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Blog vom Polarkreis: Junge Berliner erobern Lappland - Botschaft von Finnland, Berlin - Generalkonsulat von Finnland, Hamburg : Aktuelles

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Artikel und Kolumnen, 20.02.2010 | Botschaft von Finnland, Berlin

Blog vom Polarkreis: Junge Berliner erobern Lappland

Blog vom PolarkreisAnita Hildenbrandt, Nanette Martinius, Alexander Jaedike, Alexandra Seidel und René Prüfer sind angehende Kaufleute für Bürokommunikation bei der Deutschen Telekom AG. Als Teil ihrer Ausbildung verbringen sie nun drei Monate in Rovaniemi und arbeiten dort im Santa Claus Village und an der Universität Lappland.

Lesen Sie in diesem Blog, wie fünf junge Berliner das Leben nördlich des Polarkreises und das Überleben von Temperaturen unter -30 Grad meistern!

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Auf in die HEIMAT.... (10.04.2010)
 

Nun ist es soweit: die letzte Woche ist angebrochen und das auch noch ein letztes Mal mit ganz viel Schnee! Es waren wieder mindesten 20cm Neuschnee, durch den ich morgens stapfen musste. Anita und Alexander brauchten nicht mehr arbeiten, da sie für die letzte Woche frei bekommen hatten. Ich selber musste allerdings auch nur bis Mittwoch arbeiten.

Die letzten drei Arbeitstage waren irgendwie komisch, denn nun wusste ich, dass alles bald ein Ende hat und es die letzten Tage mit den Kollegen sind. Ich freute mich natürlich auf Zuhause, war aber trotzdem etwas traurig zu gehen, denn mit der Zeit hatte ich alles doch irgendwie ins Herz geschlossen.

Am Mittwoch bin ich dann noch ein letztes Mal mit Kati essen gegangen und zwar im "Monte Rosa". Das Restaurant war echt schön und das Lunchbuffet für 10 € auch echt empfehlenswert. Es war ein schöner Abschluss von der Zeit hier in Rovaniemi.

Da es heute auch endlich aufgehört hatte zu schneien, bin ich am Nachmittag dann nochmal rausgegangen um einen Schneeengel zu machen. Ich kann ja nicht nach Hause fahren ohne das ein einziges Mal gemacht zu haben. Ich nahm Anita mit, um mich bei dieser witzigen Aktion zu fotografieren - und auch, um mich aus dem Schnee zu holen ohne den Engel kaputt zu machen.

Die Tage vor und während des Osterwochenendes verbrachten wir damit, lange auszuschlafen, ein paar letzte Einkäufe zu erledigen und einfach die restlichen Tage zu genießen, ganz ohne Stress und Hektik. Als dann auch unsere drei Mitbewohnerinnen Swantje, Nadja und Jessica (beide seit dem letzten Wochenende hier und aus der Nähe von Frankfurt/Main) ab Freitag frei hatten, gingen wir noch ein letztes Mal ins "Doris". Außerdem veranstalteten wir Filmeabende, was sehr amüsant war, denn es waren meist Disneyfilme wie "Der König der Löwen", "Anastasia" oder "Madagascar", wo wir natürlich bei allen Liedern lauthals mitsangen, da wir sie in- und auswendig konnten. Es war ein Riesenspaß und deswegen auch etwas schade, dann doch nach Hause fliegen zu müssen.

Nach einem langen Osterspaziergang in die Stadt (und einem letzten Besuch bei dem nördlichsten McDonalds) gab's dann am Abend vom Ostersonntag ein letztes großes Essen zuhause.

Am Montag hieß es dann PACKEN. :) Nach gut zwei Stunden hatte ich endlich alle meine Sachen und Souvenirs in Koffer und Handgepäck verstaut, bevor sich Anita auf ihre Sachen stürzen konnte. Nachdem wir dann abends nochmal alle gemeinsam im Wohnzimmer gesessen und ein letztes Mal über Gott und die Welt gequatscht hatten, versuchten wir noch ein paar Stunden zu schlafen, bevor wir die Heimreise antraten.

Pünktlich um 07:45 kam das Taxi, das uns zum Flughafen brachte, wo wir in Ruhe unsere Koffer eincheckten konnten (ich hatte acht Kilo Übergepäck, musste aber dank einer netten Flughafenbeamtin nur 50 € dafür zahlen), denn der Start wurde um 30 Minuten verschoben. Das war allerdings nicht so tragisch, denn wir hatten sieben Stunden Aufenthalt in Helsinki und mussten somit nicht gleich weiter zu einem Anschlussflug.

Als wir dann also in Helsinki ankamen hieß es: "Und was machen wir jetzt bis 17:15?" Zuerst suchten wir uns einen Platz, wo wir unsere Sachen abstellen konnten und dann erkundeten wir den Flughafen. Im Großen und Ganzen waren dort sehr viel kleine Souvenirshops und ein paar kleine Restaurants und Imbisse. Nachdem wir uns alles angesehen hatten, machte jeder dann sein eigenes Ding (ins Internet gehen, Musik hören, lesen, das Rollfeld mit seinen ganzen Flugzeugen und Koffercontainern beobachten). Die Zeit ist dann aber letzten Endes doch relativ schnell vergangen. Zwischendurch wechselten wir zu unserem Gate und warteten dort. Pünktlich um 17:15 startete dann auch unser Flieger und wir landeten dann 18:10 heil in Berlin, wo wir sogar gleich unsere Koffer bekamen (nicht wie bei dem Hinflug im Januar).

Als wir uns gegenseitig verabschiedeten, konnten wir endlich nach drei Monaten unsere Liebsten wieder in die Arme schließen und in unsere gewohnte Umgebung zurückkehren. Jeder von uns hatte viel zu erzählen und für jeden wartete auch etwas Besonderes zuhause.

Das waren also unsere drei Monate in Rovaniemi. Wir hoffen, dass euch die Berichte aus unserem ‚Abenteuer Finnland’ gefallen haben und ihr einen kleinen Eindruck von dieser spannenden Gegend gewinnen konntet.

Eure Telekom-Tonttus 

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Licht am Ende des Tunnels - Auf zum Endspurt! (04.04.2010)

Für mich bedeutete das Wochenende der Heimreise, von meinen Mitbewohnern Rafael und Robin Abschied zu nehmen in zweifacher Hinsicht. Einerseits weil sich ein super funktionierendes Team aus uns Dreien auflösen musste, aber auch weil es hieß, die schon fast idyllische und sehr lieb gewonnene Ruhe gegen ein gehöriges Gewusel einzutauschen. Verursacht wurde dieses von fünf neuen Mitbewohnern, welche in der Nacht von Freitag zu Samstag völlig überraschend eintrafen, als wir noch im Doris tanzen waren.

Sie kamen auch aus Deutschland, wie sich schnell herausstellte; Studenten aus Baden-Württemberg, die hier aber nur für zwei Wochen ein paar Vorlesungen und Exkursionen erleben wollten.

Zwar brauchte ich ein paar Tage, um mich an das neue Klima in meinem Heim zu gewöhnen (ja, man musste sich ab jetzt z.B. absprechen, wer früh wann für wie lange ins Bad geht, da es anderenfalls Stau gibt, den man besonders in der morgendlichen Eile ganz und gar nicht gebrauchen kann). Aber es klappte alles problemlos, so dass alle pünktlich und ohne viel Stress loskamen. Jetzt im März machte sich auch hier so langsam der Frühling bemerkbar; auch wenn sich das nicht unbedingt in merklich wärmeren Temperaturen ausdrückte, wohl aber in der Anzahl der täglichen Sonnenstunden. Vorbei sind endlich die Zeiten, wo man sich früh im Dunkeln aus dem Bett quälte, bis 11 Uhr auf ein wenig Tageslicht warten musste und erst nach Sonnenuntergang Feierabend hatte.

Alles in allem begann in dieser Woche eine echt mobile Zeit, in der ich mit jedem Tag motivierter wurde. Man könnte sagen, ich wachte aus einer Art „Winterschlaf“ auf, sorgte mit regelmäßigen Spaziergängen ins Zentrum für Abwechslung im Alltag. Sicher ging es nicht nur mir so, fieberten wir doch alle der Heimreise am 6. April entgegen. Das Wiedersehen mit unseren Familien war nun wirklich nicht mehr in weiter Ferne.

Die Planung der Rückreise stand vor der Tür, so dass wir uns u.a. Gedanken darüber machen mussten, alles wieder zurück nach Deutschland zu verfrachten; am besten auf die gleiche Art wie schon bei der Ankunft: mit Paketen. Nachdem die Ernüchterung darüber, dass die finnischen Rekordpreise auch vor einfachen Paketen nicht Halt machen, verflogen war, packten wir jeder zwei davon, wovon jeweils eines glücklicherweise von der Uni Lapland bezahlt wurde. Ein Dankeschön an dieser Stelle an Outi, die uns das ermöglicht hat! 

Zu meinen Ausflügen nach der Arbeit zählte in letzter Zeit u.a. der Besuch des Friseurs und eines Restaurants für finnische Spezialitäten namens „Nili“, in welchem ich Eismeerlachs aß. Das war im Übrigen eine echte Gaumenfreude, im Gegensatz zum täglichen Allerlei wie Brot, Pizza oder Spaghetti mit Ketchup, was sich immer wieder mehr oder weniger abwechselte...

Der Arbeitsalltag gestaltete sich die vergangenen beiden Wochen unspektakulär. Ich „bastelte“ an zwei Übersichten mittels Microsoft Excel, dessen Gebrauch mir durch dieses Praktikum hier sehr viel geläufiger wurde. Ich glaube, das kennt jeder, wie schön „Aha-Effekte“ doch sind; und von diesen hatte ich hier eine ganze Reihe.

Mit dem Voranschreiten dieser zwei Wochen kam auch das Ende unseres Praktikums näher und somit die offizielle Verabschiedung von Anita, Elizabeth (einer Praktikantin aus Kanada) und mir aus der UArctic und ULapland. Offiziell deshalb, da wir geraume Zeit vorher über Outlook zu der im großen Tagungsraum stattfindenden „Farewell-Party“ (Verabschiedungsparty) eingeladen wurden. Nahezu das gesamte Kollegium war anwesend, es gab Kaffee und Kuchen, man hatte sich viel Mühe für uns gegeben. Die Atmosphäre war schon ziemlich feierlich, als Virpi für die ULapland und Scott für die UArctic jeweils eine Abschiedsrede für uns hielten, an deren Ende uns jedem ein „Kuksa“ - das ist ein typisch lappischer Trinkbecher aus Holz - überreicht wurde. Darauf waren jeweils unsere Namen graviert, so kann es zu keinen Verwechslungen kommen.

