließen wir dann unser ins Herz geschlossene Heim, um wandern zu gehen, denn wir befanden uns ja im National Park. Wir schnappten uns dann diese Dinger…ja, haben die eigentlich einen Namen?? Diese Gehhilfen, die für den Schnee gemacht sind (siehe Bild) und gingen Richtung Schneegebiet, denn dort sollte irgendwo eine Touristen Info sein. Wir hatten erstmal eine Menge Spaß mit unseren Gehhilfen, sind damit ein paar mal einen Hügel runter gedonnert und liefen dann weiter bis zum Berg, den wir ohne Sauerstoffflaschen erklommen!...und feststellten, dass die blöde Touri Info Samstags gar nicht geöffnet hat!!! Also hatten wir keine Ahnung, wo wir jetzt weiter wandern können.

Was in so einer Situation am besten ist, man sucht sich seinen eigenen Wanderweg. Also gingen wir weiter Richtung nach Hause (ja, ich nenne es gern mein zu Hause) und bogen dort irgendwo in einen Waldweg ein (vorher sind wir selbstverständlich mit den Gehhilfen den Berg runtergerast..muhahaha!). Dann durch den Wald. Und dann sind wir schon wieder an der Hütte gewesen. Das klingt nicht viel, aber wir waren tatsächlich den ganzen Tag unterwegs!

Foto: Dora StrebelDie Sauna in Pyhä

Um 18:00 Uhr wollte Outi nämlich noch finnisch für uns kochen. Es gab geräucherten Lachs mit Rosmarinkartoffeln, Salat und Ofengemüse. Jam jam! Nach dem Essen haben wir uns dann tatsächlich getraut, das finnischste vom finnischen zu machen: wir sind in die Sauna gegangen! Diese befand sich einige Meter außerhalb, wir sind also durch den 10m tiefen Schnee gehottet (das ist eine grobe Schätzung ohne Gewähr). Outi wollte eigentlich auch mitkommen, aber sie musste dann tatsächlich noch arbeiten, und das auf einen Samstag. Sie ist schon wirklich ein richtiger Workaholic.

Also sind wir nur zu dritt rein, haben uns nackig gemacht *harhar* (naja, aber wie die verklemmten Deutsche ja sind, haben wir uns trotzdem Handtücher umgemacht). Dann begaben wir uns in den Schwitzingraum. Es waren dort irgendwann 80 Grad, aber irgendwie dachten sich unsere unterkühlten Körper: „Nö! Heut schwitz ich nich!“ Also haben wir ein paar Aufgüsse gemacht, um die Luftfeuchte etwas anzutreiben, dann haben wir auch ordnungemäß gelitten. Zwischendurch dachten wir uns, wir gehen mal raus, sind mutig und werfen uns in den Schnee. Pustekuchen, Cindy ist in den Schnee reingelaufen, Jessi und ich lachten doof und dann sind wir wieder rein. Beim zweiten Versuch sprangen wir schon mutiger im Schnee herum, das wars dann aber auch schon. Beendet wurde das Spektakel dann durch Flitzen mit Handtüchern zurück in die Hütte. Mit ein paar kühlen Bier beendeten wir dann den Tag und legten uns in die geilen Betten.

Am Sonntagmorgen gab es Frühstück und lange Diskussionen, was wir denn noch machen. Eigentlich wollten wir mit dem Sessellift auf den Berg rauf, aber Outi hat uns davon abgeraten, weil bei -17 Grad könnte man eventuell doch sein Gesicht verlieren, also überlegten wir weiter und entschieden uns nach Hause zu fahren, weil es dann doch nichts mehr zu tun gab (außerdem hat Outi erwähnt, dass ihre Tochter krank ist, so wollten wir dann ein wenig Sozialkompetenz beweisen).

Auf dem Rückweg wollte Outi aber noch unbedingt, dass wir Lätty probieren (das sind Crépes, nur mit anderem Namen und in Finnland). War echt lecker mit Sahne. Jam jam!Und nu sind wir wieder hier.

Auf der To Do Liste abgehakt: Sauna und finnisches Essen!

Bericht: Dora

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06.02.2009
Keine Action am Polarkreis

Mal wieder ist eine Woche rum hier in Rovaniemi. Und auch in China und Kanada und wahrscheinlich auch Nepal.

Auf jeden Fall hoffe ich fuer alle, fuer die auch wieder eine Woche rum ist, dass sie nicht so verdammt langweilig war wie bei uns.

Ist schon blöd, dass ich diese Woche dran bin mit Schreiben, denn irgendwie hab ich nicht viel zu erzählen. Naja, ich versuche es mal chronologisch zu halten.

Also am Samstag hatten wir ja voll die Randale im Wald gemacht, ein paar Vögel, Wölfe und Bären aufgescheucht mit unseren Schneemobilen und einen Unfall gab es ja auch (das wissen alle, die den letzten Artikel gelesen haben). Naja, am selbigen Tag war mit den beiden Unfallopfern bis auf einen Schock noch alles in Ordnung. Aber wie es ja so ist, betäubt so ein ordentlicher Schock sämtliche Nerven und Empfindungen, deswegen haben die beiden erst am nächsten Tag gemerkt, wie bescheiden es ihnen eigentlich geht, alles hat weh getan, blaue Flecken everywhere, naja, eben nicht so schön.

