
Der am 10. Februar in Helsinki stattfindende Ostsee-Gipfel ist kein gewöhnliches Gipfeltreffensondern etwas Einmaliges, weil sowohl öffentliche Akteure als auch Stiftungen und Unternehmen daran teilnehmen. Nicht Resolutionen, sondern Aktionen sind der Schwerpunkt der Konferenz.
Teilnehmen am Ostsee-Gipfel beziehungsweise am Baltic Sea Action Summit kann nur, wer eine konkrete Verpflichtung zum Wohle der Ostsee eingeht. „Es wird ein tolles Treffen mit echten Resultaten“, stellte Jari Luoto, Ostseebotschafter des Außenministeriums, am Donnerstag in einer Hintergrundveranstaltung zum Gipfel fest. „Die Initiative ist äußerst positiv aufgenommen worden.“
Gastgeber der Gipfelkonferenz, die in der Finlandia-Halle stattfindet, sind Staatspräsidentin Tarja Halonen, Ministerpräsident Matti Vanhanen und der Vorstandsvorsitzende der Stiftung Baltic Sea Action Group (BSAG) Ilkka Herlin. Für die praktische Durchführung zeichnet das Außenministerium verantwortlich.
„Wir haben Verpflichtungen von Unternehmen, öffentlichen Akteuren, nichtstaatlichen Organisationen und sogar von Privatpersonen erhalten“, berichtete die BSAG-Entwicklungsdirektorin Anna Kotsalo-Mustonen. „Jeder kann der Ostsee am besten mit dem helfen, worin er selbst gut ist. So können die verschiedenen Seiten motiviert werden, ihre eigene Kompetenz ins Spiel zu bringen.“
„Die Gipfelkonferenz ist ein fröhliches Treffen der freiwilligen Helfer. Da kommen diejenigen zusammen, die schon die Ärmel hochgekrempelt haben“, resümierte Kotsalo-Mustonen.
Auch Saara Kankaanrinta, Verantwortliche für den Inhalt der Konferenz, unterstrich die Bedeutung der positiven Zusammenarbeit. „Das Ziel ist, einen die gesamte Ostsee umfassenden positiven Geist zu schaffen und von Einzelvorhaben und getrennten Anstrengungen der Länder zu gemeinschaftlicher Arbeit zu gelangen.“
Erfolge gibt es bereits, denn es liegen schon mehr als 130 Verpflichtungen vor, und beim Gipfel werden Repräsentanten höchsten Ranges aus allen Ostseeanrainerstaaten anwesend sein. Zu den Gästen werden u. a. Russlands Ministerpräsident Wladimir Putin und Schwedens König Carl XIV. Gustaf gehören. Auch Lettlands Präsident Valdis Zatlers, Litauens Präsidentin Dalia Grybauskaite, Estlands Ministerpräsident Andrus Ansip, Norwegens Ministerpräsident Jens Stoltenberg sowie Dänemarks Ministerpräsident Lars Løkke Rasmussen und die deutsche Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner haben ihre Teilnahme bestätigt.
Die Freie und Hansestadt Hamburg nimmt auch Teil an dem Ostsee-Gipfeltreffen vertreten von Staatsrat Carsten-Ludwig Lüdemann, Bevollmächtigter beim Bund, bei der EU und für Auswärtige Angelegenheiten. Staatsrat Lüdemann ist zur Zeit auch Vorsitzender des Rats der Ostseeregionen, BSSSC.
Die Stadt Hamburg verpflichtet sich eine Allianz der Europäischen Kreuzfahrtstädte zu gründen mit dem Ziel, die Umweltverschmutzung besonders in den Kreuzfahrthäfen an der Ostsee zu reduzieren.
Die Gipfelkonferenz hat sich nicht im Selbstlauf ergeben, sondern verlangte harte Arbeit. Im November/Dezember letzten Jahres organisierte das Außenministerium eine Reihe von Veranstaltungen, bei denen das Projekt vor Unternehmen, Behörden und Medienvertretern vorgestellt wurde. Auch die finnischen Auslandsvertretungen in den Ländern der Ostseeregion leisteten ihren Beitrag. „Wir haben mit Staatsoberhäuptern und Umweltbehörden über den Inhalt der Verpflichtungen gesprochen“, führte Luoto aus.
Der BSAG-Vorstandsvorsitzende Ilkka Herlin hob hervor, dass die Ostsee nicht allein durch Unternehmen und Privatleute gerettet werden könne, sondern dass dazu unbedingt auch die Staatsgewalt gebraucht werde, und stellte fest: „Die von der Staatsgewalt erlassenen Einschränkungen und Vorschriften sind von größter Bedeutung. Die Unternehmen haben dann die Pflicht, diese Vorschriften zu erfüllen“.
Die Ostsee-Verpflichtungen der Staaten werden spätestens während der Konferenz bekanntgegeben. Wie Luoto verriet, hat Finnlands Verpflichtung mit der Eutrophierung der Ostsee zu tun und beinhaltet viele verschiedene Maßnahmen. Auch die Staatspräsidentin wird eine eigene Verpflichtung zugunsten der Ostsee abgeben.
Die Arbeit zur Rettung der Ostsee endet nicht mit dem Gipfeltreffen: Danach ist zu kontrollieren, wie die Verpflichtungen umgesetzt werden. „Unsere Arbeit fängt erst an, wenn die schwarzen Limousinen den Konferenzort wieder verlassen haben“, meinte Kankaanrinta schmunzelnd.