Was die Formalitäten zum Nachweis unseres Auslandspraktikums betraf, hatten wir diesmal vorgesorgt: Anita erklärte sich bereit, unsere Checkliste mit allen wichtigen Formularen, die einer Unterschrift bedurften, im Auge zu behalten. Dadurch wollten wir Ärger im Nachhinein durch zusätzlichen Schriftverkehr vermeiden…

Wir starteten wieder einmal in ein schönes sonniges Wochenende, da gab es nix zu meckern… bis auf die Tatsache, dass es einfach nicht aufhören wollte zu schneien… So türmten sich die Schneeberge, die an den Straßenrändern durch emsige Räumfahrzeuge angehäuft wurden, immer höher. Lief man irgendwo lang, so konnte man die Fußspuren etwa eine Stunde später nur noch erahnen. Sehr ungewöhnlich für Ende März, fast April! Ich für meinen Teil werde Finnland für diesen schönen Winter in Erinnerung behalten und nicht so matschig wie in Deutschland. In den letzten Tagen dieses Monats kletterten die Temperaturen sogar bis über 0°C , was die Verwendung von Handschuhen schon fast überflüssig machte (ja, alles eine Frage der Gewöhnung und der Abhärtung ). Zudem weht hier oben kein sehr starker Wind, was die gefühlte Temperatur nicht so sehr von der tatsächlichen abweichen lässt.

Freitag-Abend war mal wieder Party angesagt. Nelson, Ernest und ich glühten bei den Mädels vor und danach ging's mit Cora, Janina und Jenni ab ins Doris. Es war ihr letzter Abend mit ausreichend Zeit zum Ausgehen, so kann man hier schon von der nächsten Abschiedsfeier sprechen. Im Laufe des Abends (oder der Nacht, besser gesagt) lernten wir einige ziemlich verrückte Tänzer kennen, die uns dazu verleiteten, noch ins Onnela zu gehen, wo es mehrere Dance-Floors und einen Karaoke-Floor gibt.

Als Ausgleich für soviel „Action“ in der Nacht von Freitag auf Samstag gestaltete sich der Rest-Samstag nach dem Aufstehen sowie der Sonntag ruhig und ohne besondere Vorkommnisse. Schließlich ist es auch mal notwendig, sich Zeit für etwas „unliebsame“ Dinge zu nehmen, wie beispielsweise Aufräumen des Zimmers und Staubsaugen. So freute ich mich am Sonntag-Abend über ein Zimmer, in dem ich auf Anhieb Dinge finden konnte! Hierbei sei erwähnt: ich beherrsche das Chaos auch ganz einfach, aber das war eine neue Erfahrung.

Jetzt konnte die neue, die wirklich letzte vollständige Finnland-Woche beginnen. Das ist schon ein merkwürdiges Gefühl: der schier endlos erscheinende Finnland-Aufenthalt im finalen Stadium… Wer hätte im Januar gedacht, dass die Zeit so verfliegt? Sicher keiner von uns… Die letzten Eindrücke der Telekom-Wichtel (Tonttus ) sowie die Abwicklung der Rücktour wird Netti demnächst hier im Blog beschreiben…

Bis bald in Deutschland!

Viele Grüße,

Alex =)

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Rentier-Rennen (15.03.2010)
 

Und wieder ist eine Woche vorbei. Aber diesmal ist es eine besondere, denn es war die 10. Woche hier in Rovaniemi. Wir sind also endlich im zweistelligen Bereich!!! Jetzt nur noch drei Wochen und es geht wieder ab nach Deutschland.

Diese Woche war auch noch aus einem anderen Grund besonders, denn am Montag haben wir endlich die 0°C Marke geknackt. Wir hatten an dem Tag +4°C! Aber leider auch nur für einen Tag, danach ging's dann wieder runter in die Minusgrade, immer so um die -8°C. Einen heftigen Wetterumschwung für 20 Minuten gab's dann noch gratis dazu: zuerst wurde der Himmel ganz dunkel, es begann zu regnen und dann kam auch noch Schnee dazu und es wurde extrem windig. Aber wie gesagt, nach 20 Minuten war der ganze Spuk vorbei und die Sonne schien wieder. Sehr komisch, aber auch etwas witzig.

Ansonsten verlief die Woche ganz normal, abgesehen davon, dass in der Uni und bei mir am Institut keine Studenten rumsprangen, denn es waren Winterferien und alle waren sie draußen im Schnee beschäftigt.

Am Freitag stand dann ein Rentierrennen auf dem Programm. Wir trafen uns mit den beiden Belgiern und unseren vier Berliner Mädels – Janina, Jennifer, Cora und Svantje, die letztes Wochenende noch dazugekommen ist – alle bei McDonalds, aßen eine Kleinigkeit und gingen dann runter zum Lordi Square, wo wir schon von weitem eine abgesteckte Rennbahn sahen.

Wir suchten uns einen Platz und warteten auf den Start um 18:00. Blöd war nur, dass die Ansagen alle auf Finnisch waren, obwohl mehr Touristen als Einheimische zusahen. Eine Arbeitskollegin erklärte mir, dass es bei dem Rennen nicht um die Menschen ging, die hinter den Rentieren auf Skiern gezogen wurden, sondern um die Tiere an sich.Porokisat

Sie wurden, nachdem sie am Ende der Strecke angekommen waren, mit einem Transporter zurück an den Start gebracht, wo sie je nach ihrer erreichten Zeit nochmal antreten und sich auf den Plätzen weiter nach vorne kämpfen konnten. Es war schon sehr spannend, wie schnell die an uns vorbeigerannt sind. So schnell kamen wir kaum mit unseren Kameras hinterher, aber wir haben es geschafft, ein paar Bilder zu machen. Wir konnten deutlich sehen, dass die Tiere im Rennen viel kleiner waren als die, die wir im Santa Claus Village gesehen hatten. Sie waren kleiner und hatten mehr Muskelmasse , um gut fürs Renne geeignet zu sein.

Nach dem Rennen gingen wir noch schnell in den Alkoshop, denn abends hieß es wieder Abschied feiern. Diese Mal von Robin und Rafael, die am Sonntag wieder nach Hause geflogen sind. Wir glühten also bei ihnen vor und fuhren dann zum Doris, wo wir alle viel Spaß hatten und einen schönen Abend verbrachten.

Am Samstagabend gingen wir dann nochmal alle in den Pub, wo wir gemütlich beisammen saßen, Billard spielten und Karaoke sangen.

Sonntagnachmittag hieß es dann: "Goodbye and see you perhaps in Berlin oder Antwerp."

Für Anita, Alexander und mich war das jetzt schon die vierte Verabschiedung in den letzten zehn Wochen. Eine wird noch folgen und dann können auch wir endlich nach Hause fliegen!
 

Netti

Ruhe und Alltag... oder so... (09.03.2010)

Ja, früher oder später muss es auch bei etwas so Spannendem wie einem Auslandsaufenthalt im entlegenen Finnland mal passieren: eine Woche ganz ohne Aufregung, in der man sich nur auf das alltägliche Leben konzentriert und jeden Tag mit einer gewissen Routine schon fast lässig an sich vorbeiziehen lässt.
Für meine beiden Kollegen und mich war die letzte eine solche Woche. Nachdem wir nun – wie ausführlich in den bisherigen Berichten nachzulesen – alle wichtigen Punkte auf unserer ‚To-do-while-in-Finland’-Liste abgearbeitet haben, konnten wir uns in der ersten Märzwoche fast vollständig unseren jeweiligen Arbeitsroutinen und dem alltäglichen WG-Leben widmen.

Für Netti und mich bedeutete das unter anderem das Gewöhnen an ein Ende unserer Zweisamkeit aus dem Februar. Am letzten Wochenende bekamen wir nach gut einem Monat wieder „Verstärkung“ in unserem temporären Zuhause. Die drei Berliner Mädels – Cora, Jennifer und Janina – kommen von derselben Schule wie unsere ersten Mitbewohnerinnen hier in Finnland und brachten neben einer Menge Krimskrams (zwei Badezimmer + fünf weibliche Wesen = Krieg der Welten auf Badezimmerformat...) vor allem eine Menge Lautstärke in unser vorher recht ruhiges Domizil. (Und die Erkenntnis, dass Abwaschen bei einem begrenzten Geschirrvorat wie unserem mit sechs Leuten plötzlich um Längen wichtiger wird. Lektionen für’s Leben...) Netti ging in ihrer neuen Rolle als nun schon erfahrenene Teilzeit-Finnin mit Bravour auf und führte die Neuzugänge gleich in den ersten Tagen durch alle wichtigen Alltagslektionen.

Und auch das finnische Wetter schien die drei angemessen willkommen heissen zu wollen. Pünktlich mit ihrer Ankunft kam, wenn auch bei erstaunlich milden Temperaturen, der Schnee.

Und wie er kam... Vier Tage lang schneite und schneite und schneite es, bis der Weg zur Arbeit uns morgens durch knöchelhohe weisse Pudermassen führte. (Neue kollektive Definition von ‚Erleichterung’: der Anblick eines entgegenkommenden Schneeräumtraktors nach zehn Minuten keuchenden Schneckentempos...)

Nun ja. Man kann wohl nicht behaupten, Finnland wirklich erlebt zu haben, wenn man sich nicht wenigstens einmal bei dem Versuch, eine gefühlte zwei Meter hohe Schneewehe zu erklimmen, völlig lächerlich gemacht hat. Und ohne wenigstens einmal einen der verrückteren Einheimischen dabei beobachtet zu haben, wie er trotz Schneemassen tapfer versucht, sich auf dem Fahrrad zu halten. (Manche Finnen wissen einfach nicht, wann es genug sein muss...) In diesem Sinne verbuchen wir auch diese Tage als eine notwendige Erfahrung in unserem ‚Abenteuer Finnland’.

Inzwischen hat sich das Wetter wieder eingepegelt und so stehen uns weitere ruhige Tage ins Haus. Umso ruhiger, weil für die finnischen Studenten in der zweiten Märzwoche Ferien sind, so dass sowohl Nettis Institut als auch die Uni, wo Alex und ich unsere Arbeitstage verbringen, ziemlich leergefegt sein dürften.
Ob wir trotzdem Wege finden, uns irgendwie zu beschäftigen, lest ihr dann nächste Woche an dieser Stelle.

Anita

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Die Einen gehen, die Anderen kommen….  (02.03.2010)

So, nachdem ich ausführlich über unsere Nordlichterbeobachtungen berichtet hab, geht's hier jetzt um die letzten Tage mit Alexandra und René und die ersten Tage mit unseren drei neuen Mitbewohnerinnen aus Berlin.

Einen Abend bevor René wieder nach Berlin fliegen sollte, waren wir alle nochmal zusammen feiern. Sozusagen eine kleine Abschiedsparty.

Wir glühten also ein bisschen vor (damit wir dann später nicht mehr so viel ausgeben müssen) und fuhren dann mit Taxi zum "Doris". Voller Vorfreude gingen wir rein und waren dann etwas überrascht, dass doch nicht so viele Leute da waren. Wir gingen schon davon aus, dass es nicht knüppeldicke voll wird auf’n Donnerstagabend, aber eigentlich war Fasching und Semesterende. Aber gut, wir hofften einfach, dass noch welche kommen würde, denn es war ja erst halb zwölf und somit noch „früh“ am Abend.

Die Zeit verging also und der Club wurde irgendwie immer leerer und leerer (es kamen zwei Leute, aber dafür gingen drei). Wir waren eigentlich so gut wie die einzigen, die tanzten und Stimmung machten.

