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Ministerium für auswärtige Angelegenheiten

Seefestung Suomenlinna - Gibraltar des Nordens - Botschaft von Finnland, Berlin : Aktuelles

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Nachrichten, 23.12.2005 | Generalkonsulat von Finnland, Hamburg

Seefestung Suomenlinna - Gibraltar des Nordens

Die Seefestung Suomenlinna, erbaut auf mehreren miteinander verbundenen Inseln vor Helsinki, ist ein nationales Monument und einer der kulturellen Schätze Finnlands. Die Bauarbeiten begannen im 18. Jahrhundert,


Kuninkaanportti - das Königstor

als Finnland noch zum Schwedischen Reich gehörte. Von der Zeit der russischen Herrschaft im 19. Jahrhundert zeugen die nach wie vor westwärts gerichteten Geschütze auf den Wällen von Kustaanmiekka.

Die über 250 Jahre alte Festung spielte eine bedeutsame Rolle in der Geschichte Finnlands und der Machtpolitik der an der Ostsee gelegenen Staaten. Der Bau der Küstenfestung am Finnischen Meerbusen um die Mitte des 18. Jahrhunderts war ein letzter Versuch des Schwedischen Reiches, die an Russland verlorenen Gebiete zurückzuerobern.

Zeitgenossen bezeichneten die aus Granit erbaute Festung allgemein als Gibraltar des Nordens. Obwohl sie als unbezwingbar galt, musste sich die Festung nach einer russischen Belagerung im Jahre 1808 ergeben. Danach wurde Finnland dem russischen Zarenreich angegliedert.

Während der russischen Herrschaft war Suomenlinna eine lebhafte Garnisonsstadt. Die Ernennung Helsinkis zur Hauptstadt des autonomen Großfürstentums Finnland im Jahre 1812 gab auch der Entwicklung von Suomenlinna kräftige Impulse. Bis 1917, als Finnland die Unabhängigkeit erlangte, war Suomenlinna ein bedeutsames Zentrum des kulturellen und gesellschaftlichen Lebens. Im Jahre 1855, während des Krimkriegs, wurde die Festung von Schiffen der englisch-französischen Flotte unter Beschuss genommen und schwer beschädigt.

Eine finnische Garnison

Die über 100 Jahre andauernde Periode der russischen Herrschaft über Finnland endete 1917 mit der Oktoberrevolution. Einen Vorgeschmack erlebte Suomenlinna schon 1906, als russische Marinesoldaten gegen soziale Missstände aufbegehrten.

Nachdem Finnland seine Unabhängigkeit erklärt hatte, brach 1918 ein kurzer Bürgerkrieg aus, und Suomenlinna diente ein Jahr lang als Gefängnislager für rote Gefangene.

Nach dem Bürgerkrieg wurde Suomenlinna Garnisonsstandort. Während des Zweiten Weltkriegs fungierte die Festung als Stützpunkt für die Küstenartillerie, für Flaktruppen und U-Boote. Das Trockendock der Inselwerft war im Besitz des Unternehmens Valmet, das hier nach dem Krieg Schiffe baute, die im Rahmen der finnischen Reparationsleistungen an die Sowjetunion geliefert wurden. Seit 1973 untersteht Suomenlinna ziviler Verwaltung. An die Militärtradition erinnert noch immer die Marineschule von Suomenlinna.


Wallanlagen von Suomenlinna

Die Seefestung heute

Heute ist Suomenlinna mit 900 Einwohnern zugleich ein Stadtteil Helsinkis. Die militärische Nutzung der Inseln endete vor mehr als 30 Jahren, doch die typischen Merkmale einer lebhaften Garnisonsstadt blieben erhalten – Kirche, Laden und Schule inmitten der Festung, uniformierte Marinesoldaten, spielende Kinder.

Für die Restaurierungs- und Instandhaltungsarbeiten sowie die Weiterentwicklung des Gebiets ist die dem Unterrichtsministerium unterstellte Verwaltung von Suomenlinna zuständig. Die renovierten Festungsanlagen und Garnisonsgebäude beherbergen Wohnungen, Werkstätten, Tagungs- und Festräume, Gaststätten und Museen.