Also gingen sie am Montag ins Krankenhaus und liessen sich mal untersuchen. Dabei kam eigentlich so viel raus, wie man bereits vorher wusste. Es tut alles weh und blaue Flecken habt ihr auch! Jaja.

Derweilen hat man versucht zu klären, wie man die Kosten fuer das zu Schrott gefahrene Schneemobil deckt. Tja. Die Aktion verlief dann ebenso ernuechternd, bislang ist man ziemlich im Unklaren wie das ganze jetzt weitergeht. We will see…

Ansonsten ist jeder mal zur Arbeit gegangen, hat mal mehr mal weniger gearbeitet (nein, nein, Spass, natuerlich waren wir alle fleissig und konnten uns vor Arbeit nicht retten!)

In der Uni von Lapland stehen momentan die Bewerbungen der Finnen auf dem Programm. Ja, tatsächlich wollen auch sie ins Ausland, muessen sich aber dafuer bewerben, und die Telekom Azubis duerfen dann diese teilweise sehr amuesanten Bewerbungen in ein System eintragen. Wieso amuesant fragt ihr euch? Naja, wenn Studenten nach Deutschland wollen, schreiben sie einen finnischen Text und lassen den von Google uebersetzen. So ist die grobe Richtung.

Was gab es denn noch…Coffee House, Bibliothek…OH! Ich hab mir bei Lidl ein Zeichenset gekauft, damit ich meinem Hobby nachgehen kann! Das hab ich dann auch gemacht, jetzt fuehl ich mich wieder kreativ ausgelastet.

Apropos kaufen: Eines Nachmittags nach der Arbeit ging ich mit Cindy einkaufen. Es war glaub ich sogar am Montag, wenn die Läden knallevoll sind, weil am Sonntag alle Lebensmittel gegessen werden, verderben oder einfach weglaufen, man weiss es nicht, auf jeden Fall laufen die Leute panisch durch die Regale und versuchen noch an die letzte Wurst ranzukommen. So wie auch wir, nur, dass ich bei uns bestätigen kann, dass wir einfach alles aufgefuttert haben.

Auf jeden fall, worauf mein Gequatsche hinausläuft, ist die Summe, die zwei Frauen ausgeben, wenn sie sagen: “ Wir brauchen Brot, Wurst und Käse”. 

Wir gehen also zu Prisma, der Laden, wo es einfach ALLES gibt. Kann man etwa mit Real vergleichen, ist nur groesser und die haben auch so typischen Kram wie Skier hier, ist ja klar. Wir kaufen dort Zeug…Huhn, noch mehr Huhn, noch mehr Zeug, was weiss ich. Wir haben ja Zeit! Irgendwann sagt Cindy, dass dieser Plastikkorb gleich kaputt geht, weil wir so viel Zeug und Huhn schon da drin haben. Ab zur Kasse! Der Spass hat uns fuers erste 20 € gekostet. Okay, das geht ja noch. Aber wir haben immer noch nicht das, was wir eigentlich wollten. Also gehen wir zu Lidl. Kaufen Brot, Wurst, Käse, noch mehr Zeug und geschätzte 10000 Yoghurts, weil ist ja im Angebot.

Wir gehen zur Kasse und bezahlen 30 €. Ja, Kinder, so ist das, wenn zwei Frauen Brot, Wurst und Käse kaufen wollen, dann kann es schon mal passieren, dass man 50 € dafuer ausgeben muss. Finnland ist wirklich schweineteuer.

Was ich noch gar nicht berichten konnte: ich war Eisfischen! Hab einen Hai und einen Blauwal gefangen und dann haben wir abends gegrillt. Leider nur pure Fantasie, hab nämlich gar nichts gefangen…lustig war es trotzdem. Ein Kollege hatte Besuch aus Slovenien und wollte die drei mit zum Eisfischen nehmen, hatte demnach also noch einen Platz im Auto und fragte mich, ob ich nicht mit will. Klar! Gott sei dank war es an dem Tag nicht so kalt, denn wir blieben 2 ½ Stunden an dem See. Das tollste war es ja, ein Loch in das 60 cm tiefe Eis zu bohren. Sah bei ihm ganz einfach aus, ratz fatz ging’s. Dann hab ich dieses Bohrdings genommen und bohrte und bohrte etwa eine viertel Stunde lang, hab geschwitzt und gekeucht und hab an meine malträtierten Raucherlungen gedacht. Und dann hat ich es! Was fuer ein Gluecksgefuehl.

Dann gab er mir meine Angelutelsilien, inklusive Wurm, den ich aufgespiesst hab (bäääh!) und ich setzte mich auf ein Stueck Fell. Und sass da… Ich bin immernoch davon ueberzeugt, dass die Fische einfach tot sind, wer ueberlebt denn schon bei solchen Temperaturen, da hätt ich auch keine Lust drauf, wenn ich ein Fisch wäre! Zwischendurch gab es Wodka, denn es ist Tradition, wie er sagte, sich damit warm zu halten. Naja, wenn es Tradition ist, wollte ich diese natuerlich nicht verschmähen. Prost! Auf der To Do Liste abgehakt: Eisfischen!