Damit der Abend für René nicht in schlechter Erinnerung bleibt, machten wir uns dann doch auf ins „Onnela“ (hier ist's immer etwas teurer als im Doris, aber dafür 3 Floors), um dort wenigsten noch mit ein paar mehr Menschen Party zu machen (hier war nämlich "Faschingsparty"). Als wir aber ankamen, fiel Alexander auf, dass er seinen Ausweis nicht dabei hatte und so teilte sich unsere Gruppe. Alexandra blieb mit den beiden Belgiern im Onnela und Alexander, René und ich gingen wieder zurück ins Doris, wo wir dann den restlichen Abend mehr oder weniger unsere eigene Party machten (hatten Tanzfläche und Bühne für uns alleine), da es immer noch nicht voller geworden ist und die paar Leute, die da waren meist nur rumsassen, tranken und quatschten (wofür man, meiner Meinung nach, auch in eine Bar gehen kann).

Als dann PÜNKTLICH um 03:30 der DJ die Musik ausmachte , gingen wir zu Scanburger, wo wir dann die anderen trafen und gemeinsam zur Unterkunft fuhren ...

Am letzten Tag war dann ein gemütlicher Pubabend mit ein paar Billardrunden geplant. Eigentlich wollten wir ja heute weggehen, nur im Doris kam man nur mit Anzug und Kleid rein und das Onnela ist wie gesagt, immer etwas kostenspieliger, deswegen also schon Donnerstag feiern gewesen .

An diesem Abend haben wir dann auch endlich noch richtige Nordlichter gesehen (siehe letzter Artikel). Eigentlich ein tolles Abschiedsgeschenk von Finnland oder nicht!?

Als wir dann wieder in der Wohnung waren, quatschten wir alle noch ein bisschen, aber irgendwann sind dann alle Jungs nach und nach ins Bett gegangen, nur Alexandra und ich sind bis morgens wachgeblieben (durch plappern wachgehalten ), trotz weniger Stunden Schlaf den Abend zuvor .

Wir haben René dann also morgens um 04:45 zum Taxi gebracht (um sicher zu gehen, dass er auch wirklich fliegt ) und sind dann totmüde ins Bett gefallen. 

Am nächsten Tag haben Alexandra und ich uns dann in neuer Frische getroffen undPakkaskuva sind in die Stadt gelaufen (es kam mal wieder kein Bus bei -25°C und Sonne), wo wir uns dann mit Robin und Rafael im "Coffee House" (sehr gemütlich und mit WLAN!) getroffen haben. Danach ging's dann noch zu "Hesburger" ein paar Burger essen (ist aber nicht so gut und etwas teurer als McDonalds) und dann auf den Fahrrädern der beiden Jungs zurück zur Unterkunft. Zwischendurch haben wir aber noch Alkohol gekauft, um abends dann wieder für die nächste Party vorglühen zu können.

Um also gut in Stimmung zu kommen, tranken wir den Wodka und spielten Twister (angetrunken wirklich sehr amüsant ).

Nach ein paar Runden gings dann mit dem Taxi in die Stadt zum "Doris", wo diesmal auch mehr los, aber trotzdem um 03:30 wieder Schluss war... Aber es war ein toller letzter Partyabend mit Alexandra, doch es sollte nicht der letzte sein...

Der Sonntag war dann wie jeder andere auch: Wäsche waschen, ausruhen und seelisch und moralisch auf die neue Woche einstellen

Diese verlief dann auch wie jede andere. Anita, Alexander und ich gingen unserem gewohnten Arbeitsalltag nach, nur Alexandra musste ab jetzt immer alleine zur Arbeit, aber sie hatte ja auch nur noch wenige Tage bis auch sie nach Hause fliegen konnte.

Anita und ich bekamen diese Woche, genauso wie schon in den anderen beiden zuvor, wieder ein paar neue Mitbewohnerinnen, aber auch wieder nur für ein paar Tage, denn am Samstag kommen drei neue Mädels aus Berlin für ein Monat zu uns. 

Ein Abend zuvor war dann noch eine kleine Home- und Abschiedspary für Alexandra geplant. Die dann später im Pub bei ein paar Billardrunden fortgeführt und dann aber spontan im "Doris" beendet wurde . An diesem Abend war auch ein bekannter finnischer Rapper dort, doch als wir ankamen, hatte er grad seinen letzten Song beendet und ist gegangen.

Wir ließen uns davon nicht runterreißen und feierten trotzdem noch bis in die frühen Morgenstunden. Wir haben sogar noch ein paar Deutsche kennengelernt. Doch das brachte uns nicht darüber hinweg, Alexandra in gut einer Stunde zu verabschieden und nach Hause fliegen zu lassen. Es war mal wieder ein trauriger Abschied, denn nun sind nur noch Alexander, Anita und ich übrig und müssen noch bis zum 06.04.2010 hier ausharren, bis wir dann auch endlich ins Taxi steigen können und Finnland Aufwiedersehen sagen.

Samstagabend war es dann aber soweit, die Neuen sollten kommen und sie kamen. Mit viel Gepäck und einer Menge Schnee (es hatte den ganzen Tag durch geschneit).

Ich bin dann noch mit ihnen zu einem kleinen Kiosk namens "SIWA" gelaufen, damit sie sich für den Abend und zum Frühstück zu essen holen konnten, denn Prisma hatte schon zu.

Am nächsten Tag bin ich dann auch noch mit ihnen zusammen einkaufen gewesen und haben ihnen etwas die Umgebung gezeigt.

Und nun ist wieder eine sehr lustige, aber auch traurige Woche vorbei, aber mal sehen wie die nächsten Wochen mit den drei Mädels werden.

Seid gespannt....

Also bis dahin

Netti

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Gesucht und Gefunden (02.03.2010)

So da bin ich wieder, liebe Leser. Nachdem Alexander von seinem Ausflug in den Wald berichtet hat, erzähle ich euch ein bisschen was von unserer Suche nach den Nordlichtern.

Während Alex also draußen irgendwo im Nirgendwo rumgesprungen ist, sind wir (Alexandra, René, die beiden Belgier Robin und Rafael, Riat (Student aus Bangladesch) und ich) am Dienstag raus auf den zugefrorenen See um Nordlichter zu sehen (der Tipp ausgerechnet heute mal nach ihnen zu suchen, kam von Aija). Wie ihr sicherlich gemerkt habt, fehlt eine Person. Richtig, Anita, denn ihr war es etwas zu riskant auf den See zu gehen und sie ist lieber zuhause im Warmen geblieben, denn es waren auch mal wieder -25°C draußen.

Wir stiefelten also dick eingepackt und mit Kameras ausgestattet Richtung See, als ich auf einmal einen hellen Schleier am Himmel sah und laut losschrie: „Da, da. Ich seh’ welche!“ Alle schauten sich erstmal am Himmel um und dann folgte ein lautes: „Ah ja, du hast Recht.“ Daraufhin liefen wir alle einen Schritt schneller, um rasch auf den See zu kommen, wo uns die ganzen Straßenlaternen nicht störten sollten (auf dem See gingen dann aber alle doch wieder etwas langsamer).

Es sah echt toll aus, nur leider war es wie gesagt ein heller dünner Schleier, den wir auch deswegen nicht richtig fotografieren konnten und noch dazu waren die Laternen doch heller als gedacht. Aber das störte uns nicht und wir beobachteten den Himmel munter weiter (zwischendurch wurden auch noch ein paar Sternbilder gezeigt ). Nach einer Weile rumlaufen, merkten wir dass die Nordlichter immer heller wurden und irgendwann verschwanden, was ziemlich schade war, aber uns wurde auch so langsam kalt, also drehten wir um und traten den Heimweg an. Nur René wollte wieder kurz vor seiner Heimreise hervorstechen und bog auf einmal einfach links ab und lief einen anderen Weg Richtung Ufer als wir (unserer wurde schon von mehreren Leuten und Snowmobilen genutzt und war deswegen recht festgetreten, seiner aber nur von sehr wenigen…).

Als wir an der Straße angekommen waren, riefen wir dann ein paar Mal nach ihm, um sicherzugehen, dass alles ok ist. Doch nach einer Weile hörten wir nix mehr von ihm… Wir blieben stehen um zu gucken, ob sich was bewegt, aber nix dergleichen. Dann auf einmal entdeckten wir eine Person auf einer Nebenstrasse, die René sehr ähnlich sah und er war es dann auch. Als wir bei ihm ankamen, gab’s von Alexandra erst einmal einen kleinen Seitenhieb für den Schreck und Rafael schubste ihn später noch in einen Schneeberg , doch dann ging es gemeinsam ohne weitere Zwischenfälle zur Unterkunft…

Aber das konnte es doch nicht schon gewesen sein!? Ich sprach mir gut zu, dass ich
bestimmt noch mal richtige sehen werde und mein Wunsch sollte auch erhört werden...

Am letzten Abend von René war es dann so weit. Wir gingen so gegen Mitternacht aus dem Pub raus, wo wir auf seinen letzten Abend angestoßen und Billard gespielt hatten. Als ich mich Richtung City umdrehte, wunderte ich mich schon, warum der Himmel diesmal so hell war. Die anderen meinten nur, dass es die Lichter aus der Stadt sind und die Straßenlaternen. Also drehte ich mich wieder um und folgte den anderen. Während wir gemütlich Richtung Unterkunft liefen, beobachtete ich den Himmel trotzdem weiter, denn er sah heute verdächtig rot und sehr hell aus. Und dann sah ich sie...

Die anderen taten es mal wieder nur als Scheinwerferlichter von den Supermärkten ab, da man nur zarte, helle Streifen am Himmel sah (es hätten wirklich solche Lichter sein können), doch als wir endlich an den dichten Baumkronen vorbei waren, hat man sie gesehen. Mehrere rote und weiße Steifen am Himmel. RICHTIGE NORTHERN LIGHTS. Ich war ganz aus dem Häuschen, denn es sah so schön aus. Genauso wie man sie sich vorstellt bzw. schon auf einigen Bildern gesehen hat.

Da den anderen es doch zu kalt draußen war (-33°C), gingen sie schon rein, doch ich bin noch ein Stückchen weitergelaufen Richtung Straße, wo man eine tolle Sicht hatte. Jedoch störten auch hier wieder einige Straßenlaternen, doch ich ließ mich davon nicht beirren und beobachtete den Himmel weiter.

Nach einer Weile wurde dann aber auch mir kalt und ich trat den Rückweg an. Als ichHiihtomaskit dann bei den anderen ankam, um sie doch noch zu überreden mitzukommen, kamen mir schon dick eingepackt entgegen und meinten nur so, dass sie nochmal los und Fotos machen wollen. Ich fackelte nicht lange, fragte Alexandra nach einer Skihose und ging mit den beiden mit auf die Jagd nach den Nordlichtern.
Wir liefen ein Stückchen bis wir nicht mehr allzu sehr von Laternen umgeben waren und knipsten begeistert drauf los. Immer wieder hörte ich ein "Oh" oder "It's so beautiful... look there..." , denn immer wieder traten neue Streifen am Himmel auf oder wurden heller als andere.

