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Ministerium für auswärtige Angelegenheiten

Nachts werden Finnlands Großraubtiere zu Herren der unwegsamen Wälder - Botschaft von Finnland, Berlin : Aktuelles

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Nachrichten, 02.10.2012 | Botschaft von Finnland, Berlin

Nachts werden Finnlands Großraubtiere zu Herren der unwegsamen Wälder

Wenn es dämmert und die Nacht anbricht, werden in Finnlands Wäldern die Großraubtiere aktiv. In der freien Natur scheuen diese Tiere zwar den Menschen, aber sie können auch zu seinem besten Freund werden.

Ein Respekt gebietendes Nationalsymbol

Für den Braunbären (Ursus arctos), eins der nationalen Natursymbole Finnlands, kennt die finnische Sprache mehr als 200 Bezeichnungen: karhu, otso, kontio, mesikämmen, nalle. Sie klingen alle oft sehr hübsch und nett, bedeuten beispielsweise Meister Petz oder Teddy, sind aber doch aus Furcht und Respekt vor dem größten europäischen Raubtier entstanden. In Finnlands Wäldern, hauptsächlich im Osten des Landes und in Lappland, leben schätzungsweise 1300 Braunbären.

karhu_petoeläinjuttu In Finnlands Wäldern leben schätzungsweise 1300 Braunbären. Foto: Visit Finland

Die Natur bietet dem Bären reichlich Nahrung, denn als Allesfresser ernährt er sich von Beeren, Getreide, Fischen, Insekten, Vögeln und Säugetieren. Hin und wieder reißt er auch einen Elch oder ein Waldren oder er frisst Aas.

In der Zeit von September bis November zieht sich der Braunbär zum Winterschlaf zurück, ab März, spätestens im Mai taucht er wieder in der freien Natur auf. Der den Sommer über in der freien Wildbahn lebende Bär meidet den Menschen. Bei abgerichteten Tieren ist das aber anders. Die sechs Braunbären Tessu, Niisku, Vyöti, Juuso, Reetta und Nätti im Raubtierzentrum Kuusamo sind wie Haustiere und halten sich gern in der Nähe ihres Besitzers Sulo Karjalainen auf. Er hat sie als Jungtiere übernommen, aufgezogen und ein Vertrauensverhältnis zu ihnen hergestellt.

„Braunbären sind gescheite Tiere, jeder einzelne ist ein Individuum. Sie haben unterschiedliche Vorlieben und reagieren verschieden auf die Menschen. Nervenschwächere Bären brauchen immer mehr Zeit, während Tiere mit starken Nerven schneller zutraulich werden. Die Männchen sind im Allgemeinen mutiger und neugieriger als die Weibchen.“

Von Karjalainens Bären sind es die Männchen Juuso und Vyöti, die am zutraulichsten sind. So lässt sich Juuso von seinem „Herrchen“ zum Winterschlaf begleiten.

Ein Hund, der einem Angst macht und die Haare zu Berge stehen lässt

Der Wolf (Canis lupus) ist heutzutage das größte Tier aus der Familie der Hunde, aber auf jeden Fall mit Vorsicht zu genießen – er ist das am meisten gefürchtete Großraubtier in Finnland. Der Wolf lebt in den östlichen Landesteilen, ist aber auch leicht in anderen Regionen anzutreffen, weil er an einem Tag sogar 40-70 Kilometer zurücklegen kann.

Einem Wolf zu begegnen ist in unserer Zeit eine Seltenheit, denn es leben schätzungsweise ganze 150-160 Exemplare (im Jahr 2012) in Finnland. Deshalb wurde der Wolf hier zu einer besonders bedrohten und geschützten Tierart erklärt. In der freien Natur frisst der Wolf alles, was sich ihm bietet: Pflanzen, Kleintiere von Hase bis Maus, aber auch große Tiere, etwa Rentiere und Waldrene sowie Elche. In Finnland ist der Wolf aber auch umstritten und gefürchtet, weil er auch vor Haustieren wie Hunden, Schafen und Kälbern nicht Halt macht.

Eine in den Wäldern versteckt lebende Katze

In Finnlands freier Natur kommen nicht nur Vertreter der Familie der Hunde, sondern auch der Familie der Katzen vor: Der Luchs (Lynx lynx) fühlt sich im ganzen Land in der freien Wildbahn wohl, meidet jedoch die Reviere von Wölfen. Mit 2400 Individuen (im Jahr 2011) ist der Luchs das zahlenmäßig am häufigsten in Finnland vorkommende Raubtier.

ilvesDer Luchs, eine in den Wäldern versteckt lebende Katze. Foto: Visit Finland

Zwar schnurrt und knurrt er wie eine Katze, aber ihn wie eine Katze zu streicheln, gelingt nicht. Wegen seines guten Gehörs und Sehvermögens im Dunkeln ist er in der Lage, den Menschen aus dem Weg zu gehen. Seine Nahrung erbeutet er jedoch nach Katzenart gewandt. Er vertilgt sowohl kleine Nager und Vögel als auch Rentiere und Waldrene.

Ein Allesfresser

Der Vielfraß (Gulo gulo) käme in der freien Wildbahn nicht ohne die anderen Großraubtiere in Finnland zurecht. Der größte im Lande vorkommende Vertreter der Familie der Marder frisst alles, was andere Raubtiere übriglassen. In den finnischen Wäldern, vor allem im Norden und Osten, leben nur 150 Exemplare. Was dem Vielfraß als Nahrung zur Verfügung steht, hängt vor allem von den Wölfen ab, und wie der Wolf ist auch der Vielfraß in Finnland heute eine bedrohte und geschützte Tierart. Da der Vielfraß selbst ein ungeschickter Jäger ist, sucht er neugierig in Höhlen und sogar Baumkronen nach Nahrung. Im Winter hat das Tier bessere Möglichkeiten zum Nahrungserwerb durch die Schneedecke, in der er nicht einsinkt, dann erbeutet er auch Rentiere und Waldrene. Der Vielfraß macht seinem Namen alle Ehre – findet er einen Kadaver, frisst er ihn auf einmal auf.

Mehr:
www.suurpedot.fi (Videos zu Großraubtieren)
www.kuusamon-suurpetokeskus.fi

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Aktualisiert 17.10.2012


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