Joa. Wenn ihr nichts weiter dazu zu sagen habt, dann lest den Artikel, den ich nach diesem hier geschrieben habe, denn: das Wochenende ist in diesem Blog noch nicht enthalten...to be continued!

Bericht: Dora

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3.2.2009
Action am Polarkreis

Und wieder nimmt eine spannende Woche ihr Ende und ein Bericht über unsere Abenteuer in Finnland ist fällig…

Die vierte Woche in Rovaniemi hat eigentlich unspektakulär angefangen. Alle gingen ihren täglichen Tätigkeiten auf Arbeit nach, welche ohne besondere Vorkommnisse verliefen.

Am Mittwoch beschloss unsere Gruppe rodeln zu gehen. Da wir (Arndt und ich) erst gegen 18 Uhr von der Arbeit kommen und uns nach dem Arbeitstag im Arctic Circle eher nach jodeln als nach rodeln zumute ist, blieben wir daheim und ließen unsere anderen Sechs allein losziehen.

Eine kurze Bestandsaufnahme nach dem Rodeln: nicht übel eigentlich, nur anderthalb Verletze…

Also das Rodeln an sich soll wirklich toll gewesen sein, alle schienen mächtig begeistert und wurden, laut allgemeiner Aussage, an die lang zurückliegenden Kindheitstage erinnert. Maik konnte sich dann doch nicht wirklich ganz auf das Rodeln konzentrieren da er starkes Nasenbluten hatte (die Ursache? Man munkelt man weiß es nicht!) und Dora verletze sich durch das Rodeln am Steißbein, so dass sie auch die nächsten paar Tage beim sich hinsetzen immerzu an das Rodeln erinnert wurde (Rodeln, was für ein Erlebnis!!!). Aber wir alle sind zuversichtlich und haben uns vorgenommen, demnächst erneut Rodeln zu gehen (to be continued)…

Ab Mittwoch verlief dann der Rest der Woche wie im Flug und schon war es Wochenende.

Dieses Wochenende hatten wir was ganz besonderes geplant und zwar hatten wir uns für einen Ausflug mit den Snowmobilen zum Husky Park entschieden. Wir sind dann am Samstagvormittag losmarschiert zur Stadt und haben uns dann ein Taxi zum Arctic Circle genommen (meine erste Taxifahrt übrigens, ich muss schon sagen, ein Luxus im Vergleich zum Bus den wir jeden morgen nehmen). Vom Arctic Circle aus sind wir dann mit der Organisation die diese "Abenteuerausflüge" veranstaltet weiter zum Gelände an dem die Huskies gehalten werden. Um dorthin zu kommen mussten wir vier Snowmobile besteigen. Und nun geht der Part: "Abendteuer Wildnis" richtig los.

Jeder der einen Führerschein besaß, saß auch am Steuer. Die Einführung zur Bedienung des Snowmobils lautete folgendermaßen: "Rechts habt ihr einen Hebel zum Gas geben, links zum Bremsen, wenn ich die Hand hebe dann müsst ihr stoppen, wenn ich verlangsame verlangsamt ihr" und noch ein paar ermahnenden Worte auf gebrochenem English und schon ging´ s los. Ich setzte mich nach hinten zu Jessy und wir waren auch gleich das erste Snowmobil hinter dem Anführer. Die ersten 5 Minuten ging alles gut, ich merkte schon das Jessy das bremsen schwerfiel. Immer wenn sie auf die Bremse drückte, bremste das Snowmobil aber viel später ab, aber ich dachte mir nicht viel dabei. Irgendwann nach ca. sechsminütiger Fahrt beschleunigte der Routenorganisationsman (wie auch immer) und Jessy beschleunigte auch, und dann ging alles ganz schnell. Ich weiß noch wie ich schrie: "bitte biiiiiiittteeee halt an", sie schrie so etwas wie: "ich kann nicht, die Bremse klemmt", es schien mir, wir rasen nur noch schneller, unsere Köpfe wurden hin und her geschleudert, ich versuchte mich noch krampfhaft an irgend etwas festzuhalten und dann überschlugen wir uns, knallten gegen einen Baum und das nächste was ich weiß ist, dass jemand das Snowmobil von meinen Beinen hob.

Wie durch ein Wunder haben wir uns nichts gebrochen und können wieder laufen, bis auf zahlreiche Prellungen und viele blaue Flecke scheint größtenteils alles unverletzt geblieben zu sein. Auf jeden Fall standen wir nach dem Unfall unter Schock, sodass uns erst gar nichts weh tat (am nächsten Tag sah aber alles ganz anders aus…) und wir fuhren (Jessy und ich im Anhänger mitgezogen) weiter zu den Huskies. Dort angekommen, war fast alles schon vergessen, denn die Huskies waren unglaublich schön und kuschelig und süß und … ach die waren einfach traumhaft, ließen sich streicheln und sprangen einen sogar vor Freude an:) Dann durften immer drei Mann es sich hinten auf dem Schlitten bequem machen und wurden ca. zehn Minuten von den Huskies durch die Gegend kutschiert, dass war ein Spass, holla die Waldfee sag ich nur.