Nachdem wir gefühlte hundert Fotos gemacht haben, gingen wir wieder zurück ins Warme und werteten die Bilder aus. Leider war nur die Hälfte zu gebrauchen und wir mussten viele löschen, denn wenn wir versucht hatten mit Blitz zu fotografieren, hatten wir meist nur die fallenden Schneeflocken drauf und ranzoomen ging auch nicht so gut, weil sie einfach zu weit weg waren.

Aber es war trotzdem ein echt tolles Erlebnis. Man sollte sich abends echt die Zeit nehmen, sich dick anziehen, rausgehen und nach ihnen suchen. 

Wer suchet, der findet auch ;)

In diesem Sinne viel Spaß beim Nordlichter jagen ...

Netti

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Finnland pur: Die "Developing Days" der ULapland in Pyhätunturi (24.02.2010)

Zweimal jährlich, jeweils zum Zweck der Planung des Winter- und Herbstsemesters, halten die Mitarbeiter des „International Office“ der Universität von Lappland eine mehrtägige Konferenz namens „Developing Days“ ab.

Sie wird kombiniert mit einer örtlichen Veränderung: in der idyllischen Umgebung namens Pyhätunturi (der Name leitet sich aus den dort befindlichen Bergen ab) ist für eine gute Mischung aus Arbeit und Freizeit gesorgt…

Auch ich durfte an dieser ersten Dienstreise im Jahr 2010 teilnehmen. Per Besprechungsanfrage im Outlook erhielt ich zuvor alle wichtigen Informationen über Treffpunkt, Abfahrt und benötigte Ausrüstung.

Also packte ich meine „sieben Sachen“ und fand mich wie besprochen am Eingang der Universität mit meinen Kollegen ein.

Wir konnten bequem mit dem VW-Bus der Uni fahren, in den sogar alles, d.h. im Wesentlichen Ski, Laptops und Unmengen an Verpflegung, hineinpasste.

Das finnische Winterpanorama offenbarte sich an zahlreichen Stellen auf der etwa zweistündigen Fahrt, die uns schließlich in ein Skigebiet führte, zu einem ruhig gelegenen Blockhaus (oder eher Häuschen, da es echt gemütlich war…) inklusive Sauna. Auf den beiden Etagen war mehr als genug Platz für uns alle. Ich richtete mich in der gemütlichen 2. Etage ein.

Nachdem dies erledigt war, ging jeder seiner Wege. Manche entschieden sich für die rasante Abfahrt auf der Ski-Piste, andere wiederum für Langlauf. Ich nahm mir einen Schlitten (ich nenne es einfach mal so, aber 'Laufgestell' oder 'Gehhilfe für den Schnee' würde auch passen) und erkundete die Gegend. Mit der Zeit hatte ich auch die richtige Technik, um beim Bergabfahren lenken und auch weitgehend sicher bremsen zu können.

Das Beisammensein, vor allem beim Essen, ermöglichte es mir, ausgiebigen Konversationen auf Finnisch zu lauschen und es war wirklich motivierend, immer mehr Wörter aus dem bereits Bekannten wieder zu erkennen.

Übrigens: seit Wochen habe ich nicht mehr so abwechslungsreich und schmackhaft gegessen wie an diesen Tagen: es gab geräucherten Lachs, Tortillas, Gemüse, aber auch Roggenbrot und Salat.

Der Abend gestaltete sich für mich ruhig und entspannt. Jaana & Co. besprachen noch einige dienstliche Angelegenheiten und schließlich wurde ich von den überaus bequemen Betten hier überrascht (hm… schade, dass wir hier nur zwei Nächte bleiben!). 

Der folgende Tag (Dienstag) begann ohne Hast. Nach etwa zwei Stunden Konferenz, während der ich mich meinem Kursbuch „Survival-Finnisch“ widmen konnte, ging es ans Essen und danach hinaus in die Natur. Diesmal erkundete ich zu Fuß die Gegend und bog von der Hütte aus gesehen nicht links, sondern rechts ab. Da während unseres gesamten Aufenthaltes in Pyhätunturi locker die – 20 Grad-Marke geknackt wurde, hatte ich endlich einmal Verwendung für meine Skihose. Das Wetter hätte schöner nicht sein können: gegen die Temperaturen war ich ja gerüstet und die Sonne strahlte hell vom komplett wolkenlosen Himmel.

So marschierte ich den breiten Weg, quer durch dichte Wälder, immer weiter und machte Fotos mit dem Handy (so viele braucht zwar kein Mensch, aber die Speicherkarte ist ja groß genug und für die schönsten Motive konnte ich mich so schwer entscheiden…). Also unterwegs alles geknipst, was ich irgendwie interessant fand, es kostet ja nichts.

Die Zeit verging wie im Flug und bis ich wieder „zu Hause“ war, wurde es allmählich dunkel. Ja, zugegeben: ich hätte diese Hütte in Pyhätuntturi sofort gegen unsere Wohnung in der Väylätie eingetauscht! Die Atmosphäre hier war einfach typisch finnisch: die Umgebung, die Bauweise, die Sprache meiner Kollegen und, wie schon erwähnt, das Essen.

Aber halt! Fehlt da nicht noch etwas, um diese drei Tage wirklich landestypisch nennen zu können? Mal scharf nachdenken... ja, richtig: natürlich die Sauna! Diese befand sich in unmittelbarer Nähe zum Haus. Der Weg musste allerdings erstmal freigeschaufelt werden, wollte man doch unterwegs nicht komplett im Schnee versinken. Dank einer, wie ich finde, überdimensionalen Schneeschaufel ging dies recht fix.

Das Schnöne an der Sauna ist, dass sie zweierlei Dinge möglich macht: Entspannung und gleichzeitig Abhärtung. Einerseits ist es diese gemütliche Atmosphäre, die Ruhe, fernab von Stress und Hektik; andererseits der ungemeine Wert für die Gesundheit. Getreu dem finnischen Brauch ließ auch ich mich zwischendurch gänzlich in den Schnee fallen, um danach wieder auf Temperatur zu kommen...

Der Abend klang unspektakulär aus. Man redete so über dies und das, und ich pickte immer wieder bekannte finnische Worte aus den Unterhaltungen.

Am nächsten Tag war dann Aufräumen angesagt, d.h. alles zusammenpacken und verstauen, aber auch das Haus wieder auf Vordermann bringen.

Nach dem Mittagessen ging es dann heimwärts. Für mich war bemerkenswert, wie zügig doch auf den ziemlich glatten finnischen Strassen gefahren wird: es galt auf der Landstrasse weitgehend ein Tempolimit von 100 km/h. Und obendrein werden Blitzer, wenn sie mal irgendwo vorhanden sein sollten, mit grossen Warnschildern angekündigt. Also das wäre echt mal eine Sache, die man für Deutschland auch übernehmen könnte!

Abschließend möchte ich noch sagen, dass ich meinen Kollegen sehr dankbar dafür bin, diesen Ausflug mitmachen zu dürfen, es war eine tolle Erfahrung!

Schöne Grüße,

Alexander

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Unsere Snowmobilsafari (23.02.2010)

Seit wir uns entschlossen haben, trotz des vorhandenen Risikos mit dem ultimativen Spaßfahrzeug in nordischen Ländern, dem Schneemobil, zu fahren und der Termin feststand, begann die Vorfreude: endlich einmal die autofreie Zeit unterbrechen und selber fahren! Denn nicht nur für mich bedeuten die Wochen hier in Finnland einen wesentlichen Verlust: den Autoentzug…

Ungefähr eine Woche im Voraus waren wir über die Tour und den Preis informiert. Dank Aija, der Chefin von René und Alexandra, die im Santa-Claus-Village an der Information arbeiten, fiel das Preis-Leistungsverhältnis erfreulich gut aus: mit dem Snowmobil sollte es zur Huskyfarm gehen, wo wir eine Schlittenfahrt erleben würden.

Beides erhielten wir mit einem Rabatt von insgesamt fast 50 %.

Natürlich gingen wir alle mit der gebotenen Vorsicht an die Sache ran. Die nur ein paar Sekunden dauernden Instruktionen des Vermieters beschränkten sich auf drei Punkte: Gas ist hier, Bremse da, ach ja und noch was, so ganz beiläufig: ein Schaden kostet mal eben schlappe 800 Euro.

Der Adrenalinspiegel schoss in die Höhe, als wir endlich – wie im Gänsemarsch, mit gebührendem Abstand voneinander – losfuhren.

An die Fahrphysik eines Schneemobils kann man sich, wie ich finde, ziemlich schnell gewöhnen: wichtig ist, Richtungsänderungen auch mit dem eigenen Körpergewicht zu unterstützen, da das gesamte Lenken und Kurshalten tierisch auf die „Mukkis“ geht… Schneemobil

Da es in der Nacht vor unserem Trip heftig geschneit hatte, mussten wir uns durch verhältnismäßig viel Schnee wühlen.  

Wie wir bald feststellten, waren auch wir nicht allein auf den finnischen Schneemobilstraßen unterwegs und die Kenntnis von Verkehrsregeln wurde unabdingbar. Mehrmals trafen wir auf Gegenverkehr, dem natürlich vor dem Linksabbiegen Vorfahrt zu gewähren ist, oder wir überquerten kleine Straßen, an denen ein großes Stoppschild stand.

Ab und an sollte man auch einen Blick in die vorhandenen, aber überaus kleinen Rückspiegel riskieren, denn es kann durchaus von Belang sein, was hinter einem so passiert: dies stellte ich persönlich recht bald fest und wunderte mich, weshalb Alexandra auf einmal so dicht auffährt (hm, das hätte ich ihr ehrlich gesagt nicht zugetraut). Aber es stellte sich heraus, dass es ein ganz anderer – aber ziemlich übermütiger – Fahrer wagte, so kurz bevor wir alle links abbiegen wollten, noch zu überholen. 

Zwar waren wir alle dick, getreu dem „Zwiebelprinzip“ mit mehreren Schichten bekleidet, was uns allerdings nicht davor bewahrte, mit dem Gefühl an der Huskyfarm anzukommen, uns frieren gerade die Finger ab. Hier ein genereller Tipp für alle angehenden Snowmobilfahrer: unbedingt zwei Paar Handschuhe übereinander anziehen, denn man glaubt gar nicht, wie kalt es durch den Fahrtwind an den Händen wird... und das auch, wenn man nicht 200km/h fährt! 

Jedenfalls waren wir uns alle einig, dass die Fahrt viel zu schnell zu Ende war. Noch schneller allerdings verging die Runde mit den Schlittenhunden, sie dauerte nicht einmal fünf Minuten… Aber naja… Wenigstens können wir nun mit Stolz sagen, auch dieses Erlebnis in Finnland mitgemacht zu haben...UND: wir haben`s überlebt!

An diesen Tag werden wir uns alle noch lange mit Freude erinnern... 

Alexander

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Ein Häuschen im Wald, ein Otter und Pizza...  (16.02.2010)

Es sind sonnige -10 Grad in unserer schönen temporären Heimat und mit der Halbzeitmarke unseres Aufenthaltes praktisch schon vor Augen (die Hälfte ist fast geschafft!) mache ich mich auf, von unseren vergangenen anderthalb Wochen hier in Lappland zu berichten.

