Weihnachtsmärkte und –basare öffnen bald ihre Tore

Wunderschön geschmückte Marktstände auf dem Hamburger Rathausmarkt locken viele Menschen zum Einkaufen, Schauen und laden dazu ein, verschiedenste Delikatessen zu probieren.
Auf dem Hamburger Rathausmarkt ist zurzeit viel los, da,unzählige Verkaufsstände aufgebaut und hunderte Meter Stromkabel verlegt werden. Auch die märchenhaften Weihnachtsschiffe haben bereits am Jungfernstieg festgemacht. Die Vorbereitungen laufen schon auf Hochtouren, obwohl die Eröffnung erst in der ersten Adventwoche erfolgt. Dann verwandelt sich die Innenstadt von Hamburg in eine stimmungsvolle.Weihnachtswelt. Tausende Lichter leuchten, es duftet nach gebrannten Mandeln und Glühwein und die Stadt lädt ein zum Schauen, Einkaufen und vor allem zum Probieren der vielen Leckereien.
Romantische Weihnachtsmärkte gibt es auch in anderen norddeutschen Städten, wie Lübeck, Rostock, Lüneburg, Hannover. Auf vielen dieser Weihnachtsmärkte kann man auch einen finnischen Verkaufsstand mit Rentierfellen, Preiselbeersaft und Moltebeerkonfitüre finden.
Basar der Finnischen Seemannskirche bietet finnische Spezialitäten