Rundgänge in der Festungsanlage

Die sorgsam und mit viel Sachverstand restaurierte, frei zugängliche Festungsanlage ist rund um das Jahr ein beliebtes Ausflugsziel. Die Überfahrt vom Marktplatz von Helsinki nach Suomenlinna ist besonders im Winter, wenn die Fähre sich ihren Weg durch das eisbedeckte Meer pflügt, ein Erlebnis.

Auf der blau markierten Hauptroute gelangt man von der Nordseite bis zur Südspitze der Inseln. Sie führt zu historischen Schauplätzen, zu Forts und Wällen, zum Festungshof und zur Königspforte. Den besten Einblick in die Geschichte Suomenlinnas erhält man jedoch bei geführten Rundwanderungen. Im Sommer verlocken Cafés und Restaurants mit Terrassen zur Rast. Einige sind auch im Winter geöffnet und laden Besucher zu einem heißen Getränk ein – oder zu einem Bier aus der Suomenlinna-Brauerei.

Musik im Schutz von Wällen, Theater unter freiem Himmel

In der Zeit der schwedischen und russischen Herrschaft war Suomenlinna ein Tor, durch das neue Kunstströmungen und Sitten nach Finnland vordrangen. Heute ist Suomenlinna wieder zu einem Mittelpunkt kreativer Kultur geworden. Das hochwertige Kulturprogramm umfasst Musik, Theater, Kunst und Kunsthandwerk.

Das Sommertheater Suomenlinna gehört zu den beliebtesten seiner Art in Finnland. Finnische Spitzenmusiker geben im August beim Jazzfestival Viapori den Ton an. Im Juni geht das Kulturfestival Les Lumieres über die Bühne, bei dem das in Kostüme des 18. Jahrhunderts gekleidete Publikum und auf alte Musik spezialisierte Musiker in Parks und Salons die Zeit der Aufklärung wiederauferstehen lassen.

Die Kunstausstellungen des Künstlerbundes Helsinki in der Uferkaserne präsentieren finnische und skandinavische Kunst. Die Handwerkstradition wird in der Festung von zahlreichen Kunsthandwerkern und den Restauratoren alter Holzschiffe gepflegt.


Die alten Gewölbe der Festung

Große und kleinere Museumsobjekte

An der Hauptroute liegen die sieben Museen der Insel. Über den Bau der Festung und das Leben der Soldaten und Offiziere informiert das Suomenlinna-Museum. Ein weiteres Museum wurde dem Gründer und ersten Kommandanten der Festung August Ehrensvärd gewidmet. Das Küstenartilleriemuseum, das Kriegsmuseum Maneesi und das U-Boot Vesikko veranschaulichen die Landesverteidigung und Kriegshistorie Finnlands. Die Ausstellung des Zollmuseums vermittelt einen Einblick in das Zollwesen und die Geschichte des Schmuggels. Für das Spielzeugmuseum wurden alte Spielzeuge aus über hundert Jahren zusammengetragen. Schon die Museumsgebäude selbst sind Sehenswürdigkeiten. Sie haben seinerzeit u. a. als Pulvermagazin, Gefängnis und als Übungsanlage für die Artillerie gedient.

Schützenswertes Weltkulturerbe

Suomenlinna wurde in de UNESCO-Liste des Weltkulturerbes als hervorragendes Beispiel für die europäische Festungsarchitektur aufgenommen. Hier sind etliche bedeutende historische Entwicklungsphasen der Festungs- und Werfttechnik zu sehen. Suomenlinna ist eine vom Grundriss her unregelmäßig angelegte, über mehrere Inseln verteilte Bastionsfestung in einem Terrain mit wechselhafter Höhe. Eine Besonderheit der Festung ist die Tatsache, dass sie drei Ländern – Schweden, Russland und Finnland – für Verteidigungszwecke gedient hat.


Die Festung Suomenlinna ist täglich rund um das Jahr geöffnet
Telefonische Auskunft +358 9 684 1880
tourist.info@suomenlinna.fi

Seefestung Suomenlinna

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Aktualisiert 03.01.2006


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