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Zugvögel - Hommage an Jean Sibelius - Botschaft von Finnland, Berlin : Aktuelles

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Nachrichten, 16.02.2009 | Generalkonsulat von Finnland, Hamburg

Zugvögel - Hommage an Jean Sibelius 

Jean SibeliusJean Sibelius

Im Mittelpunkt der vom Dirigenten, Pianisten und Komponisten Matthias Husmann geschriebenen Oper "Zugvögel" steht das unheimliche Verstummen des finnischen Komponisten Jean Sibelius - auf dem Höhepunkt seines Erfolges.

 „Dreissig Jahre wartete die Musikwelt auf die Achte Sinfonie von Jean Sibelius, aber der Komponist schwieg seit seinem zweiundsechzigsten Lebensjahr. Dreissig Jahre wartete ein alternder Künstler auf die Wiederkehr der Zugvögel als auf die Wiederkehr der Inspiration“, so Husmann. Seine Oper schildere den dreissigjährigen Alptraum eines Einzelnen aus Angst, Alter, Depression und Alkohol im Alptraum der Geschichte aus Faschismus, Weltkrieg, Holocaust und Atombombe.

„Diese Hommage auf Jean Sibelius ist zugleich ein Requiem auf das zwanzigste Jahrhundert“, erklärte Husmann in Hamburg. Grosse Unterstützung für sein Werk fand Husmann bei finnischen Sibelius-Spezialisten, wie dem Wissenschaftler Markku Hartikainen aus Helsinki, den er mehrmals besuchte. So enthält das von Husmann selbst verfasste Libretto jede Menge Anekdoten und Details aus Sibelius’ Alltag und dem seiner Familie.

 

Das Theater Vorpommern schreibt über das Libretto der Oper:

"Die Handlung beginnt am 10. Mai 1927 auf dem Gut Ainola während der Familienfeier anlässlich des Namenstages von Aino, der Frau des finnischen Komponisten Jean Sibelius. Dieser beschließt, angeregt durch das Niederlassen der Schwäne auf dem nahen Tuusula-See – für ihn ein „Zeichen der Natur“ –, mit der Komposition seiner achten Sinfonie zu beginnen. Noch in derselben Nacht erlebt er jedoch eine unerklärbare, schreckliche Vision, so dass er die Arbeit an dem neuen Werk abbricht.

Während der nächsten zwölf Jahre gelingt es Sibelius trotz nächtelanger Arbeit nicht, die Sinfonie zu vollenden. Zu Anfang des Zweiten Weltkrieges erzählt er seinem Sekretär Santeri Levas allerdings phantastische Dinge über sein neues Opus. Er tanzt sogar den dritten Satz (Scherzo) dirigierend auf dem Tisch. Schließlich setzt er den Beginn der ersten Luftangriffe auf Helsinki mit dem Beginn des Sinfoniefinales gleich.

Am Ende des Zweiten Weltkrieges zwingen ihn die Toten in einem Traum, die Sinfonie, dieses Werk über eines der grausigsten Ereignisse der Menschheitsgeschichte, zu vollenden. Hierdurch erlebt er hautnah, was er nur aus der Ferne durch Rundfunk und Berichte vernommen hat. Eine Vision von zwei „Zugvögeln“, welche nach Hiroshima und Nagasaki fliegen, lässt Sibelius begreifen. Er widmet seine soeben vollendete „Achte“ den Toten, indem er sie den Weg gehen lässt, den die Toten gehen mussten: Er verbrennt die Partitur."

 

Prof. Mathias HusmannProf. Mathias Husmann

„Zugvögel“ ist Husmanns zweite Oper - 2002 wurde in Ulm seine Kammeroper „Vivaldi“ uraufgeführt. Husmann: „Die Idee zur Oper Zugvögel kam, als ich erfuhr, dass Sibelius den Kampf um die Skizzen seiner 8. Sinfonie 1945 beendete, indem er sie verbrannte. Die geistige Verbindung dieses persönlichen Endes mit dem Ende des zweiten Weltkriegs ergab die dramaturgische Zündung für das dreistündige Werk.“

Mathias Husmann ist Hamburger, studierte in seiner Heimatstadt Dirigieren, Klavier und Komposition. An der Hamburgischen Staatsoper begann auch seine Dirigentenlaufbahn, die den Preisträger im Dirigentenwettbewerb des Deutschen Musikrates an die Theater in Darmstadt, Mannheim und Dortmund führte. Als Generalmusikdirektor wirkte er in Ulm, Magdeburg und seit 2002 in Greifswald und Stralsund. Er produzierte CD's und Fernsehaufnahmen vor allem neuer Musik (Bialas, Eisler, Goldschmidt) und unternahm Tourneen mit dem NHK Orchester Tokio und den Berliner-Sinfonikern. Gastspiele führten den Musiker an die Opernhäuser in Düsseldorf, Köln und Berlin, aber auch nach England und Italien. Seit 1991 leitete er Rundfunk- und CD-Produktionen in Berlin. Seine Erste Sinfonie „Magdeburger Elegie“ schrieb Husmann 1993.

Die Uraufführung des sinfonischen Dramas in vier Bildern in der Inszenierung von Klaus Rak und unter der musikalischen Leitung des Komponisten Mathias Husmann ist am 7. März 2009 im Theater Vorpommern in Stralsund. Karten unter www.theater-vorpommern.de

 

Weitere Informationen:

Jean Sibelius (englisch)        

Theater Vorpommern   

www.visitfinland.de

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Aktualisiert 16.02.2009


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