Nach ca. einer Stunde fuhren wir dann wieder zurück zur Hütte am Arctic Circle und uns wurde die nächte frohe Botschaft verkündet, wir hätten für den Unfall doch bitte finanziell geradezustehen und am besten auch jetzt gleich sofort. Nachdem wir mit unseren Ausbildern telefoniert hatten, einigten wir uns mit den Vermietern drauf, erst einmal nichts zu bezahlen und abzuwarten was denn die Versicherung denn dazu sagt. Und nun warten wir.

Zuhause angekommen, gingen einige von uns direkt ins Bett (z.B. Jessy und ich) und andere machten sich fertig um weiter auf Erkundungstour zu gehen. Diesmal wurde die Discothek Doris genauer unter die Lupe genommen. Und ich habe schon gehört, dass der Ausritt dahin weitaus besser gewesen sein soll als unsere letzte Tour ins Tivoli (mal ehrlich, bei einem Namen, der sich wie eine neue Viruserkrankung anhört kann man doch wirklich nicht viel erwarten, oder?). Auf jeden fall scheint es wirklich schön gewesen zu sein und unsere Truppe ist zufrieden!!!

Die Katastrophenwoche ist also überstanden und ein neuer Monat hat begonnen, was der Februar uns wohl bringen mag???

Bericht: Viktoria

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25.01.2009
Zukunftsprägende Erlebnisse

…und wieder eine Woche geschafft im tiefsten Norden Finnlands. Mittlerweile haben wir uns alle ziemlich gut hier eingelebt und uns an unsern Arbeitsalltag inmitten der kleinen Stadt Rovaniemis gewöhnt. Für mich hieß es diese Woche Sachen packen und auf nach Norwegen mit meinem Team zu einer Konferenz in Tromso, Norwegen ganz unter dem Motto „Higher Education – A key to Future Development in the High North.“

Hierzu ist vorab zu erwähnen, dass ich zwar in der Universität von Lappland sitze und mein Büro habe, vielmehr aber für die Universität der Arktik arbeite und zuständig bin. Dies muss man sich wie ein großes Netzwerk von Universitäten und Institutionen im Hohen Norden vorstellen, die sich dazu verpflichtet haben die Bildung durch Austauschprogramme für Studenten zu verbessern und diesen mehr neue Möglichkeiten zu eröffnen. Diese Kooperation ist wirklich beeindruckend und komplex und wächst von Jahr zu Jahr.

Tromso, NorwegenTromso, Norwegen

Anfangs wusste ich nicht was mich dort auf der Konferenz erwarten würde: Eine Menge wissensdurstiger Studenten voller Euphorie und Engagement?- Nein, viel mehr viele verschiedene Repräsentanten von den unterschiedlichsten Universitäten rund um den Polarkreis. Sei es Russland, Kanada, Finnland oder Norwegen selbst, alle kamen zusammen inmitten einer wunderschönen Stadt mit einem atemberaubenden Panorama namens Tromso, welche ich vorher nur aus Erzählungen oder Dokumentationen kannte.

Meine Aufgabe unter all diesen Reden der Repräsentanten und anschließenden Workshops war als Journalistin zu fungieren und aus all diesen Interviews einen Artikel für unsere Homepage der UArktik zu verfassen. Anfangs keine leichte Aufgabe, aber wenn das Eis erst mal gebrochen ist, fällt einem das auch gar nicht mehr so schwer.

Die abendlichen Aktivitäten wie der Besuch der bekannten „Beer Hall“ mit einer kleinen musikalischen Einlage der Sami Kultur oder das Zusammenkommen beim Konferenzdinner waren für mich sehr aufregend.Ich glaube ich habe noch nie so viele internationale Bekanntschaften an einem Tisch zu sitzen gehabt und vor allem kennengelernt. Es wurden viele interessante Gespräche rund um Kultur, Bildung und sogar persönlichen Erfahrungen ausgetauscht. Im Mittelpunkt stand dabei natürlich die Sprache Englisch. Ich glaube mir würde jeder zustimmen, wenn ich sage es gibt keine bessere Übung.

Viele waren daran interessiert mit dir ein Gespräch zu führen wenn sie mitbekamen, dass du aus Deutschland bist. Für mich persönlich kann ich sagen, dass ich auf viele Perspektiven und Möglichkeiten für meine spätere Zukunft aufmerksam gemacht wurde und mich diese Konferenz sehr geprägt hat, nachdenklich aber auch offen und vor allem sehr interessiert an Projekten rund ums Studieren im Ausland gemacht hat, zu denen ich nun auch die richtigen Ansprechpartner kennen gelernt habe.

Selbstverständlich kam das Sightseeing in Tromso nicht allzu kurz und auch die kulinarische Seite Finnlands war interessant. Ich habe das erste Mal Rentier probiert! Dafür, dass ich eigentlich kein Fleisch mag, hat das echt was zu heißen . Dabei hatte ich noch nette Gesellschaft einer waschechten Finnen, die mir viel über das Aktivitätenprogram in Rovaniemi erzählte.

Das mussten wir am Wochenende natürlich alle gemeinsam umsetzen und entschließen uns das Museum Arktikum zu besuchen. Hier wurde uns viel von der Geschichte der Natur Lapplands, der Menschen bzw. der Urvölker (darunter die Sami, Inuit und Nenzen) und der Kultur des Nordens vermittelt. Den Sonntag ließen wir wieder alle gemeinsam im Stadtzentrum in den gemütlichen Räumlichkeiten des Coffee House ausklingen um unseren Liebsten von unseren neuen Erlebnissen zu berichten.