Nach dem von Netti ausführlich beschriebenen "Fresh Winter Day" verlief der Rest der Woche ruhig und unspektakulär, was mir Gelegenheit gibt, mal einen kurzen Einblick in meinen Arbeitsplatz zu geben.

Wie bereits am Anfang erwähnt, sitze ich wie Alexander in der University of Lapland. Mein Einsatzort ist aber das Internationale Sekretariat der University of the Arctic (UArctic). Der Begriff University ist ein bisschen verwirrend, denn eigentlich geht es um ein Netzwerk aus um die 120 Universitäten und Bildungsanstalten in den arktischen Staaten, die sich untereinander Ressourcen und Forschungsprojekte teilen, um Austauschprogramme in den Norden zu organisieren und nordischen Studenten bessere Studienmöglichkeiten zu bieten. Eine Universität, die keine richtige ist (UArctic), in einer Universität (ULapland), sozusagen. Alles ein bisschen schwierig.  Aber auch sehr spannend.

Das Team hier vor Ort ist relativ klein:
-> die Chefin/meine eigentliche Betriebskraft, Outi - VIP der höchsten Sorte und daher nur selten persönlich zu erwischen...
-> meine tatsächliche - weil anwesende- Betreuerin, Riitta - offiziell Office Manager, aber eigentlich gute Seele für so ziemlich alles,
-> Scott - Information Manager und meine Anlaufstelle für alle organisatorischen Fragen, die Riitta verschusselt , und
-> Pierre - Fund Manager und mein persönlicher Experte für alle Fragen zu Wintersport.

Zur Zeit gibt es außer mir noch eine kanadische Praktikantin, Elizabeth - gerne auch Liz, für alle th-geschädigten Deutschen - die schon ungefähr vier Monate hier war als ich kam und mir in vielen Fragen mit ihrer Erfahrung eine große Hilfe ist.

Mein Aufgabengebiet ist nicht wirklich klar umrissen, so dass ich morgens oftmals nicht weiß, womit ich den Rest des Tages meine Zeit verbringen werde. Ich arbeite mit Scott an der Entwicklung des neuen UArctic-Studienkataloges, mit Riitta an der UArctic Webseite, mit Outi für das Membership and Nominations Committee und zwischendurch darf ich auch mal mit unserer sehr bizarren Kaffeemaschine für Koffeinnachschub sorgen. Ich bin also ausgelastet.

Soweit zu mir. Aber die letzten anderthalb Wochen vergingen natürlich nicht nur für mich und am letzten Samstag war es mal wieder Zeit für eine gemeinschaftliche Unternehmung. Wir - eure Telekom-Tonttus plus Alex/René plus unsere drei Besucher von der Kölner Telekom - statteten dem Zoo im circa 80 Kilometer entfernt gelegenen Ranua einen Besuch ab.

Am ersten Gehege schlossen unsere Männer zuallererst eine innige Freundschaft mit einem sehr verspielten Otter , der uns für einige Zeit mit allerlei Kunststücken unterhielt. (Jeder weiß, dass Otter gut schwimmen können, aber wieviele Dokumentationen zeigen die Tierchen, wie sie auf dem Bauch Schneehügel runterrutschen? Manche Dinge lernt man wirklich nur in der freien Natur.)Ranua Zoo

Anschließend besuchten wir nach und nach Elche, Eisbären, Wölfe, Vögel aller Art (Eulen über Eulen...), diverse Kleintiere (jeder sollte mal ein verschlafenes Frettchen gesehen haben) und viele mehr, die uns teilweise sichtlich für verrückt hielten, weil wir ihnen am frühen Samstagmorgen so mit unseren Kameras auf die Pelle gerückt sind. Der Zoo ist um einen gewundenen Holzpfad aufgebaut, den man umgeben von schneebedeckten Bäumen entlangschlendert (oder rutscht, wenn man - wie im Falle unserer Alex - das falsche Schuhwerk trägt ) und wir verließen den Park schließlich mit heißgelaufenen Fotoapparaten.

Das eigentliche Abenteuer sollte allerdings der Rest des Tages werden. Gegen Mittag wieder draußen angekommen, blieben uns dank des fragwürdigen finnischen Transportsystems noch gute fünf Stunden bis zur Abfahrt unseres einzigen Busses zurück. Und um uns herum nichts, womit sich die Zeit vertreiben lassen würde... Auf Anraten der Ticketverkäuferin des Zoos machten wir uns also auf in Richtung Stadt, die sich in grader Richtung ungefähr zwanzig Minuten entfernt befinden sollte.

Unglücklicherweise hatte die hilfsbereite Dame in ihrem Tipp zwei wichtige Fakten übersprungen: 1.) 20 Minuten finnischer Laufzeit entsprechen ungefähr einer Dreiviertelstunde für alle Menschen aus Ländern, deren Temperatur es nicht notwendig macht, überallhin zu sprinten. 2.) Ranua ist weniger eine Stadt als vielmehr eine Ansammlung vereinzelter Wohnhäuser an einer langen Straße mit einem Supermarkt und einer Apotheke in der Mitte...

Nach guten 45 Minuten Laufen standen wir also am Straßenrand umgeben von - im Grossen und Ganzen - nichts. Außer einer vereinsamten Pizzeria, dem Himmel sei Dank, in der wir dann auch spontan die nächsten Stunden totschlugen. Viel Pizza, Cola und eine mittelschwere Panikattacke später (weil der Bus Verspätung hatte und wir schon dabei waren, uns gedanklich auf eine Ûbernachtung in Ranua einzustellen) kamen wir glücklicherweise doch noch in einem Stück wieder in Rovaniemi an. (Und es ist erstaunlich wie "zuhause" man sich in einer temporären Unterkunft fühlen kann, nachdem man für ein paar Stunden im Nirgendwo verschütt gegangen war. )
Womit sich wieder einmal gezeigt hätte: in einem fremden Land werden selbst die einfachen Dinge wie Zoobesuche und Busfahrten gerne mal zu einem kleinen Abenteuer.

Nachdem wir uns am Sonntag von dieser Expedition erholt hatten, startete die neue Arbeitswoche für mich mit einem Ausflug in den Wald. Dem jährlichen UArctic-Mitarbeiterausflug, um genau zu sein. Dabei verbringt das gesamte Team in der Regel zwei bis vier Tage in einer beschaulichen Waldhütte in der Nähe eines Skiresorts.

Es wird über Erfolge, Probleme und Ziele gesprochen; aber hauptsächlich Ski gefahren, gekocht und die Pause vom alltäglichen Stress genossen. Nicht besonders schwierig mit Skirouten, Sauna und Wanderwegen draußen vor der Tür, sowie Kabelfernsehen und WLAN innendrin. In meinem Fall war der Ausflug aufgrund diverser organisatorischer Probleme tatsächlich nur zwei Tage lang, da durch ein paar große zurzeit laufende Projekte die Hälfte unseres Teams schon am ersten Abend wieder abreisen musste.

Der gesamte Montag war deshalb (nach einem schnellen Einkauf, um die schicke Küche auch mit was Essbarem ausstatten zu können) auch ein einziges langgezogenes Meeting, nur unterbrochen vom Mittagessen (erste wichtige Erkenntnis: Scott macht großartige Pasta). Es wurde über diverse Themen, unter anderem die Kommunikation im Team, gesprochen (aus Rücksicht auf Liz und mich die ganze Zeit auf Englisch statt Finnisch). Zweite wichtige Erkenntnis: meine Chefin ist auch nur ein - wenn auch sehr beschäftigter und deswegen leicht angsteinflössender - Mensch und hat tatsächlich eine durchaus nette Seite, die sich im normalen Arbeitsalltag nur selten zeigt.Am Abend gab es noch ein gemeinschaftliches Abendessen (dritte wichtige Erkenntnis: Rentier kann abhängig von den Fähigkeiten des Koches sehr unterschiedlich schmecken...) und schon waren es nur noch Riitta, Liz und ich.

Während die beiden am Dienstag dann die Gelegenheit nutzten, um Ski zu laufen, beobachtete ich von meinem Platz im Skiresort-Café aus die Finnen gewissermassen in ihrem "natürlichen Element" - Schnee. Vierte und fünfte wichtige Erkenntnis: finnische Kinder werden offensichtlich mit Skiern, Schneeschuhen oder etwas Ähnlichem an den Füßen geboren und finnische Eltern müssen zu den entspanntesten der Welt gehören (ich kann mir nicht vorstellen, dass eine Mutter woanders seelenruhig weiter kaffeetrinkend zusehen würde, während ihr geschätzt fünf Jahre altes Kind grade kopfüber mit gefühlten hundert Sachen in eine Schneedüne gesaust ist...).

Tja, und so war die erste Hälfte der Woche dann auch schon rum. Der Rest verging im gewohnten Arbeitstrott... bis zum Wochenende. Aber von diesem Abenteuer soll euch Alexander in seinem nächsten Beitrag berichten.

In diesem Sinne, bis zur nächsten Meldung aus dem "Abenteuer Finnland"!

Anita

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Und wieder sind zwei Wochen vergangen… (04.02.2010)

Die dritte Woche unseres Praktikums verbrachten wir größtenteils mit arbeiten. Nach der Arbeit ging es meistens direkt nach Hause und wir ließen die Abende entspannt mit unseren Mitbewohnern ausklingen.

Den Freitag feierten wir zusammen mit den anderen deutschen Praktikanten im Doris und Onnella, wobei die finnische Live Musik im Doris nicht überzeugen konnte. Samstags waren wir mutig und wagten uns in den einheimischen Pub um die Ecke. Anfangs waren wir etwas erschrocken, wie laut und gesprächig die Finnen doch sein können. Nach dem ersten Bier und ein paar Runden Billard fanden wir jedoch schnell Anschluss und hatten jede Menge Gesprächspartner. Auch hier gab es wieder eine Karaokemaschine, an der wir selbstverständlich nicht vorbei konnten ohne selbst ein Liedchen zu trällern . Wir sangen gemeinsam das altbekannte Lied „Lemon Tree“ und begeisterten damit sogar die Finnen. 

Rentier mit Kartoffelbrei und JohannisbeerenRentierfleisch mit Kartoffelbrei und Johannisbeeren

Um den Start in die vierte Woche gebührend zu feiern, waren wir gemeinsam mit den drei Telekom-Azubis im Hotel Pohjanhovi essen. Eingeschüchtert von der noblen Atmosphäre im Restaurant, setzten wir uns nach kurzem Zögern und dem gescheiterten Vorschlag doch zu McDonalds zu gehen, an einen Tisch. Und was bestellt man sich, wenn man in Finnland essen geht? Richtig: RENTIER!!!! Wir entschieden uns alle für die traditionelle Variante mit Kartoffelbrei und Johannisbeeren, wobei sich jeder so oft nachholen durfte, wie man wollte. Dieses Angebot haben wir gern angenommen, denn es hat uns erstaunlich gut geschmeckt. Als Nachspeise gab es dann leckeren Schokokuchen mit Erdbeereis und Mousse au Chocolat. Sehr lecker!!!!!!