Sogar der Weihnachtsmann besucht den Weihnachtsbasar der Finnischen Seemannskirche.
Aber der unangefochtene Höhepunkt der Finnen und der Finnlandfreunde in Norddeutschland ist der Weihnachtsbasar der Finnischen Seemannskirche, der bereits auf eine jahrzehntelange Tradition zurückblicken kann. In diesem Jahr wird der Basar am 17. November eröffnet und dauert bis zum Sonntagabend, den 20. November. Die Mitglieder des Arbeitskreises der Seemannskirche sowie die Kinder und Eltern der Finnischen Sprachschule haben schon seit dem vergangenen Winter fleissig Weihnachtsschmuck gebastelt, Socken, Mützen, Fäustlinge und Schals gestrickt und Teppiche und sogenannte “poppanas” gewebt.
Bereits in der vergangenen Woche kam ein ganzer Container voll finnischer Designprodukte und Lebensmittel im Hamburger Hafen an. So können die Besucher des Basars wieder die sehnsüchtig erwarteten Spezialitäten von kleinen Maränen und Saunawurst bis Rentiergeschnetzeltem und von Pfefferkuchen bis Lakritz und anderen Süssigkeiten kaufen. Auch ich kaufe beim Basar körbeweise finnische Spezialitäten ein, um sie dann den Gästen des finnischen Generalkonsulats am Nationalfeiertag, beim Presse-Glögi und all den anderen Veranstaltungen im Laufe des Winters anbieten zu können.
Der drei und einen halben Tag dauernde Basar lockt nahezu zwanzigtausend Besucher an, die meisten davon sind Menschen aus Norddeutschland, die sich für Finnland und finnische Produkte interessieren. Auf dem Basar herrscht eine ganz besondere Atmosphäre und er stellt ein bedeutendes kulturelles Ereignis dar. Die Durchführung ist eine enorme Herausforderung für die Mitarbeiter der Seemannskirche und die unzähligen freiwilligen Helfer – und ein unersetzlicher Beitrag zur Finanzierung des Betriebes der Seemannskirche.
Der echte Weihnachtsmann aus Lappland im Internet
Für die Finnen ist natürlich Lappland das eigentliche Weihnachtsland, denn dort befindet sich die Werkstatt und die Heimat des Weihnachtsmannes, der Korvatunturi. Massenhaft Briefe von Kindern aus aller Welt sind schon im Postamt des Weihnachtsmannes eingetrudelt, aber die Wichteln beantworten alle Briefe, die einen Absender enthalten – obwohl die Anzahl jedes Jahr in die hunderttausende geht. In diesem Jahr wurde der TV-Sender des Weihnachtsmannes im Internet neu gestaltet. Man kann dort viele neue Videos über den Weihnachtsmann, das Polarlicht, Lappland und Finnland entdecken. Der finnische Weihnachtsmann geht mit der Zeit und ist auch in den sozialen Medien wie Facebook und Youtube zu finden. Tausende Touristen aus dem Ausland, insbesondere Familien mit Kindern, reisen in der Vorweihnachtszeit und auch noch danach nach Lappland, um den Weihnachtsmann persönlich zu treffen.
Die Kulturhauptstadt ist auch die Weihnachtsstadt
Turku hat sich zur finnischen Weihnachtsstadt entwickelt, denn dort wird schon seit dem Mittelalter der Weihnachtsfrieden ausgerufen. Auch in Turku findet man Weihnachtsmärkte und in den Museen, insbesondere in den alten Holzhäusern des Handwerksmuseums, kann man in die Atmosphäre der traditionellen, beschaulichen aber heimeligen Weihnachtszeit eintauchen. In der mittelalterlichen Domkirche zu Turku wird vor Weihnachten eine ökumenische Friedensmesse gefeiert, an der alle Bischöfe und leitenden Persönlichkeiten der in Finnland vertretenen Kirchen teilnehmen. In diesem Jahr wird das Weihnachtsfest mit all seinen Opernvorführungen und Konzerten besonders festlich gestaltet, denn es bildet gleichzeitig den Abschluss des Jahres als Kulturhauptstadt Europas.
Wenn der Stadtsekretär der Stadt Turku am 24. Dezember um 12 Uhr finnische Zeit den Weihnachtsfrieden von einer alten Pergamentrolle ablesend verkündet, wird die Zeremonie per Fernseh- und Rundfunkübertragung im ganzen Land verfolgt und über das Internet können auch die im Ausland lebenden Finnen dabei sein. Die Verkündung des Weihnachtsfriedens endet mit der Nationalhymne und traditionell beginnt dann in den Familien das Weihnachtsfest.
Die Geschäfte werden geschlossen und jede Art von Arbeit wird nach der Verkündung des Weihnachtsfriedens als unangebracht betrachtet, abgesehen natürlich von der Zubereitung der Speisen für die Feier am Heiligabend. So war es zumindest in meiner Familie üblich. Im Laufe des Nachmittags geht man mit der Familie zum Friedhof und zündet Kerzen an den Gräbern verstorbener Familienmitglieder und nimmt am Gottesdienst teil. Zu Hause geht man zuerst in die Sauna und setzt sich dann an die festliche Tafel mit dem Weihnachtsschinken, den Aufläufen und den Weihnachtstörtchen. Die besonderen Leckereien zu Weihnachten werden besonders intensiv und lange gekostet.

Hamburg wünscht auch den finnischen Gästen ein frohes Weihnachtsfest, wie hier in der Einkaufsstraße Große Bleichen. Foto: Krista Ruuli
Weihnachten in Finnland und Deutschland haben viele Gemeinsamkeiten. der Weihnachtsbaum hat seinen Weg im 19. Jahrhundert aus Deutschland nach Finnland gefunden und viele der deutschen Weihnachtslieder werden auch in Finnland gesungen. Dieses Mal werde ich Weihnachten mit meinem Mann und meiner Freundin aus Stockholm in Hamburg verbringen. Aber die Verkündung des Weihnachtsfriedens werden wir auch hier über TV-Finland verfolgen und auf der Weihnachtstafel werden garantiert finnische Köstlichkeiten vom Basar der Finnischen Seemannskirche serviert.
Finnische Seemannskirche, Ditmar-Koel-Str. 6, 20459 Hamburg
Öffnungszeiten des Basars (17. - 20. November 2011):
Do 17 - 20 Uhr. Fr 12 - 19 Uhr, Sa 12 - 19 Uhr, So 12 - 18 Uhr
Internet Fernsehkanal des Weihnachtsmannes
Der Weihnachtsmann auf Youtube