Bericht: Jessi

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19.01.2009
Erste Arbeitswoche geschafft

Unsere erste richtige Arbeitswoche in Finnland / Rovaniemi ist geschafft! Und wir bekommen immer mehr und mehr die Gepflogenheiten der Finnen mit.

 Der Arbeitsalltag in Finnland beginnt für die meisten von uns um 8 Uhr. Auf dem Weg zur Arbeit begegnen uns viele nicht klingelnde Fahrradfahrer, denen wir es nicht leicht machen an uns vorbei zu kommen.

Gegen 9 Uhr machen die Finnen ihre erste Kaffeepause. Dann geht es weiter mit der Arbeit bis halb 12, da beginnt die Mittagszeit. Mit gefüllten Mägen arbeiten wir weiter bis halb 3, wo wir wieder eine Kaffeepause einlegen um danach bis ca. 16 Uhr zu arbeiten und wieder in unsere Unterkunft zurück zu laufen.

 Am Dienstag hatte Jessy Geburtstag, doch zum Feiern sind wir leider nicht gekommen. Ulli, Jessy, Dora und Ich hatten Wäschetag. Nach einer kurzen Diskussion mit einem Spanier, der unsere reservierten Waschmaschinen mit seinen 3 Sachen gefüllt hatte, konnten wir auch endlich unsere Wäscheberge minimieren. Und diese waren riesig. Es dauert nicht lange, bis unsere erste Wäsche fertig war, doch wohin damit? Dieser Waschraum, ganz in unserer Appartement Nähe, hatte einen Fön-Schrank, in dem wir unsere Sachen unterbringen konnten. Doch mussten wir noch 2 Stunden warten, bis unsere Klamotten einigermaßen getrocknet waren. Gegen halb 12 beendeten wollten wir nur noch schlafen gehen und versuchten unsere Sachen in der Wohnung zu verteilen. Die Konsequenz: Socken auf dem Frühstückstisch und T-Shirts auf allen Heizkörpern.

 Manche von uns haben beobachtet, dass einige Finnen, die Angewohnheit haben, wenn sie Kaugummi kauen, zu schmatzen. Das machen viele von ihnen. Wir glauben, dass das hier aber normal ist und wir werden uns schon irgendwie daran gewöhnen, doch irgendwie ist es schon komisch. Wenn wir eine laufende Nase haben, benutzen wir ein Taschentuch, doch manche Finnen nicht.

Blog vom PolarkreisDiese Woche hatten wir wieder kalten Temperaturen (-26 °C). Diese Temperaturen haben es für uns aber auch zugelassen, dass wir die ersten Male über den gefrorenen See laufen konnten, der uns den Weg in die Stadt sehr verkürzt. Bei Nacht kann man sich auf dem See schön die Sterne angucken und eine Weile dort stehen und geniessen. Ulli ist das Laufen ueber den See noch sehr suspekt und deshalb ist sie immer die erste auf der anderen Seite.

Am Donnerstag waren wir alle beim Chinesen essen. Es hat uns geschmeckt, doch leider musste Maik feststellen das seine Suess-Sauer-Sosse warm gemachten Ketchup war. Wir anderen lachten dadrueber. Die nächsten Tag hatten viele von uns einen flauen Magen und ihnen war nicht gut, die Vermutung viel leider sofort auf das Essen vom Chinesen. Eine Erfahrung die uns sagt, lieber selber kochen, ist billiger und schmeckt besser.

 Marcel hat sich zusammen mit Jari darum gekümmert, dass wir uns Internet besorgen können in den Wohnungen. Sie haben Preise verglichen und sind von Laden zu Laden gelaufen. Am Freitag wollten wir in den Laden „Elisa“ gehen und uns USB-Modems besorgen, mit denen wir Satelliten Internet empfangen können. Doch von dem Angebot am Vortag wollte der Kollege nichts mehr wissen. Es war ein anderer Verkäufer da, der uns 200 € USB Sticks verkaufen wollte und seinen Chef hat er am Handy nicht erreicht. Leider kam daher bei uns die Vermutung auf, dass wir nicht-Finnen dieses Angebot wohl nicht bekommen wuerden. Aber wir geben nicht auf und versuchen es am Montag zusammen mit Jari noch einmal.

Unser Wochenende war sehr ereignisreich. Den Freitag verbrachten wir noch zu Hause, weil wir so geschafft waren, aber der Samstag. Wir hatten uns mit einem Studenten, der auch in der University of Lapland arbeitet verabredet und gingen alle gemeinsam einen Trinken. Wir besuchten 2 nette Pubs, waren danach noch etwas essen und begaben uns dann in eine Disco namens „Tivoli“. Der Abend endete fuer fast alle von uns um 4 Uhr frueh im Bett. Am Sonntag wachten wir alle unterschiedlich frueh auf, aber getroffen haben wir uns alle im Coffee House zu einer kleinen Runde nach Hause telefonieren.