Leider war das Ende der Woche dann nicht mehr so zum Feiern....

Als wir am Freitag das erste Mal Geld holen wollten, erlebten wir eine böse Überraschung. Denn ausgerechnet unsere beiden Karten gehörten zu den paar Tausend, die einen defekten Chip haben und im Ausland nicht funktionieren. Also hieß es erst mal sparsam sein und sehen wie man Geld bekommt.

Samstags ging es dann - ausnahmsweise mal Privat – auf ins Santa Claus Village. Dort trafen wir den Weihnachtsmann, besuchten ein Ice Village mit Rodelbahn und Eisbar und kauften die ersten Souvenirs. Zum Abschluss gab es für jeden einen Burger von unserem Lieblingskoch. Nachmittags gingen die Mädels dann mal wieder shoppen um Abends in der Disco auch gut auszusehen .

Nach einer langen Nacht fuhren wir zur Entspannung ins Santa Sport Spa, wo wir den Sonntag gemütlich im Whirpool und beim Schwimmen verbrachten.

Alexandra und René 

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Das lang ersehnte Treffen mit Santa Claus (04.02.2010)

So, nachdem sich letzte Woche Alexander an seinem Wochenbericht zu schaffen gemacht und Anita unsere ersten beiden aufregenden Wochen hier in Finnland zusammengefasst hat, bin ich nun an der Reihe euch etwas von meiner Arbeit und unserer Erlebnissen hier zu erzählen.

Also ich arbeite im Lapland Institute for Tourism Research and Education und meine Betriebskraft ist Kati Liikonen. Das Institut stellt ein Bindeglied zwischen dem wahren Arbeitsleben und der wissenschaftlichen Welt an der University of Lapland (LaY), Rovaniemi University of Applied Sciences (RAMK) und dem Lapland Vocational College (LAO) dar. Es versucht, diese Theorie mit der Praxis zu verknüpfen.
Kati ist Projektmanagerin und entwickelt Modelle dafür, wie diese Organisationen (LaY, RAMK, LAO) am besten mit ihren internationalen Partner zusammenarbeiten können. Die diesjährigen Partner, mit denen sie in Kontakt steht, sind in Ungarn, Deutschland, Österreich, Großbritannien und Island. Im Frühjahr stehen sogar schon die ersten Besuche in Ungarn und Deutschland an. Am 05.02.2010 kommt jedoch erst einmal das deutsche Unternehmen zu einem Kennenlernen-Meeting, in dem ich dann auch das erste Mal Protokoll schreiben darf , zu uns.

Meine Aufgabe hier besteht hauptsächlich darin, im Internet nach den wichtigsten Informationen zu suchen und diese in PowerPoint Präsentationen zusammenzufassen, wie z.B. über internationale Partner in Europa und über die Umgebung, in der sie ansässig sind. Außerdem bereite ich Meetings vor, kümmere mich um das Catering, schreibe Protokoll, übersetze Informationen vom Englischen ins Deutsche und beschäftige mich mit den ganzen verzwickten Strukturen des Institutes, seinen Organisationen und Partnern. 

So, das erst einmal zu meiner Arbeit hier in Finnland. Nun aber zum spaßigeren Teil, denn nachdem wir am letzten Wochenende nicht viel gemacht haben, außer einem Abstecher ins „Onnela“ (besoffene Finnen sind echt anstrengend , vor allem beim Tanzen), gibt’s nun um so mehr zu berichten.

Am Montag haben wir alle auf das Ende von Alexanders Führerschein-Probezeit angestoßen. Für den nächsten Tag hatten wir uns vorgenommen, mal Rentierfleisch zu probieren. Nachdem wir Jari zuvor im Vocational College ein kurzes Feedback über unsere Einsätze gegeben und noch ein paar organisatorische Sachen geklärt hatten, ging’s los ins „Pohjanhovi“, was uns die Betriebskraft von René und Alexandra vorgeschlagen hat. Als wir reinkamen, wollten wir schon wieder umdrehen, denn es saßen nur Leute in Anzügen da und wir fühlten uns in unseren Jeans etwas fehl am Platz. Doch als uns eine Kellnerin versicherte, dass es keine geschlossene Gesellschaft sei und wir dort auch essen könnten, gingen wir ganz unauffällig an einem Tisch am Fenster, von dem wir wunderbar die „Jätkänkynttiläsilta“ (Holzfällerkerzenbrücke) sehen konnte. Nachdem wir die englische Karte übersetzt hatten und wussten, welche Teile vom Rentier dort so zum Essen verwendet werden (Zunge, Leber,…), entschieden wir uns für etwas einfaches, nämlich Kartoffelpüree mit Rentierfleisch und Preiselbeeren für 23,-€. Im Großen und Ganzen hat es auch allen geschmeckt, außer René, der hat die Preiselbeeren liegen lassen. Zum Nachtisch gab’s dann noch ein wirklich kleines Stück Schokokuchen mit einer Kugel Erdbeereis und Schokoladenmouse. Satt und zufrieden sind wir dann nach Hause gefahren.

Der Rest der Woche verlief dann recht unspektakulär, denn jeder ist seiner Arbeit nachgegangen. Ich habe noch eine Mail an den Zoll geschrieben, da ich gerne wissen wollte, ob man Rentierfleisch mit nach Deutschland nehmen kann und die Antwort ist: „Ja, außer es ist eine Tierseuche ausgebrochen.“ Was zum jetzigen Zeitpunkt aber nicht der Fall ist. Auch die Temperaturen waren diese Woche recht gnädig mit uns, denn es war immer so um die -10°C, außer zum Wochenende wurde es wieder kälter . Genau dann, als wir ins Santa Claus Village wollten, aber dazu später mehr.

Am Freitag haben wir uns dann alle nach der Arbeit in der Stadt bei McDonalds getroffen, da die „Arctic Lapland Rally“ in Rovaniemi war. Jedoch ging es mittags schon los, weswegen wir abends keine Rallyfahrer mehr gesehen haben. Um die sehen zu können, hätten wir 3 km aus Rovaniemi rausfahren müssen. Also ging’s wieder nachhause, wo jeder wieder seinen Sachen nachging (nach Hause telefonieren, relaxen,….). Die 3 Mädels, die bei Anita und mir mit in der Wohnung lebten, waren mittlerweile schon im Bett, da sie am nächsten Tag um 6 Uhr wieder nach Deutschland fliegen. Was mein Heimweh wieder vergrößert hat, denn in den letzten Tagen gab es fast kein anderes Thema hier bei uns. Aber jetzt sind es für uns auch nur noch 9 Wochen und wir sind alle wieder zuhause bei unseren Liebsten.

Und nun ist auch schon wieder Wochenende und es ging zu Santa Claus! Darauf habe ich mich schon die ganze Zeit gefreut, denn am letzten Wochenende ist es leider ausgefallen. Morgens um 09:30 haben wir uns also alle getroffen und sind zur Busstation gelaufen und von dort ging es dann um 10:10 mit dem Santa Express los in Richtung Weihnachtsdorf. Ich sage euch, Bus fahren ist hier echt nicht lustig. Man bangt hier zwischendurch mal kurz um sein Leben, wenn der Busfahrer rasant um eine Kurve biegt und man merkt, wie der Hintern des Busses langsam wegschlittert. Aber wir haben es alle heil ins Dorf geschafft, wo wir auch gleich die Betriebskraft (sie bezeichnet sich selber als Schamanin) von Alexandra und René kennenlernten. Nach kurzem Smalltalk zeigten uns die beiden das Dorf, in dem der Weihnachtsmann lebt. Rings um uns dudelte Weihnachtsmusik und standen RIESIGE Schneemänner rum und wir fühlten uns gleich wieder einen Monat in die Vergangenheit versetzt, als noch wirklich Weihnachten war. Aber nicht allen gefiel es und von daher liefen wir schnell weiter, aber die Musik verfolgte uns echt überall hin. Mich hat es nicht wirklich gestört. Ich habe es nach einigen Minuten schon gar nicht mehr bewusst wahrgenommen, da es überall so viel zu sehen gab. Nach diesem kurzen Rundgang entschieden wir uns, dem Weihnachtsmann einen Besuch abzustatten und uns das lang ersehnte Foto mit ihm abzuholen (was nicht gerade billig war! Eins 25,-€, aber wie oft trifft man schon den Santa Claus persönlich. 

Nach diesem ersten tollen Erlebnis ging’s dann ab ins nahegelegene Ice Village, wo wir für 8,-€ ein warmes Freigetränk bekamen und auf riesigen Reifen eine Eisbahn runterfahren konnten. René war der Erste, der sich auf die große Bahn getraut hat und war so begeistert davon, dass wir anderen uns auch einen Reifen schnappten und die beiden (eine große und eine kleine für Kinder und Anfänger) Bahnen runter sausten . Alexander traute sich nicht und musste deswegen als Fotograf herhalten und uns knipsen, wenn wir runtergerutscht kamen. Nach diesem Spaß (Anita hat am Ende noch einen Jungen umgenietet, den man aber nicht gesehen hat, da er hinter einem großen Schneeberg stand) gingen wir zur Eisbar, wo es warmen Kakao und Tee gab, aber auch Wodka aus kleinen Eisbechern. Es standen auch viele verschiedene Eisskulpturen rum (Bär, Walross, kleine Wichtel) und ein Bett mit Fell gab es auch. Nach dieser anstrengenden Rodelpartie gingen wir erst einmal was essen, in dem kleinen Restaurant zwischen den ganzen Souvenirgeschäften, wo wir später dann auch noch richtig Geld gelassen haben. Bevor wir uns jedoch wieder auf den Heimweg machten, buchten wir noch für den 14.02.2010 eine Snowmobiletour zur Huskeyfarm. Hoffentlich endet sie nicht so, wie die der Anderen aus dem letzten Jahr…

Zuhause angekommen legten sich alle nochmal hin, denn abends war wieder Party im „Doris“ angesagt, denn wir hofften, dort endlich Rallyfahrer oder Mika Häkkinen zu treffen. Was dann auch der Fall war, aber etwas abgeschirmt.

Am Sonntag stand dann wieder Erholung auf dem Programm und für einige auch wieder waschen.

Die neue Woche ging ganz gewohnt ihren Lauf nur am Dienstag gab’s wieder etwas Abwechslungsreiches, einen „Fresh Winter Day“ vom College. Auf dem Programm stand ein Besuch in der „Martiini Knife Factory“, eine Stadtrundfahrt (kleine Bäume haben es im Winter hier echt nicht leicht mit dem ganzen Schnee, wir haben oft nur noch die kleine Baumspitze gesehen), mit Schneeschuhen laufen (du fühlst dich als hättest du riesige Entenfüße) , Eisskulpturen bauen (unsere sah wie Sid aus „Ice Age“ aus), Eierkuchen über Lagerfeuer braten, Schneefußball spielen und ein Wettrennen im Schnee mit Rodeln und Schneeballweitwurf. Danach sind wir dann noch in die Stadt ‘ne Runde shoppen und dann mit dem Bus ab nach Hause ins Bett. Man, waren wir geschafft.