Bericht: Cindy

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11.01.2009
Erste Lebenszeichen aus dem hohen Norden

So, nun sind wir alle in Finnland angekommen, die einen besser als die anderen, aber wir sind alle hier. Es geht uns soweit auch ganz gut bis auf Jessi. Die Arme ist total erkältet, aber das kriegen wir schon wieder hin. Dann kommt bei den meisten noch ein bisschen Heimweh dazu. Das ist aber bestimmt auch bald vorbei.

Die Flüge sind bis auf die von Jessi und mir ziemlich gut, also wie geplant, verlaufen. Dann hatten wir noch einen Pechvogel dabei. Der Koffer von Maik kam leider erst einen Tage später in Finnland an, weil die Logistik am Flughafen gepennt hat.
Als wir ankamen traf uns fast der Schlag, die Appartements sind sehr, aber wirklich sehr spartanisch ausgestattet. Die Küche bei den Mädels ist der blanke Horror! Geschirr ist gerade so für jeden einmal vorhanden. Den Ofen kann man aus gesundheitlichen Gründen nicht benutzen. Der neue steht zwar bereits im Flur, jedoch findet sich niemand, der diesen anschließt. Bad und Dusche sind okay und die Zimmer gehen auch einigermaßen. Bei den Jungs sieht das schon besser aus. Da gibt es einen Herd, den man auch benutzen kann, einen Wasserkocher (der privat von einer Mitbewohnerin erworben wurde), eine viel bequemere Couch und einen Fernseher mit mehr als drei Programmen.

Das Fernsehprogramm ist in Englisch mit finnischen Untertiteln. Es laufen Serien wie Scrubs, Simpsons, Friends, aber auch MTV mit viel Musik... Auf dem Gelände befinden sich noch ein Waschraum mit zwei Waschmaschinen und ein Fitnessraum, der kostenlos zur Verfügung steht.

Wir waren auch schon alle ein bisschen einkaufen, wobei wir von den Preisen hier ganz schön geschockt sind. Es ist alles ziemlich teuer hier. Des Weiteren waren wir schon einmal kurz in der Stadt und in der Bibliothek, denn da gibt es kostenloses Wlan. Es tat allen gut mal mit Deutschland in Verbindung zu treten.

Am Donnerstag war unser erster Arbeitstag und wir wurden alle nach und nach von Jari dort hin gefahren. Wir sind eigentlich alles sehr zufrieden.

Maik und ich arbeiten bei SmartUs by Lappset und es gefällt uns dort ziemlich gut. Die Firma entwickelt Ideen für Hightech Spielplätze und setzt diese dann auch um. Die Spielplätze durften wir auch schon testen, was für ein Spaß. Wir werden uns dort um verschiedene Sachen kümmern, wie zum Beispiel die Gestaltung eines Wettkampfes. Denn diese Geräte auf den Spielplätzen kann man nur mit einer Zugangskarte benutzen, so kann jeder Spieler sein eigenes Profil im Web erstellen. Dadurch werden die Punkte, die man sammelt, im online gespeichert und wir können eine weltweite Rangliste führen.

Dora, Cindy und Jessi arbeiten in der University of Lapland/Faculty of Art und es gefällt ihnen dort auch sehr gut. Sie müssen eine finnische Broschüre aktualisieren und diverse andere Sachen erledigen.

Marcel ist momentan noch im Lapland Vocational College bei Jari, aber in nächster Zeit wird er wahrscheinlich in einen anderen Betrieb wechseln und zwar zur Summer University of Lapland. Die Zusammenarbeit mit Jari bereitet ihm viel Freude. Im Lapland Vocational College berichtet Marcel über seine Vorbereitungszeit vor dem Auslandsaufenthalt in verschiedenen Klassen.

Viktoria und Arndt arbeiten beide am Arctic Circle in der Information. Dort kümmern die beiden sich um Touristen, die mit all ihren Problemen zum Informationsstand kommen. Außerdem drucken und stempeln sie Zertifikate, die bestätigen, dass man am Polarkreis war.

Bis auf Viktoria und Arndt können wir alle zur Arbeit laufen. Marcel ist ca. 45 Minuten unterwegs, die anderen ca. 20 Minuten.

Jetzt steht erst mal das Wochenende vor der Tür und wir freuen uns alle, mal wieder ausschlafen zu können. Freitag waren wir Pizza essen und anschließend in einen Café mit Wlan. Das war dann auch Frau Gabriels letzter Abend. Am Samstag waren wir erst mal in der Bibliothek und haben das Internet genutzt. Auf dem Rückweg waren wir dann noch einkaufen und anschließend haben wir bei den Jungs gekocht. Einige sind dann noch in die Stadt gelaufen um in den Irish Pub zu gehen, andere blieben in den Appartements. Was sonst noch so passiert werden wir nächste Woche berichten.

Bericht: Ulli

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22.12.2008
Two weeks left...

Bald ist es soweit. In zwei Wochen schon. Dann sitze ich zusammen mit den anderen im Flieger nach Rovaniemi über Riga und Helsinki. Dann dauert es drei Monate, bis ich wieder im Flieger sitze nach Berlin über Helsinki und Düsseldorf. Ich muss sagen, die Vorstellung macht mir ganz schön Angst, weil ich bis jetzt immer nur Urlaub im Ausland gemacht habe, außerdem waren es Länder, in denen es immer warm ist. Und jetzt fliege ich zum Polarkreis, um dort zu arbeiten. Nun ja. Klingt zwar komisch, ist aber so.

Was die Vorbereitung angeht: ICH BIN BEREIT!!! Das muss ich auch sein, denn wir hatten im April dieses Jahres ein Finnland-Wochenende, wir hatten seit September Sprachunterricht in finnisch, wir hatten diverse Präsentationen von anderen Azubis gehört, die bereits dort waren, wir haben selbst Präsentationen ausgearbeitet und wir haben die finnische Botschaft besucht und dort auch eine ganze Menge erfahren. Puh, also eine ganze Menge Input.

Bei dem Wochenende im April, was im Schullandheim Walter May am Rande von Berlin statt fand, haben wir bereits 12 Stunden finnisch gelernt, finnisches Roggenbrot, genannt Ruisleipä, gebacken und wir haben uns allgemein über den finnischen Lifestyle unterhalten können. Unsere beiden Sprachlehrer, Jukka und Anu, sind nämlich beide waschechte Finnen.

Bei Jukka haben wir dann auch den Finnischunterricht seit September gehabt. Es war eine sehr angenehme Atmosphäre, in seiner großen pflanzenlastigen Altbauwohnung finnisch zu lernen. Wir waren auch nur sechs Leute, so hatten wir die Möglichkeit es sehr intensiv zu lernen; die Stunden waren immer erfüllt von schallendem Gelächter, wenn manch einer von uns einfach nicht fähig war, ein Wort wie mikrotietokone (Computer) oder jäävuurisalaatti (Eisbergsalat) auszusprechen. Oder wenn die Aussprache einfach so deutsch war, dass man sich nicht mehr halten konnte.

Direkt, als die Ausbildung anfing, haben wir Präsentationen von anderen Azubis gesehen, die bereits im Ausland waren. Am Anfang haben diese primär dazu gedient, um für uns eine Art Entscheidungshilfe zwischen Finnland und Belgien darzustellen. Ich muss sagen, mir fiel die Entscheidung anfangs auch sehr schwer. Ich wollte eigentlich nach Finnland, aber was mir große Sorgen bereitet hat, war das Wetter. Kalt und dunkel sind nicht gerade meine favorisierten Wetterfaktoren.

Aber je mehr ich von Finnland gehört habe, desto genauer wusste ich, wo ich mein Auslandspraktikum absolvieren möchte: Rovaniemi, ich komme! Sicherlich ist Belgien auch sehr schön, man kann viele Ausflüge machen nach Paris oder London oder was sonst noch in der Nähe von Antwerpen ist. Aber das alles hat mich nicht so sehr fasziniert wie die Herausforderung bei –20 °C oder kälter durch viel Schnee zu hotten, mir die Polarlichter anzugucken, mit Schneemobilen auf einem zugefrorenen See zu fahren, den Weihnachtsmann in seinem Dorf zu besuchen, eine Husky-Schlittenfahrt zu machen, in eine echte finnische Sauna zu gehen, Rentier zu kosten und und und und….

Ich freue mich auch unheimlich auf die Finnen selbst. Die fünf Finnen, die ich bis jetzt kennen gelernt habe, sind absolut klasse und sympathische Menschen gewesen, die immer sehr erfreut sind, wenn man erzählt, dass man nach Finnland geht. Unser Besuch bei der finnischen Botschaft war auch sehr herzlich, man hat zusammen gelacht und hatte überhaupt nicht das Gefühl, dass die Finnen, wie man ihnen nachsagt, wortkarg sind und nur dann was sagen, wenn es wirklich wichtig ist. Ganz im Gegenteil, eigentlich musste man eher uns alles aus der Nase ziehen.

Ich hatte mich vor ein paar Wochen mit der Tourist-Info in Rovaniemi in Verbindung gesetzt und angefragt, ob sie uns nicht einige Broschüren und Karten von der Stadt zusenden könnten, da wir im Januar nach Rovaniemi kommen. Von ihnen hatte ich auch eine sehr herzliche Mail bekommen, in der auch geäußert wurde, dass sie sich sehr darüber freuen, dass wir in ihre Stadt kommen. Ungefähr 4 Tage später hatte ich auch schon das ganze Infomaterial in meinem Briefkasten. Davon war ich sehr angetan, muss ich sagen.

Also ich denke, dass wir mit den Finnen gut zu recht kommen werden. Ich denke, das sind schon ganz andere Menschen als die Deutschen, deswegen bin ich auch sehr gespannt auf die Art und Weise der Finnen ihrer Arbeit nach zu gehen. Sind sie genau so bürokratisch wie die Deutschen? Wollen sie auch jeden Schniepel schriftlich festhalten? Sind sie auch so pingelig, was die Pausen angeht? Ich bin gespannt.

Die letzte Vorbereitung war dann das Ausarbeiten von Referaten über Finnland. Das gab uns noch mal die Möglichkeit, uns nicht nur von Präsentationen berieseln zu lassen, sondern uns selbst mit einigen Themen auseinander zu setzen. Die Themen Kulinarisches aus Finnland, Natur und Umwelt, die Emanzipation und typisch finnisches wären dann erst mal für uns abgehakt.