So das waren also die letzten 1,5 Wochen hier in Rovaniemi und wie ihr gelesen habt, haben wir wieder einiges auf unserer To-Do-Liste abhaken können. Aber lest weiter, denn es werden noch einige Dinge passieren! 

Also bis dahin.

Netti

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Alexander und die University of Lapland – eine erste Bilanz nach fast einem MonatSchneemann in Rovaniemi

Wir haben einen grauen, mit -11 Grad am Morgen für finnische Verhältnisse nicht sonderlich kalten Dienstag und unsere 4. Woche in Rovaniemi ist nunmehr angebrochen. Die ersten großen Es hat lange gedauert, aber nun endlich ist es soweit: Alexander verewigt sich auch mal im Blog der Telekom-Tonttus…

Wir haben einen grauen, mit -11 Grad am Morgen für finnische Verhältnisse nicht sonderlich kalten Dienstag und unsere 4. Woche in Rovaniemi ist nunmehr angebrochen. Die ersten großen Überraschungen und Umgewöhnungen an das neue Wohn- und Arbeitsumfeld im eisigen Lappland sind verarbeitet und so langsam kehrt eine gewisse Routine bei den alltäglichen Abläufen ein. Viel Neues haben wir bereits erkundet hier in Rovaniemi, wo man nicht nur in das weltweit nördlichste McDonalds-Restaurant einkehren oder an der nördlichsten Universität der EU studieren kann. Letztere ist seit dem 7. Januar mein Arbeitsplatz: die University of Lapland, wie sie offiziell heißt (oder auf Finnisch: „Lapin Yliopisto“) bietet Studiengänge in 5 Fakultäten an: Art & Design, Law, Education, Social Sciences und Tourism & Business. Die erstgenannte Abteilung Art & Design ist neben dem „International Office“ (hierzu später mehr) mein Tätigkeitsbereich.

Meine Hauptaufgabe in diesem Praktikum besteht darin, der Koordinatorin für Internationale Angelegenheiten (Coordinator of International Affairs) in der Abteilung Art & Design zu assistieren. Im Wesentlichen geht es dabei um die grenzübergreifende Zusammenarbeit von Universitäten mit ähnlichen Studienangeboten, um Studenten die Möglichkeit von Auslandsaufenthalten zu geben. Die dabei erbrachten Leistungen lassen sich dann auf das Studium an der Heimatuniversität anrechnen, was das Ganze für die „Austauschstudenten“ (Exchange Students) besonders attraktiv macht. Der gesamte Prozess, angefangen mit der Recherche zu potenziellen Partneruniversitäten über die Abwicklung der Bewerbungen von ankommenden Studenten bis hin zur Beratung von ausgehenden Studenten erfordert viel Zeit und Sorgfalt.

Da ich noch nicht mal einen Monat hier bin, ist das eben Geschilderte für mich noch größtenteils Theorie: lediglich eine Informationssammlung zu allen mit der Uni Lapland in Kontakt stehenden Bildungsinstitutionen habe ich bereits in Form einer Exceltabelle erstellt.

Hieraus soll leicht ersichtlich werden, welches Studienfeld von welcher Universität bedient wird, was logischerweise denjenigen Studenten zugute kommt, die in Rovaniemi studieren, aber eine Bewerbung als Austauschstudent in Erwägung ziehen.

Das Arbeitsumfeld hier ist sehr gut, ich wurde sehr herzlich aufgenommen und erhielt im Rahmen der Teilnahme am „Orientation Programme for International Students“ (Orientierungsprogramm für internationale Studenten) gleich zu Beginn meines Einsatzes umfangreiche Informationen zu Rovaniemi (in Form einer Stadtrundfahrt) und zur „ULapland“.

An dieser Stelle sei auch die freundliche Geste unserer Betriebskräfte erwähnt, uns (Anita und mir), die Teilnahme am „Überlebens-Finnisch-Kurs“ (Survival Finnish) für die gerade angekommenen Studenten während der Arbeitszeit zu ermöglichen. Kommunikationsprobleme gibt es so gut wie keine, da zumindest alle Kollegen an der Universität sehr gut Englisch sprechen. Zu meiner Überraschung habe ich hier doch eher wenig mit dem Finnischen zu tun, da mein PC im International Office komplett in Englisch ist und auch das wöchentliche „Monday – Meeting“, bei dem ich schon Protokoll geschrieben habe, zum Großteil in Englisch abgehalten wird. Allerdings brauchte ich doch einige Zeit, um mich bei Art & Design auf das Windows XP, Word und Excel in Finnisch einzustellen. Aber es ist recht einfach, wenn man sich z.B. einfach ein Onlinewörterbuch zu Hilfe nimmt.

Mein Büro in der Faculty of Art & Design ist in der 3. Etage zu finden, es ist ein kleiner Raum mit einem PC darin und einem Fenster, welches während ich hier schreibe den Blick auf einige verschneite Bäume freigibt: ja, es ist gerade einmal hell im Moment…ein Erlebnis von kurzer Dauer hier am Polarkreis.

Sollte ich einmal nicht hier zu finden sein, dann ganz sicher im Erdgeschoss, im sog. „International Office“. Meine Ansprechpartner hier sind Jaana, meine offizielle Betriebskraft und Päivi, die „Secretary of International Affairs“.

In dieser Abteilung werden sämtliche Aktivitäten der ULapland auf internationaler Ebene abteilungsübergreifend abgestimmt sowie die Registrierung aller Austausch-Studenten vollzogen. Dies geschieht mit dem Programm „MISTAY“, dessen Funktionsweise ich später noch genauer kennenlernen werde.

Bisher habe ich im Namen von Päivi E-Mails an alle Studenten verschickt, die am Projekt namens „Friend Family Programme“ teilnehmen möchten. Dieses ist darauf ausgerichtet, den Studenten die Kontaktaufnahme zu Einheimischen Personen in privater und ungezwungener Weise zu ermöglichen. Hieraus soll ein besseres Verständnis für die finnische Kultur resultieren und das Zurechtfinden in der noch weitgehend unbekannten Welt Laplands erleichtert werden.

Soweit, so gut – der Start im Norden ist problemlos vonstatten gegangen: sowohl dienstlich als auch privat in der WG, in der wir zu sechst wohnen. Bleibt zu hoffen, dass es so bleibt und wir alle weiterhin Spaß und Erfolg bei unseren weiteren Erlebnissen während des Praktikums haben werden!

Alexander

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Aller Anfang ist schwer (19.01.2010)

Nach dem schmerzenden Abschied am Flughafen Tegel, von unseren Liebsten, machten wir uns auf den Weg nach Rovaniemi. Doch es ist alles nicht ganz so reibungslos gelaufen wie geplant…

Nachdem wir den Sicherheitscheck hinter uns gebracht hatten, fing das lange Warten an. Der Flug von Berlin nach Helsinki hatte mal eben 2 Stunden Verspätung. In Helsinki gelandet stellten wir fest, dass der Anschlussflug nach Rovaniemi bereits gestartet war. Also hieß es wieder 2 Stunden warten. Als es dann endlich wieder los gehen sollte, kam schon die nächste Flughafenansage, die Passagiere müssten noch weitere 1,5 Stunden überbrücken, bis es endlich los gehen konnte.

Um 23:30 Uhr erreichten wir völlig übermüdet und gereizt Rovaniemi, doch es sollte noch schlimmer kommen…

Nachdem wir Jari (unseren Betreuer vor Ort) gefunden hatten, warteten wir zusammen auf unser Gepäck. Wie gesagt, WIR WARTETEN, doch unsere Koffer hatten den Weg bis zu uns nicht gefunden.

Nach einer aufregenden Fahrt durch das schneebedeckte Städtchen erreichten wir unsere Unterkunft und waren erst mal ein wenig schockiert. Doch dank unserer netten Mitbewohner lebten wir uns schnell in unsere neue Umgebung ein.

Die ersten Tage verliefen ganz entspannt, wir erkundeten die Stadt, lernten eine finnische Berufsschule kennen und erhielten auch endlich unser Gepäck. Schnell wurde uns auch bewusst, wie preisintensiv die Unterhaltskosten in Finnland sind. Verwirrend war auch, dass an jeder Ecke Spielautomaten stehen, die auch hochfrequentiert sind. In der Berufsschule diskutierten wir mit Schülern und bekamen auch gleich die finnische Mentalität zu spüren. Sie sind sehr zurückhaltend, aber freundlich und man darf ihnen nicht übel nehmen, wenn man auf eine Antwort mal länger warten muss.

Santa Claus Village am Arctic CircleSanta Claus Village am Arctic Circle

Am 07.01.2010 hatten wir unseren ersten Arbeitstag an der Information des. Unsere Chefin (Aija) kam in einem seltsamen Outfit auf uns zugelaufen und stellte sich uns als Schamanin vor.

Sie ließ uns erst einmal Zeit das Weihnachtsdorf anzusehen und alles zu erkunden. Danach wurden wir in unsere zukünftigen Aufgaben eingewiesen und sollten schnell Verantwortung übernehmen. Schnell zeigte sie, wie viel Vertrauen sie in uns hat und ließ uns bereits am dritten Tag alles alleine machen. Unsere Aufgaben umfassen das Informieren der Touristen über die Sehenswürdigkeiten vor Ort, Souvenirs und Postkarten verkaufen, Rechnungen schreiben, Bestellungen von Reisegruppen entgegennehmen und bearbeiten und das Ausstellen von Zertifikaten für die Überquerung des Polarkreises. Hinzu kommt die Öffnung und Schließung des Info Standes an jedem Tag.

Die Wochenenden nutzten wir bisher zum Kennenlernen der Praktikanten aus aller Welt. Am 15.01.2010 erkundeten wir gemeinsam mit unseren Mitbewohnern das finnische Nachtleben. Neu war uns, dass die Finnen besonders Karaoke mögen.

Den Sonntag nutzten wir dann zur kulturellen Weiterbildung, indem wir das Arktikum besuchten. Dort lernt man viel über die finnische Geschichte, über die Samen, die Nordlichter und die Tierwelt.

Fortsetzung folgt…

Alexandra und René

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Two down, eleven to go...... (19.01.2010)

Da sind es schon zwei Wochen.

Man kann sich kaum vorstellen, wie die Zeit vergeht. Grade saß man in Deutschland noch ratlos vor dem großen Koffer und versuchte sich verzweifelt von dem einen oder anderen Shirt zu trennen (beziehungsweise einen ganzen Stapel Päckchen mit all dem „Lebensnotwendigen“ zu packen, was nicht mehr reinpasst, damit es hinterhergeschickt werden kann)

... und plötzlich sind die ersten zwei Wochen in Finnland auch schon rum.

Und es waren sowohl anstrengende als auch aufregende zwei Wochen. Nachdem wir am Flughafen Berlin Tegel eigentlich sehr entspannt gestartet waren, begann unser „Abenteuer Finnland“ dank verspäteter Flüge und damit verbundenem Gerenne quer über die Flughäfen schon, bevor wir überhaupt in Finnland angekommen waren. Letzten Endes kamen wir aber mit einer Menge Anstrengung und ein bisschen Hilfe (an dieser Stelle vielen Dank an Frau Gabriel für’s gute Zureden des Flughafenpersonals in Helsinki) noch rechtzeitig und alle heil in Rovaniemi an...

... nur um festzustellen, dass unser Gepäck leider nicht ganz soviel Glück hatte und irgendwo zwischen London und Helsinki verschütt gegangen war. Und so klang der erste Abend im hohen Norden für unsere Gruppe mit einem ersten Einkauf im direkt bei der Unterkunft gelegenen Prisma (dem Laden, in dem es wirklich ALLES gibt) aus, um uns mit dem Notwendigsten zu versorgen.

Am Dienstag besuchten wir unseren Koordinator vor Ort, Jari, in der Berufsschule und lernten dabei ein paar der dortigen Schüler kennen, denen wir Fragen zu Deutschland beantworten sollten. Leider waren sie zum Großteil nicht sonderlich gesprächig und so saßen wir fast alle eine ganze Weile etwas fehl am Platz in den hyper-modernen Klassenräumen und kamen uns ein wenig überflüssig vor. Aber unser anschließender erster Bummel durch die Stadt war dafür umso schöner. Rovaniemi ist eine kleine Stadt, aber in den zwei, drei großen Einkaufszentren gibt es wirklich alles. (Von unserer Freude über den nördlichsten McDonalds mal ganz abgesehen.)

Mittwoch war Feiertag hier in Finnland, so dass wir alle nicht wirklich etwas zu tun und somit Zeit hatten, uns auf unseren ersten Besuch am neuen Arbeitsplatz einzustellen, der uns am nächsten Tag bevorstand. Einzige Ausnahme: zum Flughafen fahren und Koffer abholen! Die erste große Hürde also genommen.

Jari war so nett, uns alle im Auto zu unseren jeweiligen Einsatzplätzen (zu diesenLoordi-aukio, Rovaniemi später mehr) zu chauffieren, so dass wir an unserem ersten Tag nicht durch den Schnee stapfen mussten. Und dafür waren wir umso dankbarer, weil wir es just an diesem Tag zum ersten Mal mit den minus 30 Grad zu tun bekommen sollten, vor denen uns in Deutschland so gedroht worden war. Brrrrrr...... Aber gewappnet mit den schicken Skisachen aus der Heimat überstanden wir auch diese der ersten Herausforderungen Finnlands und freuten uns nach zwei aufregenden ersten Arbeitstagen auf unser erstes Wochenende.

Am Freitag machten wir uns auf einer zweistündigen Stadtrundfahrt (u.a. mit einem ersten kurzen Besuch beim Weihnachtsmann) noch ein bisschen besser mit unserer dreimonatigen Heimat vertraut. Danach konnte das erste Wochenende dann auch wirklich langsam kommen.

Die erste Woche war also wie im Flug vorbei und das erholsame Wochenende, an dem wir die meiste Zeit gemeinsam mit unseren Mitbewohnerinnen die Erlebnisse der letzten Tage auswerteten, verflog fast genauso schnell.

Die zweite Woche verbrachten wir alle größtenteils damit, uns an unseren neuen Arbeitsplätzen einzuarbeiten und nebenbei mit dem scheinbar endlosen Versuch, Internet für unsere Laptops in der Unterkunft zu bekommen. (Für alle folgenden Azubis: Elisa, Prepaid-Stick für 40 Euro). Aber auch dieses Problem wurde gelöst und das Leben in der Ferne ist doch auch gleich viel leichter, wenn man ein bisschen Kontakt zur Heimat wahren kann.

Am Freitagabend war dann zum ersten Mal groß feiern angesagt. Für unsere Mitbewohnerinnen, die nur einen Monat hier sind, hieß es Halbzeit auf dem Weg nachhause, und sowas muss ja angemessen zelebriert werden. Also, auf ins „Ornella“. Die genauen Ereignisse des Abends sollen hier nicht wiedergegeben werden, aber wir lassen im Raum stehen, dass alle mit ihrem ersten Ausflug ins finnische Nachtleben größtenteils zufrieden waren. Und wozu fährt man auch ins Ausland, wenn nicht um Land und Leute (und Getränke) authentisch und „in freier Natur“, sozusagen, kennenzulernen.

Am Wochenende ließen wir uns zum Ausgleich noch etwas Kultur zuführen und besuchten das Arktikum, ein Museum über die Geschichte Laplands. Wir sahen uns traditionelle Sami-Kleidung und Werkzeuge an, lebensechte Modelle all der wilden Tiere, die uns hoffentlich nicht begegnen, während wir hier sind (man macht sich keine Vorstellung davon, wie groß so ein Elch tatsächlich ist...) und eine sehr bizarre Nachahmung der Nordlichter, die uns alle ein wenig verstört hat.

Und schon war es wieder Sonntagabend. Waschzeit (ist jemandem, der noch bei seinen Eltern lebt, schon mal aufgefallen, wie viele Sachen angeblich nicht trocknergeeignet sind?) und schon neigte sich auch die zweite Woche dem Ende entgegen.

Erste kleinere und größere Probleme, erste schöne Erlebnisse (man hat nie Schnee gesehen, bevor man nicht im Norden war! und viel Aufregendes.

Wie es weitergeht, lest ihr dann auf den nächsten Seiten.

Anita

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Vorbereitungsphase (19.01.2010)

Bevor man sich in ein so exotisches Land wie Finnland aufmacht, gibt es natürlich eine Menge wichtiger Dinge, an die gedacht werden will.

Was für Sachen zieht man sich an, um bei -30 Grad nicht einzugehen?

Wie gewöhnt man sich daran, manchmal nur für drei Stunden am Tag Sonne zu haben?

Von was ernährt man sich als fertiggericht-verwöhnter Deutscher in einem Land, dessen Einwohner Rentier essen?

Wie wird das mit der Arbeit in einem Land, dessen eigentliche Sprache man nicht spricht?

Und, und, und… Die Liste zieht sich hin und die Anspannung wächst mit ihr.

Natürlich war das bei uns nicht anders. Um aber trotz aller Aufregung optimal auf unsere dreimonatige Heimat vorbereitet zu sein, ließen wir uns bei einem Wochenende im April schon vor der Abreise ein wenig von der finnischen Kultur einnehmen.

Im Schullandheim Walter May trafen wir uns mit einigen anderen Finnisch-Interessierten und unserem späteren Finnisch-Lehrer, Jukka, um einen ersten Einblick in die Sprache zu bekommen. Insgesamt knapp zwölf Stunden lang lernten wir, uns auf Finnisch vorzustellen, nach der Uhrzeit zu fragen und sie anzugeben, zu zählen und einige wichtige Extra-Vokabeln (man will ja schließlich nicht in ein fremdes Land kommen, ohne nach dem nächsten internetfähigen „Computer“ fragen zu können, richtig?

Mit selbstgebackenen Korvapuusti, karelischen Piroggen und Apfeltaschen stellten wir unsere Geschmacksnerven schonmal vorsichtig auf das Kommende ein (und stellten dabei fest, dass man auch bei leckerem Essen wissen sollte, wann man aufhören muss...). Und um zwischendurch nochmal ein bisschen die deutsche Sonne zu genießen, die uns ja bald für eine Weile abhanden kommen sollte, entdeckten wir draußen beim Mölkki-Spielen noch ein verstecktes Talent von Netti.

Natürlich kann man auch grundlegende Finnischkenntnisse nicht nur an einem Wochenende sammeln, und so besuchten wir Jukka später im Herbst noch einige Male (zusammen mit Alex und René) in seiner gemütlichen Altbauwohnung, um das im April Gelernte zu festigen und noch einiges dazuzulernen.

Außerdem hörten wir uns Vorträge der „Überlebenden“ aus den letzten Finnland-Praktika der Telekom an und besuchten in Berlin das Finnland-Institut und die Finnische Botschaft, wo wir nochmal die Gelegenheit bekamen, unsere dringenden Fragen über Land, Leute und alles Sonstige loszuwerden.

Wir bedanken uns an dieser Stelle bei allen, die sich so engagiert an unserer Vorbereitung beteiligt haben und uns damit eine große Hilfe bei unserem „Abenteuer Finnland“ waren.
Vielen Dank!

Wie wir nach all der Vorbereitung tatsächlich zurechtkommen, lest ihr dann auf den nächsten Seiten.

Eure Telekom-Tonttus

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Leonardo Da Vinci Projekt - Finnland (15.12.2009)

Nun stellen sich auch die FABs, die Fachangestellten der Bürokommunikation, vor:

Wir, die angehenden Verwaltungsprofis, Alexandra Seidel und René Prüfer, werden sich am 02.01.2010 auf den kalten Weg in den hohen Norden begeben und dort viele Abenteuer erleben, aber auch viele Vorurteile und eine Menge Geld lassen müssen. Alexandra hält es mit 8 Wochen eine Woche länger in der "kalten Hölle" auf, als René.

Kurz zur Persönlichkeit:
Alexandra ist in im letzten Jahr der dreijährigen Ausbildung bei der Bundesanstalt für Materialforschung- und prüfung. Genauso geht es dem René, außer dass der 23 Jahre alte Ur-Berliner bei der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen tätig ist.

Auch wir werden euch in der Zeit in Finnland auf der Höhe des Geschehens halten.
Viel Spass

Alexandra und René

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Auslandspraktika mit dem EU-Bildungsprogramm Leonardo da Vinci Mobilität 2010

Hei,

wir, also Anita Hildenbrandt, Nanette Martinius und Alexander Jaedike aus dem 2. Lehrjahr, sind angehende Kaufleute für Bürokommunikation bei der Deutschen Telekom AG. Da unsere Ausbildung eine Zusatzqualifikation in Englisch vorsieht, haben wir die großartige Möglichkeit, 3 Monate im Ausland zu verbringen und dort auch zu arbeiten.

Wir 3 sind alle in der University of Lapland, aber in unterschiedlichen Bereichen, eingesetzt:

Anita ist im Sekretariat des "UArctic",

Alexander im Sekretariat in der Abteilung "Art and Design" und

Nanette ist im Bereich "Tourism Research and Education" des Lapland Institute.

Am 04.01.2010 geht’s auf in den eisigen Norden Finnlands – nach Rovaniemi. Wie es uns hier ergeht, könnt ihr in unserem Blog nachlesen, in dem wir euch regelmäßig an unseren Erfolgen und Problemchen teilhaben lassen.

Unterstützt werden wir bei allen Vorbereitungen zum Glück von unserer Ausbilderin Frau Gabriel, unserer Englischlehrerin Frau Ritz und noch zu guter letzt von Jukka, der uns trotz des ungeheuren Schwierigkeitsgrades fit in Sachen Finnisch machte.

Besonders interessant war auch unser Besuch in der Finnischen Botschaft, wo wir Gelegenheit hatten die Pressereferentin der Botschaft zu treffen und noch weitere hilfreiche Tipps zu erhalten.

Dafür danken wir schon jetzt und hoffen, dass euch unser Blog gefällt.

Eure Telekom-Tonttus

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Aktualisiert 16.04.2010

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