Einige Wochen zuvor hatten wir auch das Vergnügen, uns eine sehr ausführliche Präsentation von der Truppe, die 2008 in Finnland war, auf englisch anzuhören. Sie war sehr aufklärend und spannend und hat auch noch mal dazu beigetragen, dass wir alle uns noch mehr auf Finnland freuen.

Zwar leben wir dort in einer „spartanisch“ eingerichteten Unterkunft, mit 3 Schlafzimmern mit je 2 Leuten drin, einem Wohnzimmer, einem Badezimmer und eine gemeinsamen Küche, doch ich hoffe, dass wir uns dort nur zum Schlafen einfinden werden und die meiste Zeit unterwegs sind und uns der Schönheit der Natur hingeben. Und wenn nicht, na ja, auch nicht so schlimm, ich bin mit einer coolen und witzigen Truppe dort und spätestens mit denen kann man sehr witzige Abende erleben.

Trotz meines ganzen Optimismus und meiner Euphorie gibt es natürlich einiges, wovor ich panische Angst habe:
1. Es ist viel kälter, als ich es mir vorstelle und meine teuer eingekauften Klamotten schützen mich nicht vor dem Kältetod
2. Auf dem Flug dorthin gehen unsere Koffer verloren
3. Keiner versteht uns, weil wir nur auf Leute treffen, die kein Englisch sprechen und wenn wir unser Finnisch einsetzen, verstehen wir die Antwort nicht
4. Es ist alles gefroren und ich falle hin
5. Ich werde furchtbar krank
6. Ich kriege starkes Heimweh
7. Rentier schmeckt mir vielleicht gar nicht
8. Das Geld geht mir aus

Und es gibt natürlich noch eine ganze Reihe von Banalitäten, vor denen ich Angst habe, aber wie gesagt, eigentlich sind es ja nur Banalitäten. Die Liste mit Dingen, auf die ich mich freue und die ich erwarte, ist dagegen viel länger:
- Auf der Arbeit ganz viel Englisch sprechen
- Weitere Kenntnisse in finnisch sammeln
- Spaß bei der Arbeit
- Morgens durch den Schnee zur Arbeit laufen
- Ausflüge nach Helsinki oder Schweden machen
- Das Weihnachtsmanndorf besuchen
- Über den Polarkreis springen und davon viele witzige Bilder machen
- Das Essen der Finnen probieren
- Polarlichter beobachten
- Die Finnen kennen lernen

Und auch diese Liste könnte sehr lang werden…Aber ich denke, an dieser Stelle reicht es und den Rest werde ich sehen, wenn ich dort bin!
Die Möglichkeit ein Auslandspraktikum zu machen, haben natürlich nicht viele und ich bin froh, eine von denen zu sein, die diese Chance nutzen können. Ich freue mich unheimlich auf den Aufenthalt dort. Ich genieße noch die letzten beiden Wochen mit meiner Familie in Berlin, bevor es dann endlich heißt: Abflug!

Bericht: Dora

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18.12.2008
Besuch der finnischen Botschaft 

Wir sind Auszubildende bei der Telekom in der BBi Berlin, im 2. Lehrjahr und erlernen den Beruf des/der Kaufmanns/-frau für Bürokommunikation mit Zusatzqualifikation Englisch. Vom 05.01.2009 bis 07.04.2009 werden wir nach Rovaniemi, Finnland reisen um dort ein Auslandspraktikum zu absolvieren.

Anlässlich der Vorbereitung hatten wir am 12.12.2008 die Möglichkeit der Botschaft von Finnland einen Besuch abzustatten.

An der Botschaft angekommen, wurden wir sehr nett von einer waschechten Finnin empfangen, die uns auch eine kleine Führung durch das Gebäude ermöglichte. Erstaunlich dabei waren für uns die Innenarchitektur und der Einbau von zwei Saunen, die von den Mitarbeitern jederzeit genutzt werden können.

Anschließend hatten wir ein nettes Zusammentreffen bei Kaffee und Kuchen, bei dem wir noch zwei weitere Mitarbeiter der finnischen Botschaft kennenlernten.
Anlass dieses Treffens war die Idee, dass wir über unsere Auslandserfahrung auf der Website der Botschaft berichten. Auf diese Weise sollen Interessenten die Möglichkeit haben, sich über das Leben in Finnland und über die Unterschiede zu Deutschland zu informieren.

Knifflige Frage bezüglich Kleidung, Winterreifen, Wintersportaktivitäten, Ausgehmöglichkeiten in der Stadt, sowie kulinarische Spezialitäten, die man unbedingt probieren muss, wurden sehr ausführlich beantwortet.
Des Weiteren wurde uns ein bisschen über das alltägliche Leben im hohen Norden berichtet.

Letztendlich haben wir uns darauf geeinigt, einmal pro Woche einen Bericht mit unseren Erfahrungen und Erlebnissen an die finnische Botschaft zu schicken.
Zum krönenden Abschluss haben wir noch ein sehr liebevoll gestaltetes Täschchen mit viel Infomaterial über Finnland bekommen. Als i‑Tüpfelchen gab es für jeden von uns eine Brosche in Form der finnischen Fahne.

Zum Abschluss ist zu sagen, dass wir uns alle sehr auf Finnland freuen und den Abflug kaum erwarten können.

Bericht: Jessi & Ulli

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Aktualisiert 07.04